Diese 4 natürlichen Saubermacher ersetzen fast alle Putzmittel

Putzen mit natürlichen Reinigungsmitteln schont die Umwelt und Gesundheit – und spart ganz nebenbei jede Menge Geld. Welche vier Hausmittel genauso effektiv wie chemische Putzhelfer wirken und welche Anwendungstricks Sie für ein blitzsauberes Ergebnis kennen sollten, erfahren Sie hier.

Ein Frau sprüht eine Arbeitsfläche mit Putzmittel ein

Schränke voller Putzmittel sind für effektives Saubermachen gar nicht nötig: Mit einfachen Hausmitteln lassen sich fast alle chemischen Reinigungsmittel ersetzen.

Die Liste an Putzmittel in Supermärkten und Drogerien ist schier endlos: Glasreiniger, Scheuermilch, WC- und Bad-Reiniger, Kalkentferner, Teppichreiniger und so weiter. Die Werbung und Hersteller chemischer Saubermacher suggerieren, man bräuchte für jeden Raum und jede Oberfläche ein eigenes Reinigungsprodukt. Dabei schaden industriell hergestellte Putzmittel nicht nur dem Geldbeutel der Verbraucher, sondern vor allem auch Umwelt und Gesundheit. Dabei wussten schon unsere Großmütter, wie einfach und effektiv das Putzen mit natürlichen Hausmitteln ist. Reinigungsmittel aus der Natur sind biologisch abbaubar und weniger aggressiv als chemische Reiniger, obwohl sie ihnen beim Saubermachen locker das Wasser reichen können. Wir stellen vier natürliche Produkte vor, die als umweltschonende Putzmittel vielseitig einsetzbar sind, Geld sparen und in fast jedem Haushalt vorhanden sind.

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1. Soda 

Das auch als Waschsoda bekannte Natriumcarbonat ist meist in 500-Gramm-Packungen für rund einen Euro erhältlich – und damit nicht nur ein wirksames, sondern auch kostengünstiges Putzmittel. Dabei ist das Pulver nicht zu verwechseln mit Speisesoda bzw. Natron, das unter anderem beim Backen zum Einsatz kommt. Bei der Anwendung von Waschsoda sollten Sie ein paar Punkte beachten: Atmen Sie das Sodapulver nicht ein und vermeiden Sie längeren Hautkontakt sowie Kontakt mit Augen, Nase oder Mund. Einsetzen können Sie das vielseitige Reinigungsmittel in so gut wie jedem Haushaltsbereich:

Soda im Bad

Soda-Pulver als Ersatz für WC-Reiniger

Geben Sie einen Esslöffel Soda in die Toilette, verteilen Sie das Pulver mit einer Bürste und lassen es einwirken. Diese Prozedur hilft nicht nur gegen Urinstein, sondern kann auch bei verfärbten Toilettensitzen angewendet werden. Zu Reinigung von verschmutzten oder verfärbten Oberflächen lösen Sie zwei Esslöffel Soda in einer Mischung aus Essigessenz und Wasser (Mischverhältnis 1:1) auf.

Tipp: Soda neutralisiert Gerüche – auch im Katzenklo. Dafür einfach einen Teelöffel Soda unter das Katzenstreu mischen.

Soda-Pulver bei verstopften Abflüssen

Auch bei verstopften Abflüssen und Toiletten wirkt Soda wie ein natürlicher Rohrreiniger: einige Esslöffel hineingeben, etwas abwarten und und mit klarem Wasser nachspülen. Die Verstopfung, die meist aus Haaren, Fett, Seifenresten, Staub und anderen Rückständen besteht, löst sich auf und das Wasser kann wieder ablaufen.

Soda gegen Schimmel

Schimmlige Fugen reinigen Sie, indem Sie das Soda-Pulver direkt auf die betroffenen Stellen auftragen oder als Konzentrat (zwei Esslöffel Soda in Wasser auflösen und zur leichteren Handhabung in eine Sprühflasche abfüllen) aufsprühen. Die Lauge tötet die Mikroorganismen ab.

Soda zur Vorbehandlung von Wäsche

Auch in der Waschküche findet Soda Anwendung: Der natürliche Fleckentferner beseitigt selbst hartnäckige Blut- oder Schweißflecke. Da das in Blut enthaltene Eiweiß bei 40 Grad gerinnt und der Fleck dann nicht mehr aus dem Stoff zu entfernen ist, weichen Sie das Kleidungsstück vor der Wäsche in kaltem, mit Soda versetztem Wasser ein oder tragen Sie das Sodapulver direkt auf den Fleck auf. Nach dem Einwirken können Sie den Fleck einfach auswaschen. Kleidungsstücke mit (alten) Schweißflecken behandeln Sie genauso: in kaltem Sodawasser einweichen und im Anschluss auswaschen.

Soda in der Küche 

Herdplatten
Eingebranntes, hartnäckige Flecken oder Kratzer auf den Kochfeldern lassen sich in der Regel leicht mit Soda entfernen. Einfach Sodapulver aufstreuen und die Herdplatte mit einem nassen Lappen abwischen. 

Tipp: Funktioniert auch super bei eingebrannten Speiseresten in Töpfen und Pfannen. Sodawasser hineingeben, kurz aufkochen und zehn bis 15 Minuten einwirken lassen. Mit einem groben Schwamm lassen sich im Anschluss eventuelle Rückstände entfernen.

Rostflecken und Edelstahl
Auch Edelstahl lässt sich mit Soda reinigen. Fettfilme und Rostflecken lösen sich mit dem natürlichen Reiniger meist sogar besser als mit chemischen Mitteln.

Tipp: Der Reinigungseffekt von Soda funktioniert auch bei Fliesen und anderen fettigen Oberflächen außerhalb der Küche. Soda ist ein effektiver Fettlöser, da es in Wasser aufgelöst Schmutz und Fett zum Aufquellen bringt und somit leichter lösbar zu macht.

Soda zur Reinigung von Kunststoff- und Gummioberflächen

Kunststoffoberflächen
Weiße Fensterrahmen vergilben mit der Zeit und bekommen oft schwarze Beläge und Streifen; Küchenschränke oder Gartenmöbel werden nicht mehr sauber. In diesen Fällen eignet sich zur Reinigung eine Sodalösung, die Sie direkt auf die Kunststoffgegenstände aufsprühen und mit einem Lappen verteilen können. Bei größeren Flächen geben sie das Soda direkt auf einen nassen Lappen und reiben die Oberflächen damit ein. 

Verfärbte Gummisohlen
Die Schuhsohlen und -kappen, die bei vielen Sneakern aus Gummi sind, werden meist schon nach kurzer Zeit schmutzig und verfärben sich. Mit einer nassen Zahnbürste etwas Soda auf der Gummioberfläche einreiben und mit einem nassen Lappen abwischen.

2. Schmierseife

Schmierseife war schon für unsere Großmütter ein zuverlässiges Reinigungsmittel für Haus und Garten. Die Seife besteht aus einer Mischung aus basischer Kalilauge mit minderwertigen Fetten oder Ölen und wird als grüne Seife bezeichnet, da sie biologisch abbaubar ist.

Anwendung in Bad und Küche

Glasduschen, Fliesen und Armaturen weisen nach dem Putzen oft Schlieren auf. Dagegen gibt es einen einfachen Trick: Lösen Sie Schmierseife in warmen Wasser auf, reinigen Sie damit die Oberflächen mit einem frischen Tuch und wischen Sie im Anschluss alles mit Küchenrolle trocken. Ein weiterer Vorteil: Nach dem Putzen wirken die behandelten Oberflächen schmutz- sowie staubabweisend und das Nachwischen, etwa nach dem Duschen, wird erleichtert.

Tipp: Schmierseife eignet sich nicht nur als Putzmittel, sondern auch zur Körperhygiene. Die pH-neutrale Seife ist insbesondere für Allergiker und Menschen mit sensibler Haut geeignet, da sie den natürlichen Schutzmantel der Haut nicht angreift.

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3. Essig

Essig ist in zwei Varianten erhältlich: als natürlich hergestellter Essig oder chemisch hergestellte Essigsäure, die sogenannte Essigessenz. Als natürliches Putzmittel ist biologischer Essig geeignet – verdünnen Sie ihn mit Wasser und füllen Sie die Mischung zur leichteren Handhabung beispielsweise in eine Sprühflasche. Vorsicht bei Silikonfugen: Essig greift die Weichmacher im Silikon an, wodurch dieser seine Elastizität verliert. Essig wirkt antibakteriell und ist als Schmutz-, Kalk- und Fettlöser auf allen Oberflächen einsetzbar: Fett, Kalk und Rost lassen sich nach kurzer Einwirkzeit entfernen und die Flächen werden desinfiziert.

Essig gegen Schimmel

Um schimmelige Ecken und Fugen zu reinigen, sprühen Sie die betroffenen Stellen mit der Essigmischung ein und lassen das Ganze einwirken. Mit einer Bürste können die Bereiche im Anschluss sauber geschrubbt werden.

Tipp: Um gleichzeitig dunkle Flecken zu minimieren, geben Sie eine Masse aus Essig und Backpulver auf den Schimmel. Das Backpulver bleicht die Schimmelflecken aus.

Essig zum Entkalken von Heißwassergeräten

Gerade in Regionen mit hoher Wasserhärte bilden sich in Kaffeemaschinen, Wasserkochern und Eierkochern sehr schnell Kalkablagerungen. Mischen Sie Essig im Verhältnis 1:3 mit Wasser und bringen sie die Lösung im Gerät zum Kochen. Danach 30 Minuten einwirken lassen und anschließend mehrmals gründlich mit klarem Wasser nachspülen.

Tipp: Essig neutralisiert unangenehme Gerüche. Putzen Sie den Kühlschrank zuerst mit Essigwasser und stellen Sie anschließend eine Schale mit aufgekochtem Essigwasser hinein. Das funktioniert ebenso in allen Räumen, in denen unangenehme Gerüche wie beispielsweise Zigarettenrauch entfernt werden sollen.

Essig für saubere Teppiche

Wenn ein Teppich gründlich gereinigt werden soll, ist es mit Saugen meist nicht getan: Haare bleiben zurück, Bakterien sowieso. Reiben Sie den Teppich mit einer Wasser-Essig-Lösung ein, um Schmutzpartikel zu entfernen, Gerüche zu neutralisieren und Bakterien abzutöten.

Tipp: Geben Sie vor dem Wischen der Böden einen Schuss Essig ins Putzwasser, damit sich keine Schlieren bilden und die Böden glänzen. Vorsicht bei Naturstein: Hier mit dem Essig sehr sparsam umgehen, da die Steine ansonsten ausbleichen.

4. Zitronensäure

Ein ebenso guter Helfer im Haushalt ist Zitronensäure, eine Carbonsäure, die zu den Fruchtsäuren zählt und nicht nur in Zitronen, sondern auch in vielen anderen Lebensmitteln wie Äpfeln, Himbeeren, Pilzen oder Milch vorkommt. Ihre Namen erhielt die Säure von Carl Wilhelm Scheele, der sie erstmals aus Zitronensaft gewann.

Anwendung von Zitronensäure im Bad

Wie Essig hilft Zitronensäure bei schimmeligen oder verkalkten Fugen und Fliesen im Bad, verbreitet dabei aber keinen Essiggeruch. 30 Milliliter in einem Liter Wasser ergeben eine dreiprozentige Zitronensäure-Lösung. Die Säure zersetzt Kalk in seine Bestandteile: wasserlösliches Calciumcitrat, Kohlenstoffdioxid und Wasser. 

Tipp: Streuen Sie auf hartnäckige Verschmutzungen zunächst ein wenig Backpulver und geben mithilfe einer Sprühflasche dann die verdünnte Zitronensäure darüber.

Zitronensäure zur Behandlung von Wäsche

Zitronensäure eignet sich, um Flecken aus weißer Kleidung zu entfernen oder als Weichspüler für weiße Wäsche, da sie leicht bleichend wirkt. Lösen Sie fünf bis sechs Esslöffel Zitronensäure in einem Liter Wasser auf und geben Sie vor jedem Waschgang 50 Milliliter der Lösung ins Weichspülerfach. Zur Fleckentfernung die verschmutzte Kleidung eine Stunde lang in einer Lösung aus 15 Gramm Zitronensäure in einem Liter Wasser einweichen und im Anschluss normal waschen.

Rezept: Stellen Sie erfrischenden Zitronengrastee her.

Echte Zitrone als Reinigungsmittel

Neben Zitronensäure können Sie echte Zitrone ebenso vielseitig im Haushalt einsetzen – und das nicht nur beim Kochen. Wenn Sie keine Zitronensäure in Pulverform oder flüssiges Produkt im Haus haben, können Sie ersatzweise frische Zitronen wie die Säure verwenden. Der Saft der Zitrusfrüchte eignet sich zudem ideal zur Entfernung von Keimen und Eliminierung schlechter Gerüche. 

In der Küche
Um Schneidbretter zu desinfizieren einfach eine halbe Zitrone über die Oberfläche streichen und über Nacht einwirken lassen – schädliche Keime, etwa von rohem Fleisch, werden so optimal entfernt. 

Zur Reinigung der Mikrowelle platzieren Sie eine Schale mit Wasser und Zitronenscheiben im Gerät und erwärmen das Gemisch, bis es kocht. Anschließend zehn Minuten stehen lassen und die Mikrowelle mit einem nassen Tuch auswischen.

Im Wohnzimmer
Holzmöbeln verleihen Sie neuen Glanz, indem Sie etwas Speiseöl mit einem Teelöffel Zitrone mischen und die Mischung mit einem weichen Tuch auf die Möbel auftragen.

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