Black Friday: 3 Gründe, weshalb die Schnäppchen sich nicht lohnen

Ursprünglich ist der „Black Friday“ eine amerikanische Erfindung. Inzwischen werben auch On- und Offlinehändler in Deutschland mit vielversprechenden Rabatten am Freitag nach Thanksgiving. Warum die Schnäppchenjagd sich weniger rentiert, als man denkt – und wie Sie den Shopping-Tag dennoch clever nutzen.

Verschwommene Aufnahme einer Frau mit Einkaufstüten, die am Black Friday in einem Einkaufszentrum unterwegs ist

Am „Black Friday“ locken Geschäfte und Onlineshops mit vielversprechenden Rabattaktionen. Wer echte Schnäppchen erwischen will, sollte seine Einkäufe allerdings gut planen.

US-Konzerne wie Amazon und Apple brachten Amerikas größten Shopping-Feiertag nach Europa: Seit einigen Jahren fiebern auch deutsche Verbraucher dem sogenannten „Black Friday“ entgegen, um Elektronik, Mode, Kosmetik und Co. zu supergünstigen Preisen zu ergattern. Am 23. November 2018 locken Händler im On- und Offline-Geschäft erneut mit scheinbar unschlagbaren Rabattangeboten. Was die wenigsten wissen: Viele der mutmaßlichen Schnäppchen lohnen sich eigentlich gar nicht. DONNA Online erklärt, weshalb Sie auf das große Black-Friday-Shopping getrost verzichten können – und wie Sie den Aktionstag trotzdem sinnvoll nutzen können.

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Woher kommt der Black Friday überhaupt?

Wie bei vielen Trend-Feiertagen wie Halloween oder dem Valentinstag sind die Amerikaner beim Black Friday die Vorreiter: In den USA gilt der erste Freitag nach Thanksgiving, dem amerikanischen Erntedankfest, traditionell als konsumstärkster Tag des gesamten Jahres – der Name kommt von den schwarzen Zahlen, die Händler an diesem Freitag verzeichnen. Der Shopping-Feiertag, der immer im Zeitraum zwischen 21. November und 2. Dezember und 2018 am 23. November stattfindet, leitet die Einkaufssaison für Weihnachten ein. Historisch betrachtet ging der „Schwarze Freitag“ jedoch als dunkler Tag in die US-Geschichte ein: Ursprünglich bezeichnete „Black Friday“ den Tag des großen Börsencrashes in New York am 29. Oktober 1929, mit dem die Weltwirtschaftskrise begann.

In den USA nimmt der Black Friday ein Ausmaß an, von dem wir hierzulande noch entfernt sind: Dort zelten Shopping-Begeisterte teilweise in der Nacht auf den Schwarzen Freitag vor Elektrogroßmärkten und Co., um im Zuge des Aktionstages möglichst viele reduzierte Produkte abzugreifen. Der Montag nach dem Black Friday wird in Amerika und inzwischen auch Europa ebenfalls groß Termin für besonders günstige Schnäppchen beworben: Der „Cyber Monday“  lockt vor allem beim Onlineshopping mit Rabattaktionen.

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3 Gründe, weshalb sich die Schnäppchenjagd am Black Friday nicht lohnt

Sie liegen schon jetzt auf der Lauer, wo es die besten Black-Friday-Angebote geben wird und führen bereits lange Wunschlisten? Dann sollten Sie Ihre Einkaufspläne nochmal gut überdenken – und die Schnäppchen-Strategie von Onlineshops, Mode- oder Elektrohandelsketten kritisch hinterfragen:

1. Preisschwindel

Die Versuchung, am Black Friday zuzuschlagen, ist groß. An diesem Tag gibt es die Digitalkamera einmalig um 100 Euro reduziert und die Designer-Handtasche, mit der Sie schon lange liebäugeln, um ganze 40 Prozent günstiger. Das Problem: Viele Konsumenten recherchieren vorab nicht, ob der angepriesene Originalpreis stimmt. Tatsächlich schummeln viele Händler, indem sie einen höheren Ursprungspreis angeben. Da kostet die Markenkamera dann regulär angeblich 800 Euro, obwohl ihr Preis zuvor bei 600 Euro lag. Zusätzlich schlägt unser eigenes Gehirn uns ein Schnippchen, das beim Anblick der plakativen, meist leuchtend rot markierten Sale- und Rabatt-Schildchen in den Alarm-Modus wechselt und uns gnadenlos in die Rabattfalle tappen lässt.

Zudem setzen Onlinehändler die Käufer häufig mit virtuellen Countdowns unter Druck und zwingen sie auf diese Weise quasi dazu, das Produkt möglichst schnell in den Warenkorb zu legen – schließlich gilt das sagenhaft günstige Angebot angeblich nur noch 60 weitere Minuten. Lassen Sie sich von derartigen Tricks nicht verunsichern und wenden Sie sich im Zweifel lieber an einen Fachhändler mit seriöseren Verkaufsmethoden, in dessen Onlineshop Sie sich in Ruhe umsehen und zum geplanten Kauf informieren können.

2. Sinnlose Einkäufe

Die große Gefahr bei Mega-Rabattaktionen wie dem Black Friday: Sie kaufen Dinge, die Sie eigentlich gar nicht brauchen – und die vor der Sichtung des Sparangebotes auch nicht auf Ihrer Einkaufsliste standen. So geben Sie im Endeffekt mehr Geld aus als geplant, selbst wenn Sie die einzelnen Teile vielleicht günstiger als zu ihrem regulären Preis gekauft haben. Auf diese Weise kommen Fehlkäufe zu Stande, die nie oder kaum getragen oder benutzt irgendwann wieder aussortiert werden.

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3. Profit für Marktführer

Meist sind es die „Big Player“, zum Beispiel Onlineshop-Riesen oder überregionale Modeketten und Technikgroßhändler, die Profit aus Black-Friday-Aktionen schlagen. Kleinere, regionale Einzelhändler dagegen können es sich in der Regel nicht leisten, bei den satten Preisvergünstigungen im Rahmen des Shopping-Tages mitzuziehen. Setzen Sie ein Zeichen, indem Sie die übertriebenen Schnäppchenangebote der Marktführer an eigens dafür kreierten Aktionstagen wie dem Black Friday nicht unterstützen.

Überkonsum: Ein reales Problem der Deutschen

Wer bewusst einkauft und anstatt auf Wegwerfware auf langlebige Produkte setzt, trägt zumindest einen kleinen Teil bei, um gegen übermäßigen Konsum anzugehen. Und der ist in Deutschland ein ernstzunehmendes Problem: Laut einer Studie der Umweltorganisation Greenpeace hingen im Jahr 2016 in deutschen Kleiderschränken 5,2 Milliarden Kleidungsstücke. 40 Prozent davon, also etwa zwei Millionen Tonnen Kleidung, wurden kaum oder überhaupt nicht getragen.

Die Studie offenbart außerdem, dass High-Tech-Elektronik wie Smartphones oder Tablets in unserer Gesellschaft mittlerweile zu Wegwerfprodukten geworden sind: 78 Prozent der Deutschen ersetzten ihr vorhandenes Gerät durch einen Neukauf, anstatt es reparieren zu lassen. Überdenken Sie den Kauf des neuesten Smartphones lieber noch einmal, bevor Sie sich zu einem Schnäppchenkauf verleiten lassen. Denn immer häufiger steht die sogenannte geplante Obsoleszenz einem nachhaltigen Konsumverhalten im Wege. Dieser Ausdruck bezeichnet die Strategie, Produkte gezielt mit einer kurzen Lebensdauer, die etwa durch eingebaute Mängel erzeugt wird, auf den Markt zu bringen. Wenn die Akkus elektronischer Geräte beispielsweise nach nur zwei Jahren beginnen, sich grundlos innerhalb kürzester Zeit zu entleeren, regt das die Konsumenten dazu an, sich regelmäßig ein neues Teil zu kaufen. Was gegen diese Wegwerfstrategie hilft? Sich mit den einzelnen Herstellern kritisch auseinandersetzen und einen möglichst seriösen Anbieter ausfindig machen. Oder: sich bei Freunden, in der Nachbarschaft oder bei einer Werkstatt erkundigen, ob bastelfreudige Technikliebhaber das alte Smartphone doch wieder zum Laufen bekommen.

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Einkaufstipps: Wie Sie vernünftiger mit dem Black Friday umgehen können

Grundsätzlich sind nicht alle Rabattangebote im Rahmen von Aktionstagen wie dem Black Friday oder der Cyber-Monday-Week schlecht. Wenn Sie schon seit längerer Zeit eine größere Anschaffung planen oder auf der Suche nach Weihnachtsgeschenken sind, können Sie mit guter Recherche und ein wenig Planungsgeschick ordentlich Geld sparen – beispielsweise indem Sie folgende Tipps beachten:

Listen führen

Machen Sie sich bereits vor dem Surfen im Web oder Einkaufsbummel am Black Friday Notizen: Nach welchen Produkten halten Sie Ausschau und was ist Ihr maximales Budget pro Teil? Wenn Sie versucht sind, eigentlich unnötige oder überteuerte Ware wegen eines saftigen Rabattes zu kaufen, holt Sie der Blick auf die Liste wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Noch besser: Nehmen Sie Ihre beste Freundin oder Ihren Partner mit auf die Shoppingtour. Schlagen Sie bei Ihren Black-Friday-Einkäufen über die Stränge, kann er oder sie Sie einbremsen und an Ihre Vorsätze erinnern.

Vergleichsportale nutzen

Den neuen Toaster für 80 Euro in den Warenkorb legen? Halt. Bevor Sie bei einem Black-Friday-Schnäppchen zuschlagen, ist eine ausgiebige Recherche ratsam. Informieren Sie sich über den tatsächlichen Marktwert des Produkts auf Vergleichsportalen im Internet und finden Sie so heraus, ob es sich bei dem Angebot auch wirklich um die günstige Kaufoption handelt.

Budgetgrenzen setzen

Legen Sie vorab fest, wie viel Sie bereit sind auszugeben und welcher Preis für das Wunschprodukt in einem realistischen Rahmen liegt. So können Sie sich selbst bremsen und sich Ihr Einkaufsbudget in Erinnerung rufen, wenn Sie ein überteuertes Angebot in Versuchung führt.

Auf die neueste Version verzichten

Klar ist es toll, einen brandneuen Flachbildfernseher im Wohnzimmer stehen zu haben. Aber muss das wirklich sein – oder ist das Vorgängermodell im Zweifel genauso gut und noch dazu günstiger? Recherchieren Sie vor allem bei hochpreisiger Technik die verfügbaren Modellvarianten und vergleichen Sie die Leistungen der einzelnen Geräte. Häufig sind Produkte, die frisch auf den Markt gekommen sind, nicht zwangsläufig besser als ihre Vorgänger und werden genau aus diesem Grund von Händlern reduziert angeboten.

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Qualität statt Quantität

Sie wollen bei Ihrer Lieblingsmodekette unbedingt in den Genuss eines Spar-Deals kommen, brauchen aber eigentlich keine neue Kleidung? Entweder bleiben Sie standhaft und kaufen gar nichts. Oder Sie schließen mit sich selber zumindest den Kompromiss, nur ein oder zwei hochwertige Basics anstatt mehrerer Trendteile zu kaufen. So widersetzen Sie sich zwar nicht komplett der Konsummentalität, reduzieren aber zumindest Ihre Ausgaben und tragen die Kleidungsstücke vermutlich länger als kurzlebige „Fast Fashion“. Wer allerdings wirklich nachhaltig(er) leben und konsumieren will, sollte am Black Friday gar nicht erst einkaufen. 

Dinge kaufen, bei denen sich die Ersparnis lohnt

In der Tat gibt es Produkte, bei denen sich Rabattangebote – auch vor und nach dem Black Friday – lohnen können, beispielsweise Designermode, Echtschmuck, Lederwaren oder hochpreisige Kosmetik. Wenn Sie beispielsweise Fan von luxuriöser Naturkosmetik sind, kann es sich rentieren, nach speziellen Angeboten zu suchen, um Ihre liebste Tagescreme um einiges günstiger zu ergattern. Auch Schmuck aus Silber, Gold oder Platin ist alleine aufgrund des hohen Materialwerts im regulären Handel kostspielig. Folgen Sie Ihren liebsten Labels auf Facebook sowie anderen Social Media-Kanälen oder abonnieren Sie den Newsletter, um rechtzeitig über Reduzierungen oder Rabattcodes informiert zu werden und Ihr Wunschprodukt so deutlich günstiger einzukaufen.

Mängel bei vorhandenen Produkten ausbessern

Zu guter Letzt ein Tipp, den man sich im Konsumalltag häufiger vor Augen führen sollte: Fragen Sie sich, ob Sie ein ähnliches Teil nicht ohnehin schon besitzen, bevor Sie am Black Friday einen Neukauf tätigen. Und ziehen Sie in Erwägung, beschädigte oder mangelhafte Stücke ausbessern und reparieren zu lassen, anstatt im Zuge einer Rabattaktion ein Neuprodukt zu kaufen: Die Sohlen Ihrer liebsten Winterstiefel sind abgelaufen? Ein Schuster kann helfen. Das Küchenradio hat eine lose Antenne? Wie wäre es mit einem Hilfeaufruf bei einem Nachbarschaftsportal, um einen Hobbybastler zu finden, der das Gerät für ein paar Euro repariert? Wer über Recycling- und Upcycling-Methoden nachdenkt, anstatt ständig neu zu kaufen, konsumiert automatisch nachhaltiger. Auch Second-Hand-Plattformen und Online-Marktplätze sind ein umweltfreundlicher Weg, um an Haushaltsgegenstände, Elektrogeräte und Co. zu kommen, die häufig fast wie neu und wesentlich günstiger als im Handel sind.