Datenschutz: 5 Tipps für einen sicheren Umgang mit WhatsApp

WhatsApp geriet in der Vergangenheit immer wieder in Sachen Datenschutz in die Kritik. Ganz auf den praktischen Instant Messenger zu verzichten, kommt trotz Bedenken nur für wenige Smartphone-User in Frage. DONNA hat fünf Tipps für einen sensibleren und sicheren Umgang mit der App.

Frau schaut kritisch auf ihr Smartphone

Ein sensibler Umgang mit WhatsApp ist unverzichtbar, wenn Sie einen Missbrauch Ihrer persönlichen Daten vermeiden wollen.

Über eine Milliarde Menschen in über 180 Ländern benutzen WhatsApp derzeit monatlich, um Nachrichten, Fotos, Videos und andere Daten mit Freunden und Familie auszutauschen. Die Instant Messenger-App ist dabei kostenlos, schnell und einfach nutzbar und ermöglicht es Usern neben dem Senden und Empfangen von Nachrichten außerdem, mit anderen WhatsApp-Mitgliedern rund um die Welt zu telefonieren. Kein Wunder, dass die App so beliebt ist – dennoch geriet WhatsApp in den letzten Jahren immer wieder aufgrund von Sicherheitslücken und Verstößen gegen Datenschutzbestimmungen in die Kritik.

Welche Datenschutz-Risiken machen WhatsApp bedenklich?

In der Vergangenheit gelang es Hackern immer wieder, fremde WhatsApp-Accounts zu übernehmen und private Nachrichten auszulesen. Als Reaktion darauf führte WhatsApp 2016 plattformübergreifend eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ein: Mit der App verschickte Nachrichten, Fotos, Videos, Sprachnachrichten, Dokumente und Anrufe können so nur von den Gesprächspartnern gelesen bzw. gehört und nicht von Dritten eingesehen werden – auch nicht von WhatsApp. Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ist jedoch nur dann verfügbar, wenn sowohl der Nutzer als auch die Personen, mit denen kommuniziert wird, die neueste Version der App verwenden. Da der Programmiercode nicht öffentlich zugänglich ist, können zudem selbst Experten nicht überprüfen, ob WhatsApp sich nicht doch Zugang zu den Nutzerdaten gewährt.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die mögliche kommerzielle Verwendung von Nutzerdaten: Wer den Allgemeinen Geschäftsbedingungen von WhatsApp zustimmt, erlaubt es dem Unternehmen unter anderem, gepostete Status-Texte und Profilbilder für gewerbliche Zwecke zu nutzen sowie auf Telefonkontakte zuzugreifen. Außerdem stimmt man automatisch der Analyse seines Nutzungsverhaltens zu.

WhatsApp als Teil des Facebook-Konzerns

Seit 2014 gehört WhatsApp offiziell dem Unternehmenskonzern Facebook an, dem Kritiker wiederholt Sicherheitslücken, mögliche Intransparenz sowie nicht überzeugende Datenschutzrichtlinien vorwerfen. Zwar versicherte WhatsApp zunächst, dass die Daten strikt von Facebook getrennt laufen, Ende 2016 wurde aber bekannt, dass sich der Konzern durch eine AGB-Änderung die Möglichkeit einräumte, die bei WhatsApp genutzten Telefonnummern mit bestehenden Facebook-Konten abzugleichen. Mit diesen Daten kann Facebook seine Nutzer noch detaillierter analysieren.

Wer WhatsApp trotz der bekannten Datenschutz-Risiken nutzen möchte, sollte einige Tipps beachten, um für den Schutz privater Daten und Privatsphäre zu sorgen.

5 versteckte WhatsApp-Funktionen, die Sie kennen sollten

5 Tipps für die sichere Nutzung von WhatsApp

1. Keine sensiblen Daten mit WhatsApp verschicken

Wichtige Daten, Fotos oder Dokumente – etwa Passwörter, Bankdaten oder Kreditkartennummern – sollten besser nicht über WhatsApp versendet werden. Auch auf vertrauliche Gespräche via WhatsApp-Telefonie sollten Sie lieber verzichten. Die Verschlüsselung der Instant-Messenger-App ist nicht lückenlos und die Kommunikation könnte ggf. von unbefugten Dritten eingesehen oder mitgehört werden.

2. Lesebestätigung und Online-Status ausschalten

Ob Sie eine WhatsApp-Nachricht bereits gelesen haben, geht nicht jeden etwas an – ebensowenig wie die Info, wann Sie zuletzt online waren. Die blauen „Gelesen“-Häkchen lassen sich unter „Account“, „Datenschutz“ und „Lesebestätigungen“ ausschalten. Unter „Datenschutz“ können Sie außerdem einschränken, wer sehen darf, wann Sie in WhatsApp zuletzt online waren – das funktioniert unter „Zuletzt online“, indem Sie die Angabe „Jeder“ zu „Meine Kontakte“ oder „Niemand“ ändern.

3. WhatsApp nur über geschütztes WLAN nutzen

Öffentlich zugängliche Wifi-Hotspots wie sie etwa in Cafés oder Hotels angeboten werden, verschlüsseln die Datenübertragung nur selten – gerade im Ausland. Hacker können sich auf diesem Weg Zugang zu Ihren Benutzerdaten verschaffen. Nutzen Sie WhatsApp deshalb am besten nur über geschützte WLAN-Netze oder das mobile Internet.

4. Vorsicht bei Rufnummernwechsel

Wenn Sie ein neues Smartphone oder eine neue Rufnummer haben, reicht es nicht aus, WhatsApp einfach von Ihrem alten Handy zu löschen. Denn in diesem Fall kann es passieren, dass die alte Nummer neu vergeben wird und Ihre persönlichen WhatsApp-Daten einer fremden Person zugänglich werden. Bei einem Wechsel der Handynummer sollten WhatsApp-Nutzer deshalb am besten den gesamten Account löschen oder über die Funktion „Nummer ändern“ ihre Daten auf die neue Rufnummer übertragen. Das funktioniert unter „Einstellungen“ über die Reiter „Account“ und „Nummer ändern“.

5. Unbekannte Personen und Nachrichten löschen

Nehmen Sie auf WhatsApp keine Kontaktanfragen von Unbekannten an. Es könnte ein Virus sein. Auch wenn Sie eine Nachricht von einem unbekannten Absender erhalten oder Ihnen ein bekannter Kontakt eine Nachricht mit als kritisch zu bewertendem Inhalt (z.B. einem Download-Link) schickt, sollten Sie vorsichtig sein: Ignorieren Sie solche Nachrichten bzw. löschen Sie sie umgehend. Es könnte sich um eine infizierte Seite oder eine Abo-Falle handeln. Seien Sie auch bei Kettenbriefen oder anderen Nachrichten mit Aufforderung zur Weiterleitung kritisch. Die Installation einer Anti-Malware- und Virenschutz-Software auf Smartphone, Tablet und Co. ist zudem anzuraten, um das Risiko von Abzocke und Datenmissbrauch zu minimieren.

6. WhatsApp regelmäßig updaten

Führen Sie regelmäßig die Updates von WhatsApp durch, damit eventuelle Sicherheitslücken geprüft und vom Betreiber behoben werden können. Nur, wenn Sie die aktuellste Version der Instant Messenger-App nutzen, können Sie ausschließen, dass Sicherheitslücken älterer Versionen auftreten. Extra-Tipp: Prüfen Sie nach jedem Update, ob die von Ihnen gewählten Sicherheitseinstellungen noch vorhanden sind!

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