Kolumne: Hilfe, meine Tochter is(s)t vegan!

Immer mehr Menschen entscheiden sich gegen den Konsum sämtlicher tierischer Produkte – und für eine vegane Lebensweise. Doch was, wenn ausgerechnet die eigene Tochter zur Neu-Veganerin wird? In der DONNA-Kolumne berichtet eine Mutter, wie es ihrer Familie damit erging.

Detailaufnahme einer Frau 40plus mit Kurzhaarschnitt und schockiertem Gesichtsausdruck, die sich die Hände an die Wangen hält

Der vegane Lebensstil findet in Deutschland immer mehr Anhänger – doch was, wenn das eigene Kind plötzlich vegan leben will? Unsere Autorin berichtet, wie es ihr als Veganer-Mutter ergeht.

„Nein, bitte nicht”, dachte ich, als mir mein Kind mit 16 Jahren plötzlich offenbarte, dass es ab sofort auf alles Tierische verzichtet. Diese Tochter war ein großer Fleisch- und Joghurtfan gewesen und immer sehr unkompliziert.

Als sie die News verkündete, tat sie das mit großem Stolz, als sei sie zu einer neuen Religion übergetreten. Und ebenso heikel war es, sie zu kritisieren. Wir wurden mit Infomaterial versorgt („Wäre wirklich wichtig, mal diesen Film über Tierleid zu schauen”), in Diskussionen verwickelt („Warum trinkt ihr einer anderen Spezies die Babymilch weg?”) und, was sehr viel effektiver war, lecker vegan bekocht.

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Ihr Bruder tanzte derweil mit Wurst- und Pizzastückchen wedelnd unter ihrer Nase entlang und hatte viel Freude mit Milchprodukten. Dennoch: Nach einer Phase des Widerstandes geht unser Fleischkonsum heute gegen null. Kuhmilch muss sich den Platz im Kühlschrank mit immer mehr Hafermilch teilen. Joghurt ist aus Soja oder Kokosmilch und Räuchertofu überraschend lecker.

Aber bei Käse wird’s eng. Und Kaffee schmeckt seltsam mit Hafermilch, sorry, ihr Kälbchen. Was aber klar ist: Es macht riesig Spaß, von seinem Kind inspiriert zu werden.

Autorin: Magdalena Sobizack