Capsule Wardrobe: Diese Teile gehören in jede Frühlings- und Sommergarderobe

Das Prinzip einer Capsule Wardrobe ist simpel: lieber eine überschaubare Auswahl von gut miteinander kombinierbaren Lieblingsteilen als eine überwältigende Masse an Kleidung. Diese Basics für Frühling und Sommer gehören in jeden gut sortierten Kleiderschrank und erleichtern das tägliche Styling.

Frau im Trägertop steht lächelnd vor ihrem Kleiderschrank und hält ein schwarzes Blusentop auf Kleiderbügel in der Hand

Mit einer gut durchdachten, saisonalen Basisgarderobe fällt die tägliche Entscheidung für ein Outfit viel leichter.

Ein Schrank voller Lieblingsklamotten, die perfekt passen und sich gut miteinander kombinieren lassen – das ist der Grundgedanke einer Capsule Wardrobe, auf Deutsch „Kapsel-Garderobe“. Das Kleiderschrankprinzip ist hilfreich für Frauen, die Mode verantwortungsvoller und nachhaltiger konsumieren möchten – und für jeden, der bei der morgendlichen Outfit-Wahl schneller vorankommen möchte oder ein minimalistisches Styling bevorzugt. Denn wer seine ideale Grundgarderobe erst einmal zusammengestellt hat, merkt schnell: Alle vorhandenen Kleidungsstücke werden regelmäßig getragen, statt kurzlebiger Trend-Teile etablieren sich zeitlose Klassiker im Schrank und überflüssige Spontankäufe gehören der Vergangenheit an.

Die Freude an Mode bleibt mit einer Basisgarderobe trotzdem nicht auf der Strecke: Eine saisonal wechselnde Capsule Wardrobe bietet trotz der reduzierten Auswahl vielseitige Styling-Möglichkeiten. Wer seine Kleidung immer wieder der jeweiligen Jahreszeit anpasst, freut sich umso mehr über die wechselnde Garderobenvielfalt und Rückkehr von in Vergessenheit geratenen „Oldies“ in den Schrank.

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Welche Basic-Teile für Frühling und Sommer in Ihrem Kleiderschrank hängen sollten, wenn Sie eine Capsule Wardrobe aufbauen wollen, lesen Sie in unserem Fashion-Ratgeber.

Kleiderschrank neu organisieren: Regeln sind gut, aber nicht zwingend

Wichtig für das erfolgreiche Umsetzen des Capsule-Wardrobe-Prinzips: Lassen Sie sich nicht zu sehr von Regeln beeindrucken und überlegen Sie gut, welche Kleidungsstücke essenziell für Ihren individuellen Modegeschmack, Beruf und Lebensstil sind. Das klassische Kostüm ist beispielsweise ein unverzichtbares Basic-Teil, wenn Sie in einem Unternehmen mit Dresscode tätig sind, ist im Schrank einer Arzthelferin oder Verkäuferin mit vom Arbeitgeber vorgegebener Arbeitskleidung aber überflüssig. Überzeugte Capsule-Wardrobe-Fans setzen das Prinzip auch bei Schuhen, Handtaschen, Schmuck und anderen Accessoires konsequent um. Wie strikt Sie die Regeln befolgen, bleibt aber ganz Ihnen überlassen. Tendenziell sollte Ihre Basisgarderobe so viele Stücke umfassen, dass Sie alle regelmäßig tragen. Im Idealfall haben Sie einen guten Überblick über Ihre Garderobe und wissen genau, was wo im Schrank hängt.

Dabei ist es trotzdem erlaubt, häufig getragene Teile in mehreren Farb- oder Mustervarianten anzuschaffen – insbesondere dann, wenn Sie sich berufsbedingt an einen strikte Business-Dresscode halten müssen. In diesem Fall ist es mit einem oder zwei Sets Kleidung in der Regel nicht getan: Mal ist das Kostüm noch in der Reinigung oder die Hemdbluse liegt mit Kaffeeflecken im Wäschekorb, wenn Sie sie eigentlich anziehen wollen. Mit Ihrer Capsule Wardrobe sollten Sie deshalb sicherstellen, dass Sie ausreichend viele Teile haben, um genügend Outfits für eine Arbeitswoche zusammenzubekommen. Übrigens: Unterwäsche, Schlafanzüge und Active Wear sind von der minimalistischen Basisgarderobe in der Regel ausgenommen.

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Capsule Wardrobe: Die Idee

Erfunden wurde das Prinzip, den Kleiderschrank zu organisieren, von der Britin Susie Faux: Die Boutiquebesitzerin erkannte bereits in den 70er-Jahren das Problem, dass viele Menschen impulsiv billig produzierte Wegwerfteile kaufen und aufgrund der unüberschaubaren Anzahl an Kleidungsstücken nie das Richtige finden. Daraufhin entwickelte sie ihre Capsule Wardrobe anhand der Idee, eine Garderobe aus einigen wenigen Basic-Teilen zu bilden, die mit einzelnen saisonalen oder an aktuellen Modetrends orientierteren Kleidungsstücken kombiniert und abgewechselt werden kann.

Faux' Idee ist mehr als 40 Jahre später aktueller denn je: Seit dem Einsturz einer Textilfabrik in Bangladesh am 24. April 2013, bei dem 1135 Menschen ums Leben kamen, steht die Modeindustrie aufgrund der aus ethischer und ökologischer Sicht kaum vertretbaren Massenproduktion zunehmend in der Kritik. Immer mehr Textilunternehmen und Konsumenten in Westeuropa denken um und setzen sich für eine nachhaltige Produktion ein, die Mensch und Umwelt schont. Dazu gehört auch, andere anzuregen, bewusster über ihr Einkaufsverhalten nachzudenken und nur dann neue Kleidung zu kaufen, wenn sie wirklich benötigt wird. Aufgrund dieser Entwicklung liegt das Capsule-Wardrobe-Prinzip wieder im Trend und wird unter anderem von Influencern wie der Britin Anna Newton oder der US-Amerikanerin Caroline Joy öffentlichkeitswirksam umgesetzt.

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Vor dem Shoppen: Die Bestands- und Bedarfsaufnahme

Bevor Sie neue Kleidungsstücke einkaufen, sollten Sie sich Zeit nehmen, um Ihre bestehende Garderobe einem gründlichen Check zu unterziehen: Überlegen Sie wirklich gründlich, worauf es für Sie in der Frühjahr-/Sommersaison modisch ankommt und für welche Eventualitäten Sie mit Ihrer Garderobe ausgestattet sein müssen:

  • Wie kleiden Sie sich im Job? Welche Anlässe gibt es, die von Ihrer üblichen Business-Garderobe abweichen?
  • Welche Freizeitaktivitäten betreiben Sie in der warmen Jahreszeit? Fahren Sie beispielsweise viel mit dem Fahrrad?
  • Stehen wichtige Veranstaltungen oder formelle Anlässe bevor, etwa eine Hochzeit oder ein elegantes Dinner-Event?
  • Planen Sie Reisen, für die Sie andere Teile benötigen als im Frühling und Sommer zu Hause?
  • In welchen Teilen haben Sie sich im Vorjahr am wohlsten gefühlt?
  • Welche Kleidungsstücke haben Sie in der letzten Saison am häufigsten getragen – und welche Teile am wenigsten oder gar nicht?
  • Welche Farben und Muster tragen Sie am liebsten?

Wenn Sie alle diese Fragen für sich beantwortet und sich gegebenenfalls Notizen gemacht haben, geht es weiter zur Bestandsaufnahme in Ihrem Schrank. Welche Teile sind vorhanden, welche können Sie getrost aussortieren und was fehlt noch für eine komplette Basisgarderobe? Wenn Sie sich bei dieser Frage unsicher sind, können Sie sich an der Checkliste unten orientieren. Bevor Sie Ihre Capsule Wardrobe für Frühling und Sommer zusammenstellen, sollten Sie Herbst- und Winterteile in luftdichten Plastikboxen verstauen und aussortierte Kleidung zum Verkaufen, Verschenken oder Spenden vorbereiten.

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DONNA-Tipp: Sinn der Capsule Warderobe ist nicht, direkt zum Einkaufsbummel loszuziehen. Im Idealfall befindet sich ein Großteil Ihrer künftigen Basisgarderobe schon in Ihrem Schrank. Vor allem sollte die Capsule Wardrobe Ihrem persönlichen Modestil entsprechen und altbewährte Lieblingsstücke umfassen, die falls nötig noch durch das ein oder andere neue Teil vervollständigt werden.

Checkliste: Diese Kleidungsstücke gehören in eine Capsule Wardrobe im Frühling/Sommer

Damit Sie beim Zusammenstellen Ihrer Kleiderschrank-Basics für Frühjahr und Sommer eine gute Orientierung behalten, ist es hilfreich, nach diesen vier Kleidungskategorien vorzugehen:

1. Outerwear: Jacken, Blazer, leichte Mäntel

Denken Sie bei der Wahl der Jacken daran, dass das Wetter im Frühjahr wechselhaft sein kann: Empfehlenswert ist mindestens ein wind- und wetterfestes Modell für die Übergangszeit, beispielsweise ein leichter Parka oder Regenmantel. Ein Trenchcoat ist eine gute Ergänzung, wenn Sie eine Business-Garderobe mit Dresscode befolgen müssen. Der Mantelklassiker lässt sich zu einem Hosenanzug, Kostüm oder eleganten Kleid genauso wie zu Jeans und T-Shirt kombinieren. Auch ein Blazer passt immer, egal ob Beruf, Freizeit oder schickes Abend-Event. Wenn Sie im Büro häufig Blazer tragen macht es Sinn, den Jackenbestand um ein zusätzliches Modell in einer anderen Farbe, mit einem anderen Muster oder aus einem anderen Material zu ergänzen. Für den Sommer sind eine Jeansjacke, eine (Kunst-)Lederjacke oder ein leichter Blouson praktische Begleiter. Auch ein dünner Sommermantel ist ein wandelbarer Stylingpartner, der viele Kombinationsmöglichkeiten bietet.

Anzahl: 4 bis 10 Teile

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2. Oberteile: Blusen, Tops, T-Shirts, Pullis und Longsleeves

Unabhängig vom Stil gehören unifarbene T-Shirts in jede Basic-Garderobe, beispielsweise in Weiß, Grau und Schwarz. Mit Shirts in diesen neutralen Farbtönen können Sie variieren und haben auch dann noch Nachschub, wenn ein Modell mal in der Wäsche ist. Auch einfarbige Longsleeves sind unverzichtbar für eine Capsule Wardrobe im Frühling und Sommer: Schlichte Langarmshirts können an warmen Tagen solo und bei kühlen Temperaturen im Lagen-Look getragen werden. Fürs Office oder elegante Anlässe können Sie eine klassische Hemdbluse in einer Farbe oder einem Muster Ihrer Wahl hinzufügen – beispielsweise in Weiß oder mit dezenten Längsstreifen. Eine gute Ergänzung für Frauen mit femininem Stil ist eine Spitzenbluse, die zu Jeans, Röcken oder Trägerkleidern passt. Auch Trägertops, etwa ein Camisole mit Spitzendetails, lassen sich gut kombinieren und werden mit einem eleganten Unterteil und schicken Schuhen zum Ausgeh-Look. Ebenfalls praktisch: eine luftige Tunika, die Sie im Sommer nicht nur im Alltag, sondern auch als Extraschicht über Bikini oder Badeanzug stylen können. Auch an einen oder zwei leichte Pullover oder Cardigans sollten Sie denken.

Anzahl: 5 bis 10 Teile

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3. Unterteile: Jeans, Shorts, Stoffhosen und Röcke

Bei den Unterteilen für die Capsule Wardrobe können Sie etwas großzügiger sein und, abhängig von den Einsatzmöglichkeiten in Ihrem Alltag, drei bis fünf Jeansmodelle in unterschiedlichen Waschungen wählen. Das könnte zum Beispiel so aussehen: eine Straight Leg Jeans in klassischem Indigoblau, eine Boyfriend-Jeans in heller Waschung, eine Cropped Jeans mit leicht ausgefranstem Saum, eine schwarze Skinny Jeans und eine dunkelblaue Jeans im Marleneschnitt. Auch die ein oder andere Stoffhose ist im Frühjahr und Sommer praktisch, beispielsweise eine Bundfaltenhose fürs Office, High-Waist-Shorts mit Taillengürtel für heiße Tage und eine Culotte für elegante Anlässe. Bei Röcken gilt: Legen Sie sich ein bis drei Exemplare zu, die Ihrem Stil entsprechen. Sportliche Frauen, die im Alltag legere Outfits bevorzugen, können beispielsweise zu einem Jeansmini greifen, Business-Frauen eher zu einem Bleistiftrock. Immer hilfreich bei Styling-Krisen oder für formelle Anlässe wie eine Hochzeit: ein farbenfroher, auffälliger Rock, beispielsweise ein Plisseerock oder Midirock in A-Linie, der zu Bluse oder Camisole elegant, mit einem T-Shirt dagegen lässig wirkt. Für Urlaube oder einen Tag am See können Sie Ihre Garderobe mit Freizeit-Shorts, Bermudas oder einer ähnlich legeren, kurzen Hose ergänzen.

Anzahl: 3 bis 10 Teile

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4. Kleider

Frauen, die grundsätzlich keine „Kleidertypen“ sind, können diese Kategorie einfach außer Acht lassen und sich für ihre Capsule Warderobe im Frühjahr und Sommer stattdessen in einer anderen Rubrik ein Zusatzteil leisten. Alle anderen sind mit den folgenden Kleidermodellen gut ausgestattet: Ein Hemdkleid geht immer gut als Freizeit- oder Business-Teil und ist in Varianten für jede Figur erhältlich – beispielsweise ein tailliertes Modell in A-Linie oder ein lässiges Oversize-Modell. Ein T-Shirt-Kleid lässt sich vielseitig kombinieren und layern, funktioniert an warmen Tagen aber auch im Alleingang oder als schnelles Überziehteil beim Baden. Ein Trägerkleid ist nicht nur im Sommer ein passender Begleiter, sondern lässt sich an kühlen Frühlingstagen auch über Bluse, Longsleeves oder T-Shirt zu Stiefeletten und einer Strumpfhose stylen. Spitzenkleider können mit Jeansjacke und Sneakern lässig, mit Blazer businesstauglich gestylt werden. Ein gemustertes Midi- oder Maxikleid lässt sich an warmen Tagen schnell zu Sandalen kombinieren, mit eleganten Schuhen aber beispielsweise auch als Hochzeitsoutfit tragen. Wenn Sie im Frühjahr und Sommer fast ausschließlich Kleider tragen, können Sie noch weitere Modelle zulegen, die sich im Idealfall für Lagen-Looks eignen. Dann sind Sie mit den Allroundern für verschiedenste Wetter- und Temperaturverhältnisse gewappnet.

Anzahl: 1 bis 10 Teile

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Fazit: Was bringt eine Capsule Wardrobe?

Schon mit wenigen Teilen können Sie sich eine gut kombinierbare, variable und für viele Anlässe geeignete Capsule Wardrobe zusammenstellen. Wenn Sie das Prinzip mehrere Saisons lang durchziehen, werden Sie schnell erkennen, bei welchen Kategorien Sie mehr oder weniger Teile benötigen und können Ihre reduzierte Grundgarderobe so fortlaufend optimieren. Wollen Sie Ihrem Kleiderschrank eine Detox-Kur verpassen oder radikal ausmisten, können Sie natürlich auch weniger Teile wählen. Eine vollständige Basic-Garderobe für die Frühjahr- und Sommersaison können Sie aber bereits mit rund 20 bis 40 Teilen kreieren. Wer will, geht bei Schuhen und Accessoires nach demselben Prinzip vor.

Aber: Seien Sie mit sich selbst nicht zu streng. Der Umstieg auf eine minimalistische Garderobe klappt nicht von heute auf morgen und erfordert auch etwas Übung. Nutzen Sie die Capsule-Wardrobe-Methode, um Ihren eigenen Stil besser kennenzulernen. Denn bei einer Schrankinventur erkennen Sie, was Sie gerne bzw. nicht gerne tragen und können ausgehend von der Bestandsaufnahme Ihre Einkaufsgewohnheiten anpassen und das Risiko von Fehl- oder Impulskäufen reduzieren.