Wohnung ausräuchern: So funktioniert eine energetische Reinigung

Das Ausräuchern von Haus, Wohnung oder bestimmten Räumen soll für positive Energie und eine harmonische Atmosphäre sorgen. Wie das Räucherritual funktioniert, was man für die Zeremonie benötigt und wann der ideale Zeitpunkt dafür ist.

Eine Hand hält angezündetes Räucherbündel aus getrockneten Kräutern zur energetischen Reinigung vor türkisfarbenem Hintergrund

Räucherbündel aus getrockneten Kräutern sind beliebt für Räucherrituale in den eigenen vier Wänden – und lassen sich mit etwas Geschick selbst herstellen.

Rituale mit Räucherwerk in Wohnungen, Häusern oder an bestimmten Plätzen haben in vielen Kulturen eine lange Tradition und finden auch außerhalb der Esoterik immer mehr Anklang. Das sogenannte Ausräuchern wird aus unterschiedlichen Gründen praktiziert – beispielsweise zur Desinfektion oder zur energetischen Reinigung von Räumen.

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Warum räuchert man Räume aus?

Die esoterische Lehre geht davon aus, dass jeder Raum und jeder Gegenstand Energien speichert. Diese können sowohl positiv als auch negativ sein und von bestimmten Menschen oder Ereignissen stammen. Ziel des Ausräucherns ist es, den Raum oder die Wohnung mit positiver Energie zu fluten und negative Kräfte zu vertreiben oder ins Positive umzuwandeln. Neben der energetischen oder auch feinstofflichen Reinigung dient das Räuchern häufig der Desinfektion – so wird Räucherwerk bis heute in vielen asiatischen Großstädten eingesetzt, um schlechte Gerüche und die Verbreitung von Keimen einzudämmen.

Der ideale Zeitpunkt für eine energetische Reinigung

Je nach Kultur und Glaube gibt es verschiedene Ereignisse, bei oder nach denen geräuchert wird. Das können typische Wendepunkte im Leben wie ein Umzug, Streit oder eine Trennung sein, nach denen geräuchert wird, um einen Neuanfang mit positiven Energien einzuläuten. Aber auch große Putzaktionen, zum Beispiel der Frühjahrsputz oder Jahreskreisfeste wie die Sommersonnwende können der Anlass sein, um die eigenen vier Wände energetisch oder desinfizierend auszuräuchern und einen Neubeginn einzuläuten. Neben zeremoniellen Räucherritualen kann man einzelne Räume oder die gesamte Wohnung aber auch ausräuchern, um danach von einer entspannenden Aura zu profitieren.

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Das braucht man für eine Ausräucherung

Räucherbündel stammen ursprünglich aus der indianischen Kultur und werden aus getrockneten Kräutern zusammengebunden. Die Bündel oder Zöpfe glühen sehr langsam, können direkt an einer Kerze angezündet werden und ohne Kohle verwendet werden. Wer selbst einen Kräutergarten hat, kann das Räucherwerk sogar selbst herstellen – traditionelle Kräuter dafür sind beispielsweise Beifuß, Salbei, Wacholder, Eisenkraut, Lavendel, Zeder oder Rosmarin. Für die Räuchersticks mindestens zehn Zentimeter lange, angetrocknete Pflanzenteile eng zusammenschnüren und mit einen natürlichen Garn wie Naturbast, Baumwoll- oder Leinenfaden umwickeln. Die fertigen Pflanzenbündel hängend gut durchtrocknen lassen – werden sie im noch feuchten Zustand angezündet, qualmen sie mehr als dass sie räuchern. Zum Ausräuchern können die Räucherbündeln in die Hand genommen oder in einer Smudge Bowl – einem feuerfesten Gefäß mit spezieller Halterung – angezündet werden. Der Vorteil der letzteren Variante ist, dass sie ein sicheres und sauberes Räuchern ermöglicht, da Asche direkt aufgefangen wird.

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Alternativ kann eine Ausräucherung mit speziellen Räucherschalen aus einem feuerfesten Material wie Basalt, Keramik, Messing, Eisen oder Steingut vorgenommen werden. Zusätzlich benötigt man für das Räuchern mit der Schale Räuchersand, eine Zange, Räucherkohle und getrocknete Kräuter oder Harz sowie eine Feder. Der Sand wird in die Schale gefüllt und die glühende Kohle hineingegeben, die zum Anzünden in einer Zange gehalten wird, damit es nicht zu Verbrennungen kommt. Ist die Kohle gut durchgezogen, kommt das Räucherwerk hinzu, beispielsweise selbst getrocknete Kräuter. Der entstehende Rauch wird anschließend mit der Feder im Raum verteilt.

Anleitung: So räuchert man ein Zimmer aus

Schritt 1: Ausgiebiges Lüften

Bevor es ans eigentliche Räuchern öffnen Sie die Fenster des Raumes weit und schütteln Sie Kissen, Decken sowie Vorhänge gut aus, sodass ein Teil der Energie bereits im Vorfeld fließen kann. Vor dem Räucherritual die Fenster wieder schließen, genauso wie die Türen zu anderen Zimmern in Haus oder Wohnung.

Schritt 2: Vorbereitung auf das Räucherritual

Schalten Sie den Rauchmelder aus, sollte sich einer im Raum befinden. Egal ob Sie mit einem Räucherbündel oder einer Räucherschale arbeiten: Legen Sie sich alle für das Ausräuchern benötigten Gegenstände bereit. Wer mit einer Räucherschale arbeitet, sollte bereits jetzt die Kohle anzünden, da diese etwa zehn Minuten ziehen muss, bevor Blüten oder Harz hinzugegeben werden.

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Schritt 3: Mentale Vorbereitung

Die Zeit, in der die Räucherkohle durchzieht, sollten Sie dazu nutzen, sich mental auf die Räucherung vorzubereiten. Führen Sie sich vor Augen, was Sie mit dem Räucherritual erreichen möchten, und überlegen Sie, ob Sie bestimmte Wünsche oder Verabschiedungsbitten äußern möchten. Diese können Sie vorab auf ein Stück Papier schreiben, das Sie während der energetischen Reinigung bei sich tragen. Loslass-Wünsche können Sie im Anschluss an das Ausräuchern verbrennen, die Wünsche weiterhin bei sich tragen oder vergraben.

Schritt 4: Das Räucherritual

Wenn Sie sich mental auf das Ritual vorbereitet und alle benötigten Gegenstände bereitgelegt haben, starten Sie in der Mitte des Raums mit der eigentlichen Ausräucherung. Dazu das Räucherbündel anzünden oder die getrockeneten Blüten auf die heiße Kohle geben. Das Räucherwerk sollte nun glimmen, aber keinesfalls brennen. Von der Mitte des Raumes aus gehen Sie in kreisförmigen Bewegungen gegen den Uhrzeigersinn durch den Raum. Dabei den Rauch großzügig im Raum verteilen. Wer ein Räucherbündel verwendet, führt es kreisförmig in der Hand, bei einer Räucherschale wird der Rauch mit einer Feder mit kreisförmigen Bewegungen im Zimmer verteilt. Wenn der gesamte Raum mit Rauch gefüllt ist, können Sie kurz ausharren, bis der Dunst sich gleichmäßig verteilt hat. Wer das ganze Haus auf einmal ausräuchern möchte, sollte sich vom Keller aus nach oben arbeiten und im Anschluss mit dem Räucherwerk noch eine Runde um das komplette Haus drehen. Zwischen den einzelnen Räumen sollten Sie sich allerdings ausreichend Zeit geben.

Schritt 5: Abschließendes Lüften

Wenn der gesamte Raum mit Rauch geflutet war, alle Fenster öffnen, damit die alten Energien hinausströmen und die neuen hineinströmen können. Die Fenster dafür einige Minuten lang offen lassen, sodass kein Rauch zurückbleibt. Nach Abschluss des Räucherrituals nicht vergessen, den Rauchmelder wieder zu aktivieren.

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Räucherwerk für jeden Raum

Je nachdem, welches Ergebnis mit dem Räucherritual erzielt werden soll oder welcher Raum ausgeräuchert wird, sollten Sie anderes Räucherwerk verwenden. Denn jede Kräutersorte und jedes Harz ruft eine andere Stimmung und Wirkung hervor. In Wohn- und Arbeitsräumen sind Blüten wie Lavendel, Rose und Rosmarin ideal, da sie eine beruhigende Stimmung erzeugen. In Schlafzimmern sollten Sie ebenfalls zu entspannenden Pflanzen wie Baldrian, Hopfenblüte oder Beifuß greifen, die einen guten Schlaf fördern. In der Küche machen sich Salbei und Lavendel besonders gut, in Badezimmern erfrischende Kräuter wie Minze oder Rosmarin.

Viele Menschen und vor allem Kinder reagieren empfindlich auf zu starke Gerüche. Kinderzimmer deshalb nur kurz ausräuchern oder zu einem Kräuterkissen greifen.

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