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Reden wir über die Rente: Eine DONNA-Leserin berichtet

Frau im Garten mit Tasse in den Händen | © kupicoo, iStock
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Der Renteneintritt bringt nicht nur neue Freizeit, sondern auch viele Veränderungen im täglichen Leben mit sich.

Große Erleichterung oder Wendepunkt, der Sorgen und Ängste auslöst: Wir möchten wissen, wie Sie über das Thema Rente denken. DONNA-Leserin Claudia (55) ist gelernte Bankkauffrau und arbeitet inzwischen in einem Museum. DONNA Online berichtet sie von ihren Erfahrungen.

Bleibt im Alter genug Geld für Miete, Essen, Auto, Reisen und dafür, den bisherigen Lebensstandard zu halten? Hält man überhaupt noch durch bis zum Renteneintritt? Die Rente bedeutet für die meisten Menschen einen völlig neuen Lebensabschnitt – und nicht selten ist das Thema mit Unklarheiten, (finanziellen) Sorgen und Ängsten behaftet. Fünf Fragen an Claudia (55), die nach einer langen beruflichen Pause aufgrund Kindererziehung, Pflege und Krankheit einen Neuanfang als Gästebetreuerin in einem Museum startete.

DONNA Online: Zählen Sie Tage bis zum Renteneintritt?
Claudia: Ja, ich zähle die Monate und Jahre bis zur Rente, werde es aber nicht schaffen, diese Arbeit bis zum Renteneintritt zu bewältigen. Ich kümmere mich seit 15 Jahren um meine Eltern; in jüngster Zeit steht Pflege an, die jedoch noch nicht bewilligt ist. Zurzeit geht es mir aufgrund der Pflege meiner Eltern sowie der Zusatzbelastung durch meine Arbeit gesundheitlich nicht gut. Im Museum führe ich Besuchergruppen durchs Haus, leiste pädagogische Arbeit mit Kindern verschiedener Altersgruppen und überarbeite Ausstellungsinhalte.

Vorher habe ich aufgrund von Rheuma und Morbus Crohn und wegen der Fürsorge für meinen entwicklungsverzögerten Sohn auf eigene Berufstätigkeit verzichten müssen. Im Januar 2015 verschwand jedoch mein damaliger Ehemann nach Guatemala, so dass ich von heute auf morgen ohne jegliche Einkünfte dastand. Ich habe während dieser Zeit ehrenamtlich bis zu Beginn meiner Berufstätigkeit in der Telefonseelsorge und auch in einer PIA (psychologische Institutsambulanz) gearbeitet. 

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Wie viel Rente würden Sie nach dem jetzigen Stand erhalten?
Nach jetzigem Stand würde ich mit dem Renteneintritt 898 Euro bekommen. Eigentlich bin ich gelernte Bankkaufrau und habe diesen Beruf zehn Jahre lang bis zur Geburt meiner Kinder ausgeübt. Im Museum erhalte ich 9,20 Euro Bruttostundenlohn.

Welche Sorgen und Ängste plagen Sie dabei?
Meine Hauptsorge ist die, meinen Kindern im Alter finanziell zur Last zu fallen und die Tatsache, dass es meine Gesundheit nicht zulassen wird, noch lange erwerbstätig zu sein.

Sorgen Sie jetzt schon in irgendeiner Form für die Rente vor?
Eine Rentenvorsorge ist mir bei einem Nettoeinkommen von 930 Euro nicht möglich.

Möchten oder müssen Sie auch als Rentnerin nebenbei noch arbeiten?
Eine Erwerbstätigkeit als Rentnerin in irgendeiner Form werde ich wohl oder übel ausüben müssen.

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