Sport-Kolumne

Ist Golf besser als sein Ruf?

Unsere Autorin findet, dass Golf wesentlich besser ist als sein Ruf. Lesen Sie, weshalb der Sport ein besseres Image verdient hat. | © iStock | Wavebreakmedia
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Unsere Autorin findet, dass Golf wesentlich besser ist als sein Ruf. Lesen Sie, weshalb der Sport ein besseres Image verdient hat.

Unsere Autorin machte mit 18 Jahren ihre Platzreife – und kann die vielen Vorurteile über Golf nicht ganz nachvollziehen. Ihr Plädoyer für die Sportart, die ihrer Meinung nach zu Unrecht ein negatives Image hat.

Lebst du noch oder golfst du schon?

Golf ist besser als sein Ruf. Den Spruch „Lebst du noch oder golfst du schon?“ konnte ich daher nie wirklich nachvollziehen. Ist es, weil Golf körperlich nicht so anstrengend ist? Dann haben die Leute, die diesen Spruch gemünzt haben, noch nie stundenlang Abschläge auf der Driving Range geübt oder sind noch nie mit einer vollen Golfbag 18 Loch gegangen. Golf hält vielleicht nicht so fit wie Joggen oder andere Ausdauersportarten, bringt aber mehr Bewegung, als man glaubt. Für ansonsten wenig sportlich aktive Menschen wie mich ist Golf daher eine tolle Sache. Es fühlt sich nämlich nicht so ganz nach Sport an, obwohl man sich bewegt, an der frischen Luft ist und sich auspowert.

Golf – ein Sport für Rentner?

Noch ein Vorurteil: Golf ist ein Sport für Rentner. Klar, bei meinem Vorbereitungskurs auf die Prüfung war ich mit 18 Jahren damals mit Abstand die Jüngste – das hatte aber durchaus seine Vorteile. Ich habe Leute kennengelernt, denen ich sonst niemals begegnet wäre. Geschäftsleute, die Golf lernten, um mit solventem Klientel mithalten zu können, aber auch Lebemänner, denen ich in meinem behüteten Mädchenschulen-Leben nie begegnet wäre. Und von den Teilnehmern war keiner im Rentenalter. Bei der Prüfung war ich damals übrigens die Älteste – die anderen Jungs und Mädchen waren im Schnitt 12 Jahre alt – ich hatte die Prüfung mit den Kids erwischt. Mein Highlight waren damals meine Trainer, beide jung und gutaussehend, der eine stand im Sommer in Deutschland auf dem Golfplatz und unterrichtete im Winter Surfen in Australien.

Golfplatz als Partnerbörse

Ich habe meine Platzreife mit 18 Jahren gemacht, es war ein Geschenk meiner Mutter, die zu diesem Zeitpunkt bereits seit Jahren leidenschaftlich golfte. Zum Golfen ist sie über ihren Freund gekommen. Und seitdem habe ich schon von vielen Partnerschaften gehört, die sich beim Golfen kennenlernten. Ein Punkt, der meines Erachtens durchaus fürs Golfen spricht. Dadurch, dass man auch mal mit wildfremden Mitspielern in einen Flight gepackt wird, kommt man automatisch ins Gespräch und lernt so viele neue Menschen kennen. Sport verbindet und gemeinsame Hobbys und Leidenschaften sind bekanntlich ein wichtiger Punkt für eine gelungene Partnerschaft. Golfen – und die überschaubaren Golfclubs – können sich also als wahre Partnerbörse entpuppen. Dass Golfer in der Regel eher gut betucht sind, wird für viele vielleicht noch ein Extra-Anreiz sein.

Ein teures Hobby

Das bringt mich zum Manko des Golfsports: die Kosten. Die Platzreife, die Clubmitgliedschaft, Greenfees für andere Plätze, von der Ausrüstung und dem nötigen Outfit, um der „Etikette“ zu entsprechen, ganz zu schweigen. Zudem muss man mobil sein, da Golfplätze sich in den wenigsten Fällen mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen lassen – und selbst wenn: Wer möchte das schon mit einer schweren Golfbag im Schlepptau. Golfen ist teuer. Aber Golfen macht auch Spaß. Großen Spaß! Die Gebühr für Driving Ranges, die man auch in Städten findet, ist erschwinglich. Viele Golfclubs haben eigene Golfschulen, die günstige Schnupperkurse anbieten. Perfekt, um sich das Ganze in Ruhe anzuschauen und – Vorsicht, Wortspiel – den richtigen Schwung zu finden. 

Golfen Sie schon oder überlegen Sie noch?

Beim Golfen kann man fantastisch abschalten. Gleichzeitig ist volle Konzentration gefragt, um den Ball so zu treffen, dass er genau dorthin fliegt, wo man ihn haben möchte. Übung macht wie in so vielen Fällen den Meister und ohne Routine und gelernte Bewegungsabläufe kommt man nicht weit. Golf ist Sport, das steht für mich außer Frage. Probieren Sie es doch einfach mal!

 

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