9 Yoga-Übungen für besseren Sex – 10 Minuten täglich reichen

Yoga ist gut für Körper und Seele. Aber wussten Sie schon, dass auch Ihr Liebesleben davon profitieren kann? Mit diesen neun Yoga-Übungen steigern Sie Ihre Libido und haben mehr Spaß im Bett.

Blonde Frau in weißem Outfit macht im Schlafzimmer vor dem Fenster eine Yoga-Übung mit Katzenbuckel

Yoga stärkt und formt den Körper – auch im Beckenboden- und Genitalbereich. Der erhöhte Energiefluss und die stärkere Blutzirkulation steigern die Libido und können zu intensiveren Orgasmen führen.

Yoga ist ein wahrer Alleskönner: Die mentalen und physischen Übungen bringen Körper und Geist in Einklang, bauen Stress ab, regen die Hormonproduktion an, machen gelenkiger und straffen den Körper. Darüber hinaus verhelfen sie auch noch zu besserem Sex. Eine beruhigte Seele, ein bewusstes Körpergefühl, Ausgeglichenheit und ein trainierter Beckenboden sind nämlich ideale Voraussetzungen, um das Sexleben zu bereichern.

Das „Journal of Sexual Medicine“ hat in einer Studie festgestellt, dass Frauen, die über mehrere Monate täglich Yoga praktizieren, ein höheres Verlangen nach Sex haben und intensivere Orgasmen erleben. Auch die Harvard Medical School führte eine Studie mit 40 Frauen im Alter von 22 bis 55 Jahren durch, die zeigte, dass sich Yoga auf folgende Faktoren positiv auswirkt:

  • Lust
  • Atmung
  • Stimulation
  • Durchblutung
  • Orgasmus
  • Schmerzreduzierung
  • Gesamtzufriedenheit

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Dass das Liebesspiel besser und intensiver erlebt wird, liegt vordergründig an der Tiefenentspannung, die der Körper durch Yoga erfährt. Denn fest steht: Gegen negative Gedanken im Kopf kommt selbst der beste Liebhaber nicht an. Wenn Sorgen und Alltagsstress hingegen vergessen werden können, erhöht sich das Orgasmus-Potenzial um ein Vielfaches. Das Positive: Mit den richtigen Übungen und regelmäßigem Workout reicht sogar eine zehnminütige Yoga-Session am Tag aus, um Ihrem Liebesleben mehr Prickeln zu verleihen. Hier sind neun effektive Yoga-Übungen für besseren Sex.

1. Der herabschauende Hund

Auch wenn es nicht danach aussieht, dient der herabschauende Hund sowohl der An- als auch der Entspannung. Er hat eine beruhigende Wirkung auf das Gehirn und streckt zugleich den gesamten Körper, lockert den Rückenbereich, öffnet die Hüften und fördert die Durchblutung der Geschlechtsorgane.

In den herabschauenden Hund gelangen Sie, indem Sie den Vierfüßlerstand einnehmen: Knien Sie sich hin, stützen Sie die Hände vor sich auf und strecken Sie die Beine durch, sodass sich das Becken nach oben schiebt. Ihr Körper sollte ein umgedrehtes V formen. Die Beine und der Rücken bleiben gerade, während die Fersen Richtung Yogamatte ziehen. Wenn Sie die Beine nicht durchstrecken können, beugen Sie die Knie ein wenig. Wichtig ist, dass der Rücken gerade bleibt. Vertiefen Sie die Dehnung des Rückens, indem Sie die Schulter nach außen ziehen.

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2. Das Kamel

Diese Yoga-Übung beschreibt eine Rückwärtsbeuge, die in erster Linie die Wirbelsäule, Brust- und Bauchmuskeln streckt und den Brustkorb öffnet. Zudem werden Gesäß, Hüfte und Oberschenkel gestärkt, die Geschlechtsorgane stimuliert und der Körper mit Endorphinen durchflutet.

Knien Sie sich aufrecht auf den Boden, die Waden und Oberschenkel sollten einen 90-Grad-Winkel bilden. Stabilisieren Sie das Becken und halten Sie es gerade, während Sie die Schultern und schließlich den gesamten Oberkörper nach hinten lehnen. Legen Sie die Hände auf die Rückseite Ihrer Oberschenkel und spannen Sie den Po sowie die Oberschenkel an. Heben Sie Beckenboden und Brustkorb an und lehnen sich ganz langsam Wirbel für Wirbel nach hinten, bis Sie mit Ihren Händen die Fersen berühren können.

DONNA-Tipp: Das Kamel ist zugegebenermaßen eine nicht allzu einfache Übung. Versuchen Sie daher keine Bewegung oder Beugung zu erzwingen. Sie müssen nicht unbedingt Ihre Füße oder den Boden mit den Händen berühren.

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3. Der Schmetterling

Diese Yoga-Übung ist nicht nur optimal, um sich vom stressigen Alltag zu erholen und den Kopf frei zu bekommen. Der Schmetterling öffnet auch die Hüften, dehnt die Leisten und stärkt die Beckenbodenmuskulatur. Zusätzlich werden die hinteren Oberschenkel gedehnt und der Blutfluss im Unterleib angeregt. Die meisten Lustnerven befinden sich nämlich nicht in der Vagina, sondern im umliegenden Beckenboden. Kräftige und besser durchblutete Beckenbodenmuskeln sorgen dafür, dass Sie den Penis Ihres Partners stärker in sich spüren und den Höhepunkt intensiver erleben.

Setzen Sie sich auf den Boden, die Fußsohlen legen Sie aneinander, der Rücken bleibt aufrecht. Umfassen Sie dann Ihre Fußgelenke mit den Händen und ziehen Sie die Fersen so nah wie möglich zum Körper. Becken und Rücken sollten trotzdem aufgerichtet bleiben. Spannen Sie die Gesäßmuskeln an, um die Haltung zu stabilisieren. Richten Sie sich aus dem unteren Rücken heraus auf und lassen Sie die Knie zum Boden fallen. Erzwingen Sie allerdings nicht, dass die Knie den Boden berühren. Die Entspannung sollte nicht in Schmerz umschlagen.

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DONNA-Tipp: Spannen Sie die Beckenbodenmuskeln auch beim Sex an. Dadurch lässt sich der G-Punkt besser stimulieren und Männer genießen es, wenn ihr Penis besonders fest umschlossen wird.

4. Der Halbmond

Diese Yoga-Übung macht den Kopf frei und fördert sowohl die körperliche als auch seelische Stabilität. Vor allem Anfänger können mit dieser kräftigenden Position sehr gut ihre Aus- und Einatmung trainieren. Gleichzeitig erfährt der Körper durch den Balanceakt ein auftreibendes und vitalisierendes Gefühl. Die Halbmond-Übung bewirkt, dass man ein bewussteres Körpergefühl entwickelt, was wiederum für Selbstbewusstsein und Entspanntheit beim Liebesakt sorgt.

Stellen Sie sich aufrecht hin, die Beine etwa anderthalb Meter auseinander. Drehen Sie nun das rechte Bein und dessen Fuß um 90 Grad nach außen, das linke Bein strecken Sie, während sich die gespreizten Zehen in den Boden drücken. Strecken Sie Ihre Arme seitlich aus und kippen Sie den gesamten Oberkörper gestreckt in Richtung Boden, bis Sie ihn mit der Hand berühren. Der andere Arm ist in die entgegengesetzte Richtung ausgestreckt. Die Arme sollten eine Verlängerung der Schultern bilden. Heben Sie langsam das linke Bein in die Höhe. Ihr Körper ist jetzt wie eine Waage, deren Gleichgewicht von der Hüfte ausgeht.

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5. Der Lotussitz

Für ein erfüllten Sexlebens mit intensiven Lustempfindungen und sinnlichen Orgasmen sind ein gut trainierter Beckenboden und eine beherrschte, tiefe Atmung ausschlaggebend. Für beides sorgt der Lotussitz, der mehr Präsenz beim Liebesspiel verspricht und intime Momente intensivieren kann. Er öffnet die Hüfte, gleicht das Energielevel im Körper aus und wirkt entspannend. Zusammen mit dem Kopfstand zählt diese Yoga-Übung zu den typischsten Asanas. Sie gilt als optimale Sitzhaltung für die Meditation, da sie psychische Stabilität schafft und langes Sitzen ermöglicht, ohne Rückenbeschwerden zu verursachen.

Den Lotussitz erreichen Sie, indem Sie sich aufrecht auf den Boden setzen und einen oder wenn möglich beide Füße auf den Oberschenkeln positionieren. Die Hände können Sie flach und entspannt auf die Oberschenkel legen. Spannen Sie die Beckenbodenmuskeln für einige Sekunden an und hören Sie auf Ihre tiefe und gleichmäßige Atmung. 

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Wie bei allen Yoga-Übungen sollten Sie nichts erzwingen. Wenn Sie nur ein Bein auf dem Oberschenkel positionieren können, ist das völlig ausreichend. Bevor Schmerzen auftreten, sollten Sie lieber auf die Vorübung, den Schmetterling, zurückgreifen.

Übrigens: Die Lotusstellung, auch Lotusblume genannt, ist die 35. Stellung im Kamasutra und ist an den Lotussitz im Yoga angelehnt.

6. Katze und Kuh

Eine weitere Übung, die sich maßgeblich auf den Beckenboden und somit auch auf das Sexleben auswirkt, ist der Wechsel zwischen Katze- und Kuh-Position. Sie entspannt den Rücken, bringt Schwung in die Wirbelsäule, stärkt den Beckenboden und aktiviert den Energiefluss durch den ganzen Körper – auch in den Sexualorganen.

Begeben Sie sich in den Vierfüßlerstand, atmen Sie ein und lassen Sie Ihren Rücken zu einem leichten Hohlkreuz durchhängen, richten Sie dabei Ihren Kopf auf. Beim Ausatmen machen Sie dann einen Katzenbuckel und lassen den Kopf nach unten hängen.

7. Die Schulterbrücke

Diese Yoga-Übung trainiert insbesondere die Dehnfähigkeit der Hüfte, lockert das Becken und stärkt die Oberschenkelmuskeln, was auch bei Aktivitäten im Schlafzimmer hilfreich ist. Außerdem wird die Blutzirkulation gefördert und der Körper mit Energie durchströmt. Zudem hat die Schulterbrücke eine entspannende Wirkung und lässt Sie den Alltagsstress leichter vergessen.

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Legen Sie sich auf den Rücken und stellen Sie Ihre Beine so auf, dass Sie die Fesseln mit Ihren Händen greifen könnten. Legen Sie Ihre Arme aber neben dem Körper ab. Tief einatmen, beim Ausatmen das Becken anheben, der Oberkörper schwebt in der Luft. Das Gewicht liegt bei dieser Übung auf den Schultern und den Füßen. Halten Sie die Position für einige Atemzüge und legen das Becken dann wieder ab. Wiederholen Sie die Übung mehrmals.

8. Das glückliche Baby

Diese Yoga-Position öffnet Hüfte und Leiste, dehnt die Innenseite der Oberschenkel, entspannt die Wirbelsäule und löst Verspannungen. Da insbesondere Schmerzen im unteren Rückenbereich gelindert werden können, ist das glückliche Baby auch eine hilfreiche Yoga-Übung bei Regelschmerzen und Menstruationskrämpfen. Die beruhigende Wirkung geht sogar so weit, dass Stress und Angstzustände positiv beeinflusst werden. Die Herzfrequenz wird in dieser Körperstellung ruhiger.

Legen Sie sich auf den Rücken und winkeln beide Beine an. Die Fußflächen zeigen zur Decke. Umfassen Sie Ihre Fußsohlen von innen mit den Händen und ziehen Sie die Beine in angewinkelter Position zum Oberkörper. Dadurch werden die Hüften und Innenseiten der Oberschenkel geöffnet.

9. Die Taube

Die Taube ist die Yoga-Übung, die am besten und effektivsten die Hüfte öffnet, die Sexualorgane stimuliert und das Becken entspannt. Sie beansprucht sowohl die Oberschenkel als auch den Psoas-Muskel, der sich seitlich über den oberen Oberschenkel und den unteren Rücken zieht und damit Rumpf und Beine verbindet. Trotz intensiver Dehnung wirkt die Position beruhigend und hat etwas Hingebungsvolles.

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Sie winkeln den rechten Unterschenkel an und legen ihn möglichst parallel zur Matte ab. Das linke Bein zeigt lang gestreckt nach hinten. Nun senken Sie den Oberkörper über den rechten Unterschenkel und strecken die Arme lang aus. Ihre Stirn liegt auf der Matte.

Vergessen Sie nicht das Zwischenmenschliche

Die Lockerung und Stärkung der Beckenbodenmuskulatur ist nur einer von vielen Teilaspekten, die dazu beitragen können, dass Sie sich beim Sex entspannter, lustvoller und selbstbewusster fühlen. Neben den rein körperlichen Voraussetzungen sollten zwischenmenschliche Faktoren wie Vertrauen, Respekt und Liebe beim Liebesakt nicht zu kurz kommen. Nur so können Sie ihn in seiner Ganzheit genießen.