Datenschutz: 5 Tipps für einen sicheren Umgang mit Facebook

Teilen, wo man gerade ist, Nachrichten senden, Urlaubsfotos hochladen: Facebook bietet seinen Nutzern viele praktische Funktionen und wird in der Altersgruppe 40plus immer beliebter. In puncto Datenschutz steht das soziale Netzwerk aber immer wieder in der Kritik. DONNA Online zeigt, wie Sie Ihr Facebook-Profil sicher(er) machen und sich vor Datenmissbrauch schützen können.

Frau über 40 mit blauem Pullover sitzt lächelnd am Laptop

Wer sicher auf Facebook surfen will, sollte einige Datenschutzaspekte beachten – und die persönlichen Privatsphäre-Einstellungen gezielt anpassen.

Mit über einer Milliarde Nutzern weltweit ist Facebook eines der größten sozialen Netzwerke, das von seiner Community ständig mit riesigen Datenmengen gespeist wird. Über ihr privates Profil haben User die Möglichkeit, private Fotos und Videos hochzuladen, Interessen zu teilen oder sich mit Freunden, Bekannten und Unternehmen zu vernetzen – um nur einige der zahlreichen Funktionen des Social Networks zu nennen. Mittlerweile gehören auch der Instant-Messaging-Dienst WhatsApp sowie die Online-Plattform Instagram, auf der Nutzer Bilder und Videos teilen können, zu dem US-Konzern.

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Dass die von Facebook gespeicherten Nutzerdaten nicht ausreichend geschützt werden, bewies zuletzt der Cambridge Analytica-Datenskandal, bei dem im Frühjahr 2018 öffentlich wurde, dass das britische Datenanalyseunternehmen Cambridge Analytica unerlaubterweise an die persönlichen Daten von bis zu 87 Millionen Facebook-Nutzern gelangt war – darunter auch rund 310.000 deutsche User. Dagegen, dass Sicherheitsmängel bei der Datenverarbeitung in Unternehmen, aber auch sozialen Netzwerken wie Facebook bestehen und für die User teils nur schwer nachvollziehbar ist, was mit ihren privaten Daten passiert, geht auch die Europäischen Grundverordnung zum Datenschutz vor: Die DSGVO legt seit 25. Mai 2018 EU-weit einheitlich strengere Datenschutzstandards fest und sieht deutlich höhere Strafen für Verstöße vor.

Wie Sie besser verstehen können, wie die Sicherheits- und Privatsphäreeinstellungen auf Facebook funktionieren und welche Möglichkeiten Sie haben, Ihren Account und Ihre persönlichen Daten zu schützen, fasst DONNA Online mit fünf Tipps für Sie zusammen.

5 Tipps für einen sicheren Umgang mit Facebook

1. Passwort regelmäßig ändern und Geräte checken

Um Ihr Facebook-Konto so sicher wie möglich zu nutzen, sollten Sie in regelmäßigen Abständen Ihr Passwort ändern. Das Kennwort sollte dabei aus einer immer wieder anders aufgebauten Kombination aus Zahlen, Buchstaben und Satzzeichen bestehen und sich von Passwörtern unterscheiden, die Sie für andere Konten (z.B. Ihr E-Mail- oder Bankkonto) verwenden.

Um Ihr Profil vor unerlaubten Zugriffen zu schützen oder diese zu erkennen, können Sie unter „Einstellungen“ einen Blick in die Rubrik „Sicherheit und Login“ werfen. Beim Unterpunkt „Wo du derzeit angemeldet bist“ sind die Geräte aufgelistet, die aktuell oder kürzlich mit Ihren Login-Daten bei Facebook aktiv waren. Entdecken Sie einen unerlaubten Zugriff, etwa in einer anderen Stadt, haben Sie die Möglichkeit, dies zu melden. Facebook prüft daraufhin Ihr Profil und meldet, ob es sich tatsächlich um einen unerlaubten Zugriff handelt. Im Anschluss haben Sie die Möglichkeit, Ihr Passwort direkt zu ändern. Darüber hinaus können Sie sich per Mail, Facebook-Benachrichtigung oder Messenger-Nachricht benachrichtigen lassen, wenn ein Login über ein unbekanntes Gerät festgestellt wird.

2. Kontrollieren, wer welche Informationen sehen kann

In der Rubrik „Privatsphäre“ können Sie festlegen, welche Personen Ihre Facebook-Beiträge und persönlichen Informationen sehen können. Wenn Sie verhindern möchten, dass Fremde Einblick in Ihre Daten, Fotos oder Freundesliste haben, können Sie einstellen, dass Ihre Aktivitäten anstatt „Öffentlich“ nur an „Freunde“, „Freunde außer“, „Nur ich“ oder „Benutzerdefiniert“ angezeigt werden. Die benutzerdefinierte Einstellung ermöglicht es Ihnen, selber zu bestimmen, wem Sie welche Inhalte zugänglich machen wollen. Sie können Ihre Facebook-Freunde in Freundeslisten einteilen, die beispielsweise nur Familienmitglieder oder nur Arbeitskollegen beinhalten, und so gezielt steuern, welcher Freundesliste Sie Informationen, Bilder oder Videos zeigen.

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3. Suchmaschinen-Präsenz einschränken

Möchten Sie von Suchmaschinen wie Google oder Yahoo außerhalb von Facebook nicht gefunden werden, können Sie dies ebenfalls in Ihrem Profil einstellen: Unter „Einstellungen“ finden Sie in der Rubrik „Privatsphäre“ die Frage „Möchtest du, dass Suchmaschinen außerhalb von Facebook dein Profil anzeigen?“. Wählen Sie hier „Nein“ an, kann Ihr Facebook-Profil nur in Facebook direkt gefunden werden.

4. Rechte von Apps und Anwendungen einschränken

Sie müssen nicht unbedingt selbst eine App oder andere Facebook-Funktionen nutzen, damit Ihre Daten in die Hände Dritter gelangen. Wenn Ihre Facebook-Freunde Apps oder Anwendungen von Drittanbietern verwenden, ist es diesen Unternehmen möglich, auch über Sie Informationen zu erhalten. Das geschieht, indem die externe Anwendung die Freundesliste Ihrer Facebook-Freunde ausliest – und damit auch die dazugehörigen Informationen zu Ihrem Nutzerprofil. Darauf haben Sie selbst zwar keinen Einfluss, allerdings können Sie Ihre eigenen Einstellungen so anpassen, dass Sie die Privatsphäre Ihrer Freunde schützen.

Unter dem Reiter „Apps und Webseiten“ bei „Einstellungen“ sehen Sie alle Apps, die aktuell Informationen aus Ihrem Profil entnehmen können. Aktive Apps und Webseiten können Sie mit einem Klick deaktivieren oder die Zugriffsrechte anpassen. Ihr öffentliches Profil müssen Sie, sofern Sie die App nicht grundsätzlich deaktivieren wollen, in jedem Fall bereitstellen. Ihre Freundesliste und E-Mail-Adresse können Sie für die App jedoch deaktivieren. Zudem können Sie einstellen, ob Ihre Facebook-Freunde sehen dürfen, dass Sie die App verwenden.

Deaktivieren Sie den Unterpunkt „Apps, Webseiten und Spiele“ ganz, können Sie sich mit Facebook nicht mehr bei externen Webseiten anmelden und riskieren, dass Ihre bestehenden, mit Facebook verknüpften Konten, gelöscht werden – minimieren zugleich aber auch das Risiko, Opfer von Datenklau zu werden.

5. Kritisch sein, welche Freundschaften man annimmt

Nicht jede Facebook-Freundschaftsanfrage ist echt: Viele Betrüger erstellen Fake-Profile, die lediglich auf Datenklau aus sind. Das geschieht vor allem durch Nachrichten, die der neue „Freund“ schickt: Oftmals senden Betrüger Links, die Viren enthalten und es ihnen ermöglicht, das Facebook-Profil des betroffenen Nutzers zu hacken. Sobald dies geschieht, posten Betrüger im Namen des Opfers Links per Statusupdate oder Privatnachricht und locken so viele andere User ebenfalls in die Falle.

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