Von zuHause aus arbeiten

Homeoffice: Wie die Arbeit wirklich gelingt

Frau mit grauen langen Haaren und schwarzer Brille sitzt am Tisch vor ihrem Laptop und arbeitet im Homeoffice. | © iStock | Ridofranz
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Das Arbeiten im Homeoffice fordert vor allem Disziplin und Organisationsfähigkeit.

Freiheit, Flexibilität und Familiensegen – für viele bedeutet das Arbeiten von zuhause genau das. Doch das Homeoffice fordert vor allem Disziplin und Organisationsfähigkeit. Tipps, wie das produktive Arbeiten in den eigenen vier Wänden gelingt und welche Vor- und Nachteile es hat.

Das Arbeiten im Homeoffice erfreut sich zunehmender Beliebtheit und ermöglicht viele Freiheiten im Beruf. So profitieren Arbeitnehmer vor allem von den frei einteilbaren Arbeitszeiten, den wegfallenden Arbeitswegen und der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Während die Nachfrage bei Angestellten steigt, zeigen sich Arbeitgeber mit dem Thema "Homeoffice" häufig weniger kooperativ. Die Angst, Arbeit könne womöglich nicht so gewissenhaft absolviert werden wie im Unternehmen, ist weit verbreitet. Dabei beweisen außergewöhnliche Situationen wie die Corona-Krise, dass eine Digitalisierung - wenn es das Tätigkeitsfeld zulässt - unablässig ist. So groß die Angst vor dem Kontrollverlust von Unternehmen auch ist, stellen sich die Vorbehalte gegenüber dem Homeoffice meist als unbegründet dar. Eine Studie aus Standford ergab sogar, dass die Möglichkeit auf Homeoffice für einen erstaunlichen Produktivitätsschub sorgt. Auch andere, ähnliche Untersuchungen zeigen, dass in Unternehmen weniger Krankmeldungen eingehen und die Mitarbeiter dank der Möglichkeit auf Homeoffice zufriedener sind. 

Während in Ländern wie den Niederlanden bereits ein Recht auf Homeoffice existiert, beruht das Arbeiten in den eigenen vier Wänden in Deutschland nur auf einstimmiger Absprache zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. 

Was ist Homeoffice und welche Regeln gelten?

Das Homeoffice ist in Deutschland auch unter den Begriffen "Mobile Office", "Heimarbeit" oder "Telearbeit" bekannt. Es hilft den Angestellten dabei, flexibler zu arbeiten. So beschreibt der Begriff "Homeoffice" nicht den Arbeitsplatz in den eigenen vier Wänden, sondern vielmehr einen übergreifenden Organisationsansatz zur Flexibilisierung der Arbeit.

Wer auf Produktivität im Homeoffice hofft, muss gewisse Regeln einhalten und Disziplin beweisen. Passendes technisches Equipment, mobile Erreichbarkeit, ein geordneter, fester Arbeitsplatz und das digitale sowie papierbasierte Ordnungssystem sind für das strukturierte Arbeiten von enormer Wichtigkeit.

Und auch auf das Timing kommt es an. Eine vorausschauende Planung der festen Arbeitszeiten ist notwenig, um nicht ganz im Arbeitssumpf zu versinken. Ebenso wie eine Mittagspause! Der Kopf braucht eine Auszeit, um neue Energie zu schöpfen und in der zweiten Hälfte des Tages produktive Ergebnisse liefern zu können. 

Ein großer Nachteil von Homeoffice ist die soziale Isolation. Laut der Studie aus Standford war das auch einer der erheblichen Gründe, warum die meisten Probanden sich doch gegen reines Homeoffice entschieden haben bzw. für eine gesunde Mischung aus Büro- und Heimarbeit. Anstatt also immer nur Mails zu schicken, sollte im Homeoffice auch mal der Griff zum Telefon in Betracht gezogen werden. Oder wie wäre es mit einer Kaffeepause mit den Kollegen per Videocall? 

Vor allem aber sollte man sich nicht ablenken lassen. Die Kunst liegt darin, im Homeoffice die Umgebung auszublenden und sich voll und ganz der Arbeit zu widmen. Auch eingehende Mails müssen nicht sofort beantwortet werden. Der Luxus ist schließlich, nicht immer erreichbar zu sein. Und diesen sollte man auch mal nutzen!

Homeoffice in Zeiten der Corona-Krise

Viele Menschen arbeiten aufgrund des Coronavirus plötzlich im Homeoffice. Dahinter steht die Fürsorgepflicht und Verantwortung des Arbeitgebers, für die Gesundheit und Sicherheit seiner Angstellten zu sorgen. Um weitgehend die Ansteckungsgefahr zu minimieren, sind Unternehmen dazu angehalten, die Arbeit wenn möglich im Homeoffice zu gewährleisten. Da es sich in diesem Fall um eine Extremsituation handelt, benötigt es keine extra schriftliche Übereinkunft. Das Arbeitsverhältnis beruht nun auf Vertrauensbasis und der Arbeitgeber verlässt sich darauf, dass seine Mitarbeiter gewissenhaft abliefern.

Bei Berufen wie Krankenschwester, Ärztin oder Lebensmittelverkäuferin ist diese Regelung nicht möglich. Ihnen gilt unser größter Dank, dass sie in solch ungewissen Zeiten die Stellung halten und für uns da sind!

Grundsätzlich sollten Mitarbeiter und Arbeitgeber versuchen, gemeinsam das Beste aus der schwierigen Situation zu machen. Es braucht Absprachen, gegenseitige Unterstützung, Empathie und Rücksichtnahme, um auch in schwierigen Situationen wie diesen das Unternehmen am Laufen zu halten.

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Die Vor- und Nachteile von Homeoffice

Das Einführen von Homeoffice sowie die Angst vor negativen Folgen von Heimarbeit können verschiedene Gründe haben. Grundsätzlich kann jedoch festgehalten werden, dass diese Möglichkeit Arbeitgebern den Vorteil bringt, den Interessen ihrer Angestellten nachzukommen. Das fördert ein positives Image des Unternehmens sowie eine Personalbindung. Neben den Vorzügen, die mobiles Arbeiten mit sich bringt, gibt es aber auch Nachteile. 

Vorteile von Homeoffice

  • weniger Ablenkung durch Kollegen 

  • produktiveres Arbeiten

  • Ersparnis der Arbeitswege

  • flexible Arbeitszeiten - Kinder, Job und Haushalt lassen sich vereinbaren (dennoch sind Kernarbeitszeiten wichtig)

  • Weniger Krankmeldungen, da geringeres Ansteckungsrisiko

  • der Luxus, auch mal nicht erreichbar zu sein

Nachteile von Homeoffice

  • Auslastung des heimischen Routers

  • fehlende soziale Kontakte durch Isolation

  • weniger Bewegung (dem kann mit Home-Workouts entgegengewirkt werden)

  • die Trennung zwischen Privatleben und Beruf fällt schwerer

  • mögliche Probleme mit der Technik

Ob das Arbeiten im Homeoffice nun den eigenen Ansprüchen bzw. denen des Arbeitgebers gerecht wird, lässt sich nicht verallgemeinert zusammenfassen. Am Ende zählt die Selbsteinschätzung sowie die Erfahrung von beiden Seiten. Es empfiehlt sich jedoch, die Möglichkeit auf diese Arbeitsweise nicht sofort auszuschließen.

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