Silberfische & Co.: So werden Sie unliebsame Mitbewohner los

Sie sind kaum sichtbar, hartnäckig und können ihre Mitbewohner um den Verstand bringen: Sind Silberfische, Fruchtfliegen oder Lebensmittelmotten erst einmal eingezogen, wird man sie nur schwer wieder los. Wir zeigen, wie Sie den kleinen Insekten wirksam vorbeugen.

Eine Frau mittleren Alters räumt Lebensmittel in Vorratsgläsern in einen Küchenschrank

Um lästigen Besuchern wie Lebensmittelmotten vorzubeugen, sollten offene Nahrungsmittel luftdicht aufbewahrt werden.

Viele Menschen wohnen nur ungerne allein und bevorzugen Gesellschaft für Zuhause. Doch nicht immer werden neue Mitbewohner dann auch wertgeschätzt: Insekten und Ungeziefer wie Silberfische, Fruchtfliegen oder Lebensmittelmotten machen es sich gerne in Wohnräumen gemütlich – sind sie erst einmal da, lassen sie sich nur schwer wieder vertreiben. Mit welchen Hausmitteln und Haushalts-Tricks Sie den drei unangenehmen Tierchenarten vorbeugen können und wie Sie diese auch dann wieder loswerden, wenn sie schon bei Ihnen eingezogen sind, lesen Sie hier.

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Die besten Hausmittel gegen Silberfische

Dort, wo es heimelig warm und feucht ist, sind sie nicht weit: Silberfische. Die silbrig schimmernden, flügellosen Insekten benötigen eine hohe Luftfeuchtigkeit und Wärme zum Überleben. Daher sind sie häufig in gut beheizten Badezimmern, Küchen und Waschküchen zu finden, können aber auch Schlafzimmer befallen, die zu wenig belüftet werden. Bei Tageslicht ziehen sich die kleinen Insekten in Fugen, Ritzen, Rohre, unter lose Fliesen oder Tapeten oder dunkle Verstecke z.B. unter Kühlschränke zurück. Sie sind vollkommen ungefährlich, Betroffene empfinden beim Anblick aber oft Ekel und möchten die Tiere schnell loswerden. Außerdem können die Insekten bei starkem Befall die betroffenen Stellen verunreinigen. Von alleine verschwinden die Tiere eher unwahrscheinlich aus Ihrer Wohnung: Silberfische sind erstaunlich lebensfähig und können bis zu acht Jahre alt werden. Und prinzipiell sind sie sogar nützlich: sie ernähren sich von Hausstaubmilben und Schimmelpilzen und beugen diesen in Wohnräumen vor.

Wer dennoch gerne auf die Mitbewohner verzichtet, kann sich die folgenden Hausmittel gegen Silberfische zu Nutze machen:

Klebefallen mit Honig

Mit uns Menschen haben die kleinen Insekten zumindest eine Eigenschaft gemeinsam: Sie lieben Zucker. Daher sind sämtliche zuckrige Lebensmittel ein effektives Mittel, um die Fischchen in die Falle zu locken. Eine selbstgebaute Klebefalle stellen Sie her, indem Sie auf einen Streifen Papier etwas Honig streichen. Über Nacht am besten gleich mehrere Klebestreifen in den betroffenen Raum verteilen. Wenn sich die Insekten nachts auf die Nahrungssuche begeben, bleiben sie daran kleben. Am nächsten Tag können Sie die Falle mitsamt der Übeltäter einfach entsorgen. Ebenso wirksam ist es, wenn Sie einen feuchten Lappen oder ein feuchtes Tuch mit Zucker, Puderzucker oder Mehl bestäuben und es auslegen.

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Zitronenwasser

Während sie Süßes und Stärkehaltiges lieben, bleiben Silberfischchen Saurem fern. Um dies für Ihren Vorteil zu nutzen, geben Sie den Saft einer Zitronen in eine Sprühflasche mit Wasser. Gut durchschütteln, auf die Flächen des betroffenen Raums aufsprühen, fertig. Sie können sich über einen angenehm frischen Zitrusduft im Haus freuen, während die Insekten die Flucht ergreifen.

Lavendel

Wie auch Motten, können Silberfische den Geruch von Lavendel so gar nicht ausstehen. Entweder Sie wenden die Blüte in Form eines Lavendel-Duftsäckchens aus der Drogerie an, das Sie auch problemlos mit getrocknetem Lavendel und einem Stoffsäckchen selbst machen können. Oder Sie geben Ihrem Putzwasser für Badezimmer, Küche und Co. einige Tropfen Lavendelöl hinzu. Auch nach dem Wischen hinterlässt das aromatisierte Wasser seine Duftnote an den Fliesen.

So beugen Sie Silberfischen vor

  • Damit sich die Tierchen nicht in Küche, Badezimmer und Keller einnisten, helfen vorbeugende Maßnahmen. Angebrochene Lebensmittel – vor allem solche mit viel Stärke oder Zucker – sollten stets dicht verschlossen aufbewahrt werden.
  • Achten Sie auf ausreichend Luftfeuchtigkeit und Luftzirkulation durch regelmäßiges Stoßlüften. Wer ein fensterloses Bad oder keinen Abzug hat, hält Silberfische durch eine offene Badezimmertür fern. So staut sich keine Feuchtigkeit in dem Raum, die den Tieren als Lebensgrundlage dient.
  • Trocknen Sie bei einem fensterlosen Badezimmer feuchte Handtücher und Teppiche nach dem Duschen an einem anderen, gut belüfteten Ort.
  • Behandeln Sie Schimmelbildung (auch aus gesundheitlichen Gründen!) sofort, um die Silberfische nicht anzulocken.
  • Spülen Sie Abflüsse regelmäßig mit heißem Wasser gut durch, da die Insekten auch über diesen Weg in Wohnungen gelangen. Verschließen Sie den Dusch- oder Küchenabfluss möglichst, wenn Sie diesen nicht benutzen.
  • Verschließen Sie potenzielle Verstecke wie lose Tapetenstücke oder undichte Fugen, wenn Sie einen Silberfisch-Befall bemerken.

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Die besten Hausmittel gegen Fruchtfliegen

Spätestens im Hochsommer und wenn der Winter eher mild ausgefallen ist, nehmen Fruchtfliegen überhand. Die kleinen, rötlich gefärbten Mini-Insekten vertreiben so manchem die Freude am Obstgenuss, wenn beim Griff in die Obstschale ein Fruchtfliegenschwarm aufschreckt. Nicht nur reifes Obst in der Küche, auch Schalenreste, offene Getränke wie Säfte oder Wein und süße Küchenabfälle locken Frucht- oder Obstfliegen an. Wenn Mülltüten dann noch ein paar Tage stehen bis sie entsorgt werden, gibt das dem Ungeziefer ausreichend Zeit zum Brüten. Mit diesen Hausmitteln locken Sie die kleinen Fliegen in die Falle:

Spülmittel-Falle

Apfelessig riecht wunderbar gärig – perfekt als Fruchtfliegen-Lockmittel. Geben Sie etwas Essig mit zwei bis drei Tropfen Spülmittel und Wasser in ein Glas oder eine Schüssel. Nach kurzer Zeit können Sie bereits beobachten, wie sich die Fruchtfliegen auf das süßlich duftende Gemisch stürzen und durch die klebrige Konsistenz des Spülmittels darin gefangen werden.

Alkohol

Sicherlich haben Sie es auch schon am eigenen Weinglas erfahren: Obstfliegen können auch süßliche Alkoholsorten wie Wein, Sekt, Likör, aber auch Bier oder Whiskey gut leiden. Für eine Alkohol-Falle, die den Fliegen zum Verhängnis wird, geben Sie ein wenig des Alkohols in eine Schüssel oder ein Glas. Dann ein Stück Frischhaltefolie straff darum spannen und mit einem Gummiband befestigen. Anschließend vorsichtig mit den Zinken einer Gabel einige kleine Löcher einstoßen, schon ist die Falle vollendet. Die Fruchtfliegen werden vom gärigen Geruch des Alkohols angelockt und kommen durch die kleinen Folienöffnungen hinein, finden aber keinen Ausweg mehr.

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Gebissreiniger-Lösung

Nicht nur gegen Urinstein in der Toilette, auch bei Fruchtfliegen-Befall können Gebissreiniger-Tabs aus der Drogerie helfen. Bereits ein in Wasser aufgelöster Tab in einem kleinen Schälchen reicht aus, um für die Insekten einen beißenden Geruch zu verströmen. Einfach neben die Stelle mit der Fliegenplage aufstellen und seine Wirkung entfalten lassen.

So beugen Sie Fruchtfliegen vor

  • Damit sich die Obstfliegen gar nicht erst ansiedeln, den Müll im Sommer häufiger leeren und den Deckel luftdicht verschließen.
  • Leergut sollte an einem luftdichten Ort aufbewahrt oder ebenfalls zügig entsorgt werden, da die Gärungsgerüche die Fliegen anlocken.
  • Achten Sie beim Kauf von Obst darauf, ob sich bereits Fliegen darauf tummeln: Dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Fliegen für das Auge unsichtbare Eier auf der Oberfläche von Äpfeln, Beeren und Co. abgelegt haben und Sie die Fliegen aus dem Laden mit nach Hause nehmen.
  • Überreifes Obst oder solches mit Druckstellen sollte nach dem Kauf bald verzehrt oder verarbeitet werden.
  • Decken Sie das Obst bei der Lagerung mit einer Netzhaube ab, um die Fliegen davon fernzuhalten.
  • Achten Sie auch darauf, Ihr Spülbecken und die Arbeitsfläche in der Küche regelmäßig gründlich zu reinigen.
  • Zimmerpflanzen sollten vor allem im Sommer nicht übermäßig bewässert und das Wasser von Schnittblumen regelmäßig ausgewechselt werden. Ansonsten finden die Obstfliegen dort einen Brutort.

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Die besten Hausmittel gegen Lebensmittelmotten

Ein besonders unangenehmer und hartnäckiger Mitbewohner sind Lebensmittelmotten. Diese sind lange Zeit unsichtbar, sodass man diese oftmals unbewusst aus dem Supermarkt mit nach Hause bringt. Das Problem: Die Larveneier der Motten sind so klein, dass sie für uns mit bloßem Auge nicht zu sehen sind. Erst, wenn die ersten Exemplare dann schlüpfen und sich einen Weg durch Mehl, Müsli und Zucker bahnen, bemerken wir die unliebsamen Mitbewohner. Wer einen Mottenbefall in der Küche entdeckt, sollte schnell handeln – und gnadenlos alle angebrochenen, unverschlossenen Lebensmittel entsorgen. Die befallenen Lebensmitteln sollten nicht erst im Hausmüll gelagert werden, sondern direkt in den Müll außer Haus wandern – ansonsten können sich die Lebensmittelmotten im Müllbeutel vermehren. Zusätzlich dazu können die folgenden Hausmittel helfen:

Essigwasser

Nachdem alles ausgeräumt wurde, sollten Sie sämtliche Küchenschränke gründlich reinigen. Idealerweise wischen Sie die Flächen über mehrere Wochen hinweg regelmäßig mit einem Essig-Wasser-Gemisch aus. Der Geruch verfliegt nach einer gewissen Zeit von alleine. Um sicherzustellen, dass alle Spuren der Insekten beseitigt sind, sollten Sie auch verschlossene Verpackungen aus den befallenen Schränken gründlich mit Essigwasser abputzen und anschließend desinfizieren.

Lorbeerblätter

Der intensive Geruch von Lorbeerblätter schreckt Motten ab. Dazu einfach einige Blätter über den befallenen Schrank verteilt auslegen. Gelegentlich auswechseln, wenn Sie die Blätter über einen längeren Zeitraum hinweg als vorbeugende Maßnahme einsetzen.

Nelken-Duftkissen oder -Säckchen

Ätherische Öle sind ein effektives und natürliches Hausmittel gegen Mottenbefall. Dazu beispielsweise aus Gewürznelken ein Duftkissen oder -säckchen herstellen und auslegen. Alternativ und bei akutem Befall können Sie frische Orangen mit Nelken bespicken und diese in der Küche auslegen. Die Duftkissen helfen übrigens nicht nur gegen Lebensmittel-, sondern auch gegen Kleidermotten im Schrank.

So beugen Sie Lebensmittelmotten vor

  • Stellen Sie sicher, dass sich keine Rückstände oder offenen Lebensmittel in Ihren Küchenschränken befinden. 
  • Angebrochene Lebensmittel sollten immer in Behälter wie Einweckgläser oder Tupperdosen luftdicht aufbewahrt werden.
  • Achten Sie im Supermarkt darauf, dass die Verpackung von Lebensmitteln unbeschädigt ist. Produkte mit löchriger oder anders beschädigter Verpackung sollten Sie liegen lassen.
  • Beim Auspacken von gerade erst gekauften Waren sollen Sie aufmerksam werden, wenn Sie feine Fäden erspähen: Sie deuten auf Mottenbefall hin.
  • Beim Ausputzen von Schränken sollten Sie immer nur trocken wischen oder nach dem feucht Herauswischen die Flächen anschließend gut abtrocknen, da es Motten gerne warm und feucht haben.
  • Vorratsschränke und -kammern sollten regelmäßig gereinigt und gut ausgesagt werden.
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