Jobsuche 40plus: Mit diesen Tipps überzeugt Ihre Bewerbung

Sie wollen nach Jahren oder sogar Jahrzehnten im selben Job einen beruflichen Neustart wagen? Wir zeigen, worauf Sie bei Bewerbung, Anschreiben und Lebenslauf achten sollten und mit welchen Tricks Sie potenzielle Arbeitgeber von sich überzeugen.

Ein Mann schüttelt einer Frau im Bewerbungsgespräch die Hand

Wenn Sie zum Vorstellungsgespräch eingeladen werden wollen, ist eine professionelle Bewerbung entscheidend. DONNA gibt Tipps, wie Sie Arbeitgeber mit Anschreiben und Lebenslauf überzeugen.

Eine langjährige Arbeitsstelle aufzugeben und sich nach neuen Joboptionen umzusehen ist ein mutiger Schritt – egal ob Sie in derselben Branche bleiben oder sich auf neue Karrierepfade begeben wollen. Vor dem Start in einem neuen Job müssen Sie allerdings eine wesentliche Hürde überwinden: eine überzeugende Bewerbung schreiben, die Ihrem künftigen Chef oder der Personalabteilung signalisiert, dass Sie die richtige Wahl sind. Damit der berufliche Neuanfang gelingt, haben wir wichtige Tipps für Anschreiben und Lebenslauf für Sie zusammengefasst und zeigen, mit welchen Formulierungen und formellen Details Sie Ihre Bewerbung überzeugend gestalten.

Experten-Tipps: Das sollten Sie bei der beruflichen Neuorientierung beachten

Tipps für ein gelungenes Anschreiben – Do's und Don'ts:

Obwohl der Lebenslauf den Erfolg Ihrer Bewerbung maßgeblich mitbestimmt, ist das Anschreiben das A und O einer guten Bewerbung. Das Anschreiben bestimmt maßgeblich mit, welchen ersten Eindruck Sie in einem Unternehmen hinterlassen und kann entscheidend dafür sein, ob Ihren übrigen Bewerbungsunterlagen Beachtung geschenkt wird – oder die Bewerbung auf dem Absage-Stapel oder im E-Mail-Papierkorb landet. Für ein gutes Anschreiben sollte Sie daher nicht nur den Unternehmensnahmen oder Formulierungen per Copy & Paste austauschen. Machen Sie sich die Mühe, für jeden potenziellen Arbeitgeber sorgfältig ein individuelles Anschreiben zu verfassen, in dem Sie auf das jeweilige Unternehmen und Ihre beruflichen Stationen eingehen, die zur ausgeschriebenen Stelle passen. Bereits das Anschreiben sollte Ihre Kompetenz für die Jobausschreibung herausarbeiten.

Tipp: Bei Bewerbungen per E-Mail versäumen es viele Bewerber, ein durchdachtes Anschreiben zu formulieren. Sehen Sie die E-Mail an Personalabteilung oder HR-Verantwortliche unbedingt als digitales Anschreiben, das genauso gewissenhaft verfasst werden sollte wie die Variante in Briefform. Genauso wenig schadet es, Ihr Anschreiben zusätzlich als PDF-Dokument anzuhängen – so geht Ihre Arbeit auch dann nicht verloren, wenn nur der Anhang Ihrer E-Mail-Bewerbung an den zuständigen Ansprechpartner weitergeleitet wird.

Das sollte in keinem Anschreiben fehlen:

  • Eine Kopfzeile mit allen relevanten Kontaktdaten. So schließen Sie aus, dass die Bewerbung an der Formalie scheitert, dass Ihr Anschreiben keinen Kontaktdaten zugeordnet werden kann. In die Adresszeile gehören Name, Adresse, E-Mail-Adresse sowie eine Telefonnummer, unter der Sie ständig erreichbar sind.
  • Darunter sollte rechtsbündig das Datum, linksbündig die Unternehmensadresse mit Namen des zuständigen Ansprechpartners stehen.
  • Eine gute Bewerbung enthält unterhalb der Adressangaben eine Betreffzeile. Hier machen Sie bereits deutlich, wie Sie auf die Stellenanzeige gestoßen sind und müssen dies im Fließtext nicht mehr erläutern, zum Beispiel: „Bewerbung / Ihre Stellenanzeige vom Tag. Monat Jahr auf Xing“.
  • Die Anrede sollte möglichst präzise an den Ansprechpartner Ihrer Bewerbung gerichtet werden. Ist dieser nicht bekannt, hilft ein kurzer Anruf in der Personalabteilung des Unternehmens. Mit einer präzise adressierten Bewerbung zeigen Sie, dass Sie sich mit der Stelle und Ihren potenziellen Vorgesetzten befasst und sich bemüht haben, den richtigen Ansprechpartner zu ermitteln.
  • Ein knackig formulierter Einstiegssatz weckt das Interesse der Personalverantwortlichen, weiterzulesen. Gehen Sie direkt darauf ein, weshalb Sie sich bei dem Unternehmen bewerben. Haben Sie von einem spannenden Projekt gelesen, das Sie neugierig gemacht hat? Hat Sie eine News oder Information auf der Unternehmens-Website angesprochen? Mit präzisierten Formulierungen zeigen Sie zugleich, dass Sie keine Massenbewerbung schicken, sondern sich intensiv mit dem Unternehmen und dem Jobprofil auseinandergesetzt haben.
  • Der Hauptteil des Anschreibens stellt Ihre Kompetenzen für die ausgeschriebene Stelle anhand konkreter Beispiele aus Ihrer bisherigen beruflichen Laufbahn dar. Also statt „Ich bin teamfähig“ genauer beleuchten, weshalb Sie in dieser Eigenschaft geschult sind: „Die tägliche Zusammenarbeit mit einem fünfköpfigen Team hat gezeigt, dass…“. Darauf folgt ein kurzer Absatz, welchen Mehrwert Sie dem Arbeitgeber im Falle einer Anstellung bringen.
  • Ein guter Bewerber zeigt anhand einzelner Anekdoten aus bisherigen Berufsstationen, dass er die ideale Besetzung für die ausgeschriebene Stelle ist. Erinnern Sie sich an ein persönliches Erfolgserlebnis? Konnten Sie eine scheinbar ausweglose Situation dank besonderem Einsatz und Motivation doch noch zum Guten wenden? Dann gehören diese Geschichten in Ihr Anschreiben!
  • Im Schlussteil des Anschreibens bedanken Sie sich für das Interesse und betonten, dass Sie sich über eine Einladung zu einem persönlichen Gespräch freuen würden.
  • Die Unterschrift sollte unbedingt handschriftlich erfolgen. Eine eingescannte Unterschrift wirkt unprofessionell und erweckt den Eindruck, als hätten Sie sich mit der Bewerbung keine große Mühe gemacht.

Jobsuche ab 40: So steigern Sie Ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt

Das kommt nicht ins Anschreiben:

  • Eine Übersicht aller beruflichen Stationen hat im Anschreiben nichts zu suchen – dafür gibt es den Lebenslauf. Nur relevante Berufserfahrungen gehören ins Anschreiben. Der Familienstand ist nicht zwingend notwendig, wird im Lebenslauf aber auch nicht als Makel erachtet.
  • Unpräzise Sätze, wie „Hiermit bewerbe ich mich als xy“, „bezugnehmend auf Ihre Stellenanzeige vom Datum xy“. Erwähnen Sie stattdessen von Anfang des Schreibens an gezielt, weshalb Sie das jeweilige Unternehmen reizt. Ebenso verpönt sind Floskeln wie „Ich interessiere mich sehr für“, „Mit großem Interesse…“, „Mit großer Freude…“. Bringen Sie direkt zur Sprache, welche konkrete Tätigkeit im Unternehmen Ihre Neugierde geweckt hat und streichen Sie leere Worthülsen und verallgemeinernde Aussagen.
  • Der Konjunktiv sollte sparsam bis gar nicht verwendet werden. Beispiel: „Habe ich Ihr Interesse geweckt? Dann freue ich mich auf ein persönliches Gespräch.“ statt „Über ein persönliches Vorstellungsgespräch würde ich mich sehr freuen.“ Mit einer aktiven Formulierung signalisieren Sie Selbstsicherheit und Stärke.
  • Unverständliche, inhaltsleere Schachtelsätze hinterlassen keinen guten Eindruck. Besser: kurze, prägnante Sätze mit Inhalt.
  • Klagen und Lästereien über Ihren bisherigen Job und Ihren Arbeitgeber sind unprofessionell und gehören keinesfalls in das Anschreiben zu einer professionellen Bewerbung.

Tipps für einen gelungenen Lebenslauf – Do's und Don'ts:

Seit Ihrer letzten Bewerbung hat sich auf dem Arbeitsmarkt vermutlich einiges getan: Vor allem in den letzten zehn bis 15 Jahren sind viele Methoden, die einst als Nonplusultra im Curriculum vitae galten, veraltet. Wer sich von den Anforderungen an einen modernen und seriösen Lebenslauf überfordert fühlt, ist mit einem Muster-Lebenslauf gut beraten. Viele Karriere-Websites bieten sogar kostenlose Form-Dokumente zum Download an, in die Sie lediglich alle persönlichen Daten und beruflichen Stationen in ein bereits bestehendes Layout eintragen müssen. Nehmen Sie jedoch nicht das erstbeste Suchergebnis bei Google. Nutzen Sie optisch ansprechende, moderne Vorlagen. Ansonsten gilt für den perfekten Lebenslauf heutzutage die Regel „weniger ist mehr“. Länger als zwei DIN A4-Seiten sollte Ihr Lebenslauf nicht werden. Im Zweifelsfall: kürzen!

Formatierungs-Tipp: Anders als vor einigen Jahren wird der tabellarische Lebenslauf in umgekehrter Reihenfolge verfasst – diese Information ist für einen Personaler schließlich ausschlaggebend für die Einstufung Ihrer Bewerbung. Das bedeutet, dass Ihre aktuelle Berufserfahrung ganz oben steht. Jobstationen, Abschlüsse und Ausbildungen, die weiter in der Vergangenheit liegen, kommen ganz zum Schluss. Wer bereits seit 30 Jahren arbeitet, sollte Stationen wie der Schulbildung und Hochschule nicht mehr als zwei Zeilen widmen.

Das sollte in keinem Lebenslauf fehlen:

  • In den Lebenslauf gehören der volle Name, Geburtsdatum und Geburtsort, Adresse, Telefonnummer und E-Mail-Adresse.
  • Relevante Berufserfahrungen, das bedeutet: Wenn Sie gelernte Kosmetikerin sind, sich nach einer beruflichen Neuorientierung aber für die Verlagsbranche entschieden haben, sollten Sie Ihre Erfahrungen im ersten Berufsweg nicht verschweigen, jedoch nicht zu ausführlich darstellen. Für eine Bewerbung im Verlagswesen sind diese Informationen irrelevant und kosten in Ihrem Lebenslauf unnötig Platz, den Sie mit relevanteren Kompetenzen füllen könnten.
  • Viel wichtiger als die Abschlussnote Ihrer Hochschule in den 80er-Jahren sind relevante Fort- und Weiterbildungen, vor allem wenn diese thematisch zur ausgeschriebenen Stelle passen.
  • Ehrlichkeit über längere Abwesenheiten/Auszeiten: Wenn Sie in Ihrem alten Job vier Wochen Resturlaub hatten, müssen Sie diese Information nicht als Lücke im Lebenslauf aufführen. Diese Phase lässt sich zeitlich noch der alten Stelle zuordnen. Alle Phasen, die jedoch länger als zwei Monate andauern und in denen Sie keine Art von Job, Fort- bzw. Weiterbildung, Wiederaufnahme des Studiums oder Ähnliches absolviert haben, sollten als Auszeiten in den Lebenslauf aufgenommen werden. Ehrlichkeit kommt immer gut an: Sie haben sich nach der Geburt Ihres ersten Kindes eine einjährige Auszeit gegönnt, um sich voll und ganz dem Familienzuwachs zu widmen? Dann führen Sie die Elternzeit in Ihrem Lebenslauf auf. Auch ein Sabbatical, also eine berufliche Auszeit für eine mehrmonatige Reise oder Neuorientierung, wird heute von den meisten Arbeitgebern ohne unangenehme Fragen toleriert. In einer Welt, in der viele Unternehmen nicht mehr zukunftsfähig sind und eine Insolvenz von heute auf morgen angemeldet werden kann, wird auch Arbeitslosigkeit nicht mehr als berufliche Schwäche gesehen. Seien Sie jedoch ehrlich und nutzen Sie diese Phasen – sowohl in Ihrer tatsächlichen Arbeitslosigkeit als auch auf dem Papier – für Weiterbildungen, von denen Sie künftig profitieren können.
  • Sparsam gestreute, gut durchdachte Angaben zu Soft Skills und Hobbys machen Ihren Lebenslauf zu einer runden Sache. Beschränken Sie sich jedoch auf relevante Informationen. Bewerben Sie sich etwa für eine Position als Projektmanagerin, ist die ehrenamtliche Organisation eines Filmfests von Bedeutung. Wer im Sportverein einen Mannschaftssport ausübt, beweist Teamfähigkeit.
  • Fremdsprachenkenntnisse sind wichtig, auch hier sollten Sie jedoch auf Relevanz zu setzen. Wer eine Woche lang mit einer Sprach-App Türkisch gelernt hat, aber kein Wort sprechen kann, sollte dies nicht als Sprachkenntnisse im Lebenslauf anführen.
  • Bewerbungsprofis schätzen ein Bewerbungsfoto im Lebenslauf eher als negativ ein – schließlich könnte der neue Arbeitgeber sich bei der Besetzung der Stelle von optischen Kriterien beeinflussen lassen. Dennoch erwartet aktuellen Umfragen zufolge die Mehrheit der deutschen Arbeitgeber immer noch einen Lebenslauf mit Foto.

Das kommt nicht in den Lebenslauf:

  • Der Beruf Ihrer Eltern ist heutzutage irrelevant. Auch Ihren Mädchennamen sollten Sie nicht erwähnen.
  • Wenn Sie sich nicht bei einem religiösen Arbeitgeber bewerben, gehört die Religionszugehörigkeit nicht in den CV.
  • Als Bewerberin jenseits der 30 wird es vielen Arbeitgebern seltsam vorkommen, wenn Sie im Lebenslauf Ihre Abiturnote aufführen.