Backpulver: 13 überraschende Dinge, die Sie damit machen können

Weiße Zähne, blitzblanke Kochtöpfe und nebenbei der beste Kuchenbäcker – Backpulver ist eine Allzweck-Wunderwaffe und sollte in keinem Haushalt fehlen. Das weiße Pulver kann aber noch viel mehr: 13 überraschende Hacks mit Backpulver.

Frau hält Wasserglas und einen Löffel Backpulver in den Händen

Wer braucht schon Chemiekeulen und teure Produkte aus Apotheke oder Drogeriemarkt? Backpulver hilft in vielen Alltagssituationen genauso gut – und schont das Portemonnaie und die Umwelt.

Es ist wahrlich kein Geheimnis, dass Backpulver mehr kann als nur Kuchen luftiger zu machen. Das Wundermittel lässt sich prima zweckentfremden, um hartnäckige Reste in Töpfen und Pfannen zu entfernen, den Ofen auf Vordermann zu bringen oder verfärbte Zähne wieder weiß erstrahlen zu lassen. Das ist alles nichts Neues – wissen wir. Und genau deshalb verraten wir Ihnen 13 weitere Backpulver-Hacks, die das Leben erleichtern und die Haushaltskasse schonen. Sie werden staunen, wo das Allroundtalent noch Wunder bewirkt.

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Was ist Backpulver überhaupt? 

Backpulver ist ein vorrangig zum Backen benutztes Triebmittel. Die haushaltsüblichen Backpulvermischungen bestehen aus drei einfachen Zutaten: 

  • Natron (Natriumhydrogencarbonat) als CO2-Quelle
  • Weinsäure, Dinatriumdihydrogendiphosphat oder Monocalciumorthophosphat als Säureträger 
  • Maisstärke als Trennmittel (um Feuchtigkeit zu binden und eine vorzeitige Reaktion zu verhindern)

In Kombination mit Wärme und Feuchtigkeit reagieren Natron und Säure miteinander und setzen gasförmiges Kohlenstoffdioxid (CO2) frei, wodurch kleine Gasbläschen entstehen. Diese Reaktion findet auch im Teig statt, das Gas lockert ihn auf und lässt ihn aufgeben. 

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Backpulver & reines Natron: Wo ist der Unterschied?

Natron und Backpulver sind nicht dasselbe. Der Unterschied besteht in der Zusammensetzung: Natron ist reines Natriumhydrogencarbonat, wohingegen Backpulver nur zu einem Teil aus Natriumhydrogencarbonat besteht und zum anderen Teil aus Säure und Trennmittel (siehe oben). Während Backpulver in Kombination mit Wasser und Wärme sofort reagiert, wird Natron erst in Kombination mit „sauren“ Zutaten wie Jogurt, Milch, Essig oder Zitronensäure zum Triebmittel. Erst dann bildet sich das CO2, welches den Teig auflockert. Deshalb kann man Backpulver nicht Eins zu eins durch Natron ersetzen – andersherum sehr wohl.

Reines Natron (auch Speisesoda oder Backsoda genannt) ist preiswerter als Backpulvermischungen und kann bei einigen der folgenden Anwendungen problemlos anstelle von Backpulver verwendet werden. Je nachdem, wo das Natron eingesetzt wird, muss es zusammen mit Essig oder Zitronensäure aufgetragen werden, um den gewünschten Effekt und das gleiche Ergebnis wie mit Backpulver zu erzielen. Für innerliche und körpernahe Anwendungen empfiehlt sich meist pures Natron.

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DONNA-Tipp: Wenn Sie Backpulver durch Natron und Säure ersetzen möchten, sollten Sie darauf achten, ausschließlich Natron in Lebensmittelqualität zu verwenden. Haushaltsnatron ist immer mit dem Kürzel E500ii gekennzeichnet.

Alleskönner Backpulver – 13 überraschende Anwendungen

1. Als Blumenretter 

Nichts ist enttäuschender als ein teurer Strauß Blumen, der schon nach kurzer Zeit an Pracht verliert und welkt. Leider ist es für gewöhnlich schon nach ein paar Tagen so weit. Um die Lebenszeit der Schnittblumen zu verlängern, können Sie einen Teelöffel Natron oder Backpulver ins Blumenwasser geben (bei größeren Sträußen etwas mehr). So bleiben sie länger frisch und lassen nicht die Köpfe hängen.

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2. Gegen Sodbrennen 

Sie haben eine schwere, säurehaltige Mahlzeit oder zu viel Alkohol zu sich genommen und verspüren nun einen Säureschmerz oberhalb des Magens? Kein Problem, schon zu Großmutters Zeiten war Natron ein schnelles Notfallmittel gegen Sodbrennen. Speziell für diesen Fall wird Natron heutzutage auch unter der Marke „Bullrich Salz“ verkauft. Einfach einen Esslöffel Natron in einem Glas Wasser auflösen und zügig trinken, damit sich Magensäure schnell neutralisiert – und genau die schmerzt bei Sodbrennen. Natron ist also ein natürliches Arzneimittel zur Neutralisierung der Magensäure, Antazida genannt, und hilft auch bei Verdauungsstörungen und Magengeschwüren. 

DONNA-Tipp: Natron verschafft bei Sodbrennen zwar schnell Abhilfe, ist aber keine Dauerlösung. Bei langanhaltenden Beschwerden sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

3. Kratzer vom Handy-Display entfernen

Obwohl man das neue Smartphone mit Samthandschuhen anfasst, passiert es schneller als man sich versieht: der erste Kratzer im Display. Aber zum Glück gibt es da einen Trick: Mit Hilfe von Backpulver und Wasser beseitigen Sie leichte Kratzer im Handumdrehen aus Ihrem Smartphone-Display. Mischen Sie dazu zwei Teelöffel Backpulver (oder Natron) mit einem Teelöffel Wasser, sodass eine Paste entsteht. Tragen Sie diese nun auf den Bildschirm des Smartphones auf und polieren Sie ihn anschließend in kreisenden Bewegungen mit einem sauberen Tuch. Reinigen Sie das Display anschließend mit einem sauberen, leicht angefeuchteten Tuch. Zum Schluss bringen ein Brillenputz- oder Mikrofasertuch den Bildschirm auf Hochglanz.

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4. Juckreiz bei Insektenstichen mildern

Mückenstiche sind lästig und gerade im Sommer keine Seltenheit. Salben aus der Apotheke lindern zwar den Juckreiz, sind aber gar nicht nötig. Genauso reizlindernd und viel günstiger ist Natron. Wie oben beschrieben bindet Natriumhydrogencarbonat Säure und hat demzufolge eine alkalische Wirkung. Folglich neutralisiert es das säurehaltige Insektengift (von Mücken, Bienen, etc.), bringt den pH-Wert der Haut wieder ins Gleichgewicht und lindert den Schmerz nach einem Stich. Einfach etwas Natron mit Wasser mischen und den Brei auf den Insektenstich oder die irritierte Haut auftragen. Etwa zehn bis 30 Minuten warten und anschließend mit Wasser abwaschen. Diese Anwendung ist sehr hautfreundlich und kann mehrmals täglich – je nach Juckreiz – wiederholt werden. 

5. Lästige Gerüche beseitigen 

Ob lästiger Käsegeruch im Kühlschrank oder Schweißgeruch in den Sportschuhen, der Allrounder Backpulver bindet diese strengen Gerüche und sorgt für neutrale Duftverhältnisse. Im Kühlschrank reicht ein Teller mit Backpulver – einfach über Nacht stehen lassen, bei Bedarf wiederholen. Wenn Sie etwas Backpulver in Ihre Schuhe schütten, verfliegt auch dort der unangenehme Geruch. Genauso übrigens in den Betten und Klos Ihrer Vierbeiner. Keine Sorge, Backpulver ist für Ihre tierischen Lieblinge ungefährlich.

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6. Als Pickel-Killer

Dank seiner entzündungshemmenden und antiseptischen Eigenschaften ist Natron auch ein gutes Hausmittel gegen Hautunreinheiten. Der schnellste Weg, um lästige Pickel loszuwerden, ist die Herstellung einer Paste aus zwei Esslöffeln Backpulver (oder Natron) und zwei Esslöffeln Wasser (oder Zitronensaft). Wer Aktivkohle zuhause hat, kann diese zusätzlich unterrühren. Die Paste direkt auf die unreinen Stellen auftragen, zehn bis 15 Minuten einwirken lassen und anschließend mit warmem Wasser abwaschen. Das Natron trocknet die Haut, indem es das überschüssige Öl bindet und bekämpft so Mitesser und Entzündungen. Die Anwendung sollte aufgrund der austrocknenden Wirkung jedoch nicht täglich angewendet werden. Im Anschluss an eine Gesichtsbehandlung mit Backpulver immer eine milde Feuchtigkeitspflege auftragen.

7. Als natürliche Deo-Alternative

Backpulver, beziehungsweise das darin enthaltene Natron, hilft nicht nur gegen unerwünschte Hautunreinheiten, sondern dient auch als natürliche Alternative zu herkömmlichen Deodorants. Dafür etwas Backpulver mit Wasser oder Zitronensaft mischen, bis eine cremige Paste entsteht. Diese auf die Achseln auftragen, 15 Minuten wirken lassen und danach mit warmem Wasser abspülen. Die alkalische und antibakterielle Wirkung von Natron senkt den pH-Wert an den schwitzenden Körperstellen und neutralisiert unangenehme Gerüche. Zudem absorbiert Backpulver Feuchtigkeit. In Anbetracht der umstrittenen Aluminium-Deodorants ist diese natürliche Alternative aus Backpulver also nicht zu verachten. Für einen angenehmen Duft sorgen Lavendel- oder Kokosöl in der selbstgemachten Deo-Paste.

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8. Wasserkocher entkalken

Irgendwann erwischt es jedes Haushaltsgerät, das regelmäßig mit Wasser in Kontakt kommt: Es setzt Kalk an. Zum Glück gibt es gleich mehrere Methoden, um Wasserkocher und Co. von der lästigen weißen Schicht zu befreien. Backpulver zum Entkalken zu verwenden ist eine davon. Füllen Sie dazu ein Päckchen Backpulver in den Wasserkocher oder die Kaffeemaschine und gießen circa 200 Milliliter Wasser dazu – nicht mehr, da Backpulver in Kombination mit heißem Wasser ordentlich sprudelt. Dann das Gerät anschalten und wie gehabt durchlaufen lassen, bis die Backpulver-Lösung kocht. Mindestens eine Stunde wirken lassen und erst dann wegschütten. 

9. Wäsche weich & weiß bekommen

Weiße Wäsche ganz ohne Chemiekeule geht nicht? Von wegen! Mit Backpulver werden auch die vergrautesten T-Shirts und Hemden wieder weiß. Geben Sie beim nächsten Waschgang einfach ein bis zwei Tütchen Backpulver zu Ihrer Weißwäsche dazu. Das enthaltene Natron sprudelt die Verfärbungen sozusagen aus der Wäsche heraus. Durch Hinzugabe von Essig wird der Reinigungseffekt noch verstärkt. Auch vergilbte Hemdkragen und Flecken können mit Backpulver vorbehandelt werden. Dazu etwas Pulver auf die betroffenen Stellen geben, befeuchten und eine Stunde einwirken lassen. Danach wie oben beschrieben in der Waschmaschine waschen. Natron ist übrigens auch ein guter Ersatz für Weichspüler.

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10. Als Shampoo-Ersatz

Backpulver wäre keine Allzweck-Wunderwaffe, wenn man daraus nicht auch ein schnelles und schonendes Shampoo zusammenmischen könnte. Einfach einen Teil Backpulver zu drei Teilen Wasser geben, die Mischung ins feuchte Haar einmassieren und nach etwa fünf Minuten gründlich ausspülen. Für den Fall, dass keine Zeit für eine Haarwäsche ist, kann das Pulver auch als Trockenshampoo eingesetzt werden. Verteilen Sie das Pulver am fettigen Haaransatz und Scheitel und massieren es ein. Bürsten Sie die Haare anschließend aus und schon sieht die Mähne wieder frisch und voluminös aus.

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11. Fußpilz bekämpfen

Selbst bei Fußpilz bleibt Ihnen der Gang zur Apotheke erspart. Anstatt der teuren Fußpilzsalbe greifen Sie nämlich auf das Allrounder-Hausmittels Backpulver zurück. Ein Fußbad (15 bis 30 Minuten) mit einer halben Tasse Backpulver und ein paar Tropfen Teebaumöl bewirkt wahre Wunder. Oder Sie mischen sich eine Creme aus Backpulver und lauwarmem Wasser und geben diese auf die betroffenen Stellen. Je nach Stärke des Befalls können schon fünf Minuten genügen, um das Problem zu beseitigen. Reiben Sie Ihre Füße anschließend mit Teebaumöl ein – das hilft zusätzlich und macht zarte Füße. 

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12. Silber und Schmuck reinigen

Früher oder später verbleiben auf Silberbesteck- und -schmuck Ablagerungen, die den edlen Stücken ihren Glanz nehmen. Zahnpasta ist eine mögliche Variante für die Reinigung. Die ungewünschten Spuren lassen sich aber auch mit Wasser und Backpulver beseitigen: Vermischen Sie dazu einen Esslöffel des Pulvers mit einem Liter Wasser und legen Sie das zu reinigende Silber hinein. Nach ungefähr einer Stunde in der Backpulver-Lösung lassen sich Besteck und Schmuck wunderbar polieren und erstrahlen in neuem Glanz.

13. Als Peeling für die Haut

Die Haut regelmäßig von abgestorbenen Hautschüppchen zu befreien, sorgt für ein ebenmäßiges und gesundes Hautbild. Laut neuer Erkenntnisse über Mikroplastik sind die meisten Peelingprodukte aus dem Drogeriemarkt aber umweltschädlich und daher nicht zu empfehlen. Die darin enthaltenen Mikroplastikteilchen reichern sich im Abwasser an und gelangen so in Seen, Flüsse und das Meer. Deutlich umweltschonender, günstiger und dabei genauso effektiv ist ein DIY-Peeling aus Zitronensaft, Wasser und Natron. Je nachdem, wie grob das Säure-Peeling sein soll, kann das Verhältnis von Flüssigkeit und Pulver angepasst werden. Die Masse am gesamten Körper verteilen, einreiben anschließend gründlich abduschen. Zurück bleibt weiche Babyhaut.