7 Fehler, die jeder im Supermarkt macht (und wie man sie vermeidet)

Wir tun es täglich und meist, ohne groß darüber nachzudenken. Dabei lässt sich beim Einkaufen nicht nur jede Menge Geld sparen, sondern auch Lebensmittelverschwendung und sinnloser Plastikmüll vermeiden. Sieben typische Supermarkt-Fettnäpfchen – und wie Sie ihnen aus dem Weg gehen.

Frau 40plus mit blondem Kurzhaarschnitt und Brille greift in der Obstabteilung eines Supermarkts zu frischen Kirschen

Nicht nur in der Obstabteilung passieren jede Menge Einkaufsfehler, die auf Dauer teuer werden können und die Umwelt belasten.

Wofür verwenden die Deutschen den Großteil ihres monatlichen Einkommens? Laut der Bundeszentrale für politische Bildung machten die Ausgaben für Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren 2016 rund 342 Euro, also 14 Prozent des durchschnittlichen Monatsbudgets in deutschen Privathaushalten aus. Neben den Kosten für Wohnen, Wohnungsinstandhaltung und Energie (877 Euro) sind Genuss- und Lebensmittel damit der zweitgrößte Posten auf der Liste der monatlichen Konsumausgaben, der jede Menge Sparpotenzial bietet. Denn einerseits herrscht in den Supermärkten der Bundesrepublik ein für Verbraucher kaum überschaubares Überangebot mit zahlreichen Mogelpackungen und überteuerten Produkten. Andererseits landen jeden Tag tonnenweise genießbare Nahrungsmittel im Müll – und das oft, weil bereits beim Einkaufen Fehler gemacht werden.

DONNA Online fasst sieben häufige, auf Dauer teure und umweltschädliche Einkaufsfehler im Supermarkt für Sie zusammen und zeigt, wie es besser geht.

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1. Hungrig einkaufen

Mit knurrendem Magen in den Supermarkt zu gehen ist nie eine gute Idee. Denn in diesem Zustand sind wir besonders anfällig für Spontankäufe, die weder dem Geldbeutel noch dem Kalorienkonto guttun. Das Hungergefühl sorgt dafür, dass man viel zu viel einkauft – und zwar nicht nur gesunde, frische Lebensmittel, sondern bevorzugt Fertigprodukte, Süßigkeiten und anderes Junkfood. Genehmigen Sie sich vor dem Lebensmittelkauf lieber noch einen kleinen Snack, beispielsweise eine Banane oder einen Müsliriegel. Dann wird der Einkauf entspannter, der Wagen nicht zu voll und und Sie vermeiden unnötige „Heißhungerkäufe“, die Sie später bereuen.

2. Ohne Einkaufszettel in den Supermarkt gehen

Sie finden Einkaufslisten grundsätzlich spießig? Machen Sie vor dem nächsten Trip in den Supermarkt trotzdem einmal eine gründliche Bestandsaufnahme, welche Lebensmittel in Kühlfach, Tiefkühltruhe, Vorratsschränken und Speisekammer fehlen. Sie werden überrascht sein, wie viel weniger Produkte im Einkaufswagen landen – und wie viel mehr im Geldbeutel bleibt. Denn wer mit einem Einkaufszettel durch die Supermarktregale streift, hat vor Augen, was genau gekauft werden muss und fällt weniger leicht auf vermeintliche Schnäppchen und Sonderangebote herein. Planen Sie am besten schon im Voraus, welche Mahlzeiten Sie in den nächsten Tagen kochen möchten und welche Zutaten Sie dafür benötigen. Das spart Geld und ermöglicht gezieltes Suchen, anstatt planlos einfach alles mitzunehmen, worauf man gerade Lust hat. Einfache Regel: Nahrungsmittel, bei denen Sie nicht sicher sind, wann und wofür Sie sie brauchen, wandern zurück ins Regal. Oder Sie wählen eingefrorene, abgepackte oder gut portionierbare Produkte, die länger haltbar sind und nicht direkt in die Tonne wandern, wenn sie nicht schnell genug verbraucht werden.

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3. Abgepacktes Fleisch, Obst und Gemüse kaufen

Mariniertes Grillfleisch aus der Selbstbedienungstheke sieht zwar lecker aus, ist oft aber alles andere als frisch. Denn im Gegensatz zu Fleisch, das an der Frischetheke angeboten wird, ist eingeschweißte Ware meist älter. Und: Nur weil ein in Plastik eingeschweißtes Rumpsteak im Kühlregal appetitlich rot aussieht, heißt das noch lange nicht, dass es frisch ist und eine gute Qualität hat. Beim Verpacken unter Schutzatmosphäre erhalten Filet und Co. automatisch eine hellrote Farbe, die über die gesamte Haltbarkeitsdauer hinweg erhalten bleibt. Die beim Verpacken eingesetzten Gase sorgen jedoch dafür, dass das Fleisch schneller zäh und ranzig wird. Kaufen Sie Wurst- und Fleischwaren besser bei einem Metzger und am besten aus regionaler, ökologischer Produktion. Das hat zwar seinen Preis, dafür können Sie aber nachvollziehen, woher das Produkt stammt und entscheiden sich gegen Billigfleisch aus Massentierhaltung, bei dem neben dem Genuss auch das Tierwohl auf der Strecke bleibt.

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Auch bei abgepacktem Obst und Gemüse sollten Sie vorsichtig sein: Hat sich an der Innenseite der Plastikfolie bereits Kondenswasser gebildet, ist das ist ein eindeutiger Hinweis darauf, dass die Produkte nicht mehr frisch sind. Mal ganz abgesehen vom unnötigen Plastikmüll, den beispielsweise eingeschweißte Gurken verursachen. Besser für die Umwelt ist es, wenn Sie Obst oder Gemüse lose kaufen und saisonale Sorten aus der Region bevorzugen.

4. Sich bei Obst auf das Aussehen verlassen

Beim Kauf von Äpfeln, Birnen oder Beeren achten viele hauptsächlich darauf, dass die Früchte unversehrt sind und schön aussehen. Dabei ist der Geruch ein viel besserer Indikator dafür, ob Sie zugreifen sollten: Duftet das Obst angenehm aromatisch, lässt das auf Frische und gute Qualität schließen. Ein makelloses Äußeres hingegen nicht, denn die Optik lässt sich durch die Züchtung beeinflussen. Übrigens: In der Obstabteilung mal eben eine Weintraube oder Erdbeere zu probieren, um sich vom Geschmack zu überzeugen, beanstanden zwar die wenigsten Verkäufer, erlaubt ist es aber nicht. Vor einer Kostprobe sollten Sie das Supermarktpersonal um Erlaubnis fragen.

5. Zu viel Zeit in den mittleren Supermarktgängen verbringen

Ob Gemüse oder gekühlte Milchprodukte: Gesunde Nahrungsmittel finden Sie beim Einkaufen in der Regel in den äußeren Gängen – das gilt für das Lädchen ums Eck genauso wie für die Filialen großer Supermarktketten. In den mittleren Gängen dagegen warten Fertigprodukte, Süßigkeiten und andere Lebensmittel, die in die Kategorie „nur in Maßen genießen“ fallen. Verbringen Sie in den Mittelgängen deshalb so wenig Zeit wie möglich und kaufen Sie gezielt nur diejenigen Produkte, die Sie wirklich benötigen (siehe Einkaufsfehler Nr. 2).

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6. Nicht in die untersten Regale schauen

Apropos Regale: Bücken im Supermarkt schont den Geldbeutel. Denn die günstigen Produkte stehen in der Regel ganz unten, während die teuren Markenprodukte auf Augenhöhe angeboten werden. Der Grund: Viele Kunden entscheiden sich für die schnell und bequem greifbare Artikel, anstatt erst in die Knie zu gehen, um die Ware genauer ansehen zu können. Kein Wunder also, dass Supermärkte ihre Hausmarken so gut wie möglich vor uns verstecken: No-Name-Produkte unterscheiden sich qualitativ kaum von Markenware, sind aber bis zu 70 Prozent günstiger.

Überhaupt steht in einem Supermarkt nichts zufällig an seinem Platz, sondern wird verkaufspsychologisch ausgeklügelt positioniert, um den Absatz zu steigern. Lebensmittel für den täglichen Bedarf, zum Beispiel Mehl oder Butter, stellen die Händler ebenfalls ganz unten ins Regal. Schließlich brauchen die Kunden solche sogenannten „Schnelldreher“ auf jeden Fall und suchen danach, wenn sie ihnen nicht sofort ins Auge fallen. Dabei stoßen sie auf jede Menge andere Produkte, die zu kostspieligen Spontankäufen verleiten.

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7. Auf Mogelpackungen hereinfallen

In jedem Supermarkt stehen Produkte, die deutlich weniger Ware enthalten, als die Verpackung vorgaukelt. Müslikartons mit Sichtfenstern, die knapp unter der Befüllungsgrenze enden und mit Luft aufgepumpte Chipstüten sind nur zwei Beispiele für die ausgefeilten Tricks der Hersteller. Ebenfalls beliebt: In der Packung ist plötzlich weniger drin, der Preis bleibt aber gleich – eine clevere Möglichkeit, um versteckte Preiserhöhungen durchzusetzen. Denn wenn die Kunden sich daran gewöhnt haben, dass die Kekspackung mit 200 Gramm Inhalt 1,99 Euro kostet, würde eine sichtbare Preissteigerung auf 2,29 Euro womöglich viele von ihnen vom Kauf abhalten. Verringert der Hersteller stattdessen das Füllgewicht auf 180 Gramm, ohne den Verkaufspreis zu ändern, fällt die Preiserhöhung von satten zehn Prozent weniger auf.

Besonders gerne werden solche Tricksereien übrigens bei Fertigprodukten und Süßigkeiten angewendet. Bei diesen Artikeln sollten Sie Verpackung und Inhalt deshalb besonders kritisch vergleichen. Auch ein Blick in die „Mogelpackungslisten“ der Verbraucherzentralen lohnt sich, um die entsprechenden Marken beim nächsten Einkauf bewusst zu meiden. Die nachhaltigste Möglichkeit, den Produktschummeleien aus dem Weg zu gehen: Greifen Sie bevorzugt auf frische und möglichst unverpackte Lebensmittel zurück – hier sehen Sie sofort, was Sie bekommen und die Wahrscheinlichkeit ist deutlich geringer, auf eine Mogelverpackung hereinzufallen.