Faire Active Wear: Die besten Labels für nachhaltige Sportmode

Mit High-Tech-Materialien und schicken Designs motiviert die neue Active Wear selbst Sportmuffel zum Training. Welche Marken fair produzierte Funktionskleidung anbieten, die Mensch und Umwelt schont, aber auch sportlichen Anforderungen gerecht wird? Wir stellen die besten Labels für Yoga, Outdoor-Sport und Co. vor.

Kampagnenbild aus der Herbst-/Winterkollektion 2018 von Ambiletics mit einem Model in Sportbekleidung, das einen Ausfallschritt macht

Die neue Generation Active Wear von grünen Labels wie Ambiletics ist bequem, nachhaltig produziert und auch noch schön anzusehen.

Fit werden und ganz nebenbei Gutes für die Umwelt tun – das klappt mit Active Wear von Sportmodemarken, die nach fairen Standards produzieren und nachhaltige Textilien anbieten, die zugleich mit Tragekomfort und einer modischen Optik überzeugen. Hier erfahren Sie, welche Labels für welche Sportart die passenden Looks liefern:

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Grüne Modelabels für Yoga, Fitness und Laufsport

Ob Krafttraining im Fitnessstudio, Yoga zu Hause oder Joggen im Freien: Für Frauen ist es bei all diesen Workouts wichtig, dass sensible Körperpartien wie etwa die Brust ausreichend Halt bekommen und die Kleidung jede Bewegung problemlos mitmacht – und dabei bequem am Körper anliegt, ohne zu verrutschen. Je nach Art des Trainings sorgen Tanktops, Funktionsshirts oder Leggings aus atmungsaktiven Materialien dabei, dass der Schweiß schnell abtransportiert wird und die Sportkleidung nicht schon nach wenigen Minuten unangenehm am Körper klebt. Diese Labels produzieren tolle Sportmode für Yoga, Fitness und Laufsport:

AEANCE

Funktionalität trifft auf High Fashion: Das deutsche Active Wear Label AEANCE produziert nachhaltige Sportbekleidung in skandinavisch-minimalistischen Designs. Gründerin Nadine-Isabell Baier und ihr Businesspartner Arendt van Deyk lassen alle Kollektionsteile in Europa herstellen – mit ressourcenschonenden, teilweise recycelten Materialien wie zum Beispiel wiederverwertetem Elastan. Alle Produkte des Labels sind mit dem bluesign® oder OEKO-TEX® Siegel ausgezeichnet, die garantieren, dass die Bekleidung unter fairen Produktionsbedingungen und mit umweltfreundlichen Methoden produziert wird. Viele Teile von AEANCE, etwa eine Jacke mit wasserdichter, bioionischer Membran, sind ideal für Läufer und andere Outdoor-Sportler geeignet, aber auch für das Workout zu Hause oder im Fitnessstudio bietet das junge Label die passenden Designs.

Ambiletics

Ambiletics ist noch ganz frisch in der Riege der nachhaltigen Sportmodeproduzenten: Erst im Sommer 2018 ging das Label von Gründerin Giulia Becker mit der ersten Kollektion in den Verkauf. Neben Bio-Baumwolle, Bambus und recyceltem Polyester als Materialien für modische Damen-Workwear produziert das Berliner Label unter anderem Leggings und Sport-BHs aus Plastikmüll und PET-Flaschen. Für eine umweltschonende Herstellung werden Flaschen und anderer Plastikmüll geschreddert, eingeschmolzen und zu hauchdünnen Fäden verarbeitet. Unsere Lieblingsteile: Die bunt gemusterten Leggings tragen zu nachhaltigem Recycling bei und machen Yoga-, Fitness- oder Lauftraining zum kunterbunten Sportvergnügen.

MANDALA

Die Münchnerin Nathalie Prieger gründete ihr Yoga-Label MANDALA bereits im Jahr 2001. Die Grundlagen ihres Start-ups für feminine Yogamode: nachhaltige Produktion und Ökomaterialien. Alle Leggings, Tops und BHs aus den Kollektionen, die inzwischen um kuschelige Cardigans, Pullover und andere Freizeit-Looks erweitert wurden, werden aus Bio-Baumwolle, Tencel, Modal, Merinowolle oder Stoffen aus recycelten Plastikflaschen hergestellt und können optisch locker mit den großen Sportmodeherstellern mithalten.

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nice to meet me

Faire Kleidung sieht voll öko aus? Das Active Wear Label nice to meet me beweist das Gegenteil mit knallbunten Designs, auffälligen Prints und Sportmode, die eigentlich zu schade für das Schwitzen im Fitnessstudio ist. Das österreichische Familienunternehmen mit Sitz in Linz produziert Damen-, Herren- und Unisex-Looks in einer Fabrik in Tschechien. Die Herstellung aller Teile innerhalb Europas ist dem Team besonders wichtig. Dabei setzt die junge Marke voll auf die Philosophie des Yoga: Gewaltlosigkeit und Nachhaltigkeit als Lebensstil – ohne Ausbeutung von Arbeitern, Billiglöhnen und chemisch behandelten Textilien.

Grüne Modelabels für Outdoor- und Wintersport

Sport in der freien Natur erfordert Kleidung, die luftdurchlässig ist, trocken hält und Schweiß problemlos nach außen abtransportiert. Darüber hinaus muss die Active Wear den Körper auch bei extremer Witterung mit Wind und winterlichen Temperaturen unter Null warm halten. Dass sich High-Tech-Funktionskleidung und eine faire und nachhaltige Herstellung nicht ausschließen müssen, beweisen diese Labels:

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Open Wear

Bei einer Skitour in den Schweizer Bergen erkannte Martijn Jegerings, dass er dringend eine neue Ausstattung benötigt. So kam der Schweizer auf den Gedanken, ein eigenes Label zu gründen, dessen Produkte sowohl optisch als auch funktional überzeugen und dabei zugleich auf nachhaltige Materialien und Produktionsweisen setzen. Über einen ehemaligen Arbeitskollegen entstand der Kontakt zu Chris Westen, seinem späteren Co-Founder, der im indischen Jakarta bei einer Outerwear-Marke arbeitete und kurzerhand mit ins Gründerboot sprang. Open Wear war geboren – und mit dem Label eine Crowdfunding-Kampagne für eine Jacke aus der ersten Kollektion „Open One“. Dank der Unterstützung einer Community aus leidenschaftlichen Skifahrern und Snowboardern, die das Outdoor-Stück aus der neuen Linie bereits dem Praxistest auf der Piste unterzogen hatten, wurde Open Wear in der Szene schnell bekannt: für qualitativ hochwertige Teile, die optisch ansprechend sind und unter anderem durch tierleidfrei produzierte Materialien wie der Daunenalternative PrimaLoft® dabei helfen, die Umwelt zu schonen. Produziert werden alle Outdoor-Teile des Start-ups unter fairen Arbeitsbedingungen und mit fairen Löhnen in kontrollierten Fabriken, beispielsweise in China.

Patagonia

Mit mehr als 1000 Mitarbeitern und einem durchschnittlichen Jahreseinkommen von rund 600 Millionen US-Dollar zählt das Label Patagonia zu den großen Playern im Outdoor-Geschäft. Und doch bleibt das Unternehmen von Firmengründer Yvon Chouinard in vieler Hinsicht ein Vorbild. Die Kleidung der kalifornischen Marke steht für hohe Qualität – lässt diese bei einer in die Jahre gekommenen Jacke oder Hose doch irgendwann einmal nach, können die Kunden ihre gebrauchten Kleidungsstücke zum Recyceln zurückgeben. Das Outdoor-Label regt seine Kunden bewusst dazu an, weniger und seltener zu kaufen und diese Teile dann möglichst lange zu tragen. Auf seiner Website bietet Patagonia den Kunden umfassende Pflege- und Reparaturanleitungen. Wer damit alleine nicht zurechtkommt, kann das kaputte Teil von geschulten Mitarbeitern in den Stores des Labels oder speziellen Werkstätten flicken lassen. Zudem spendet das US-Unternehmen jedes Jahr ein Prozent seines Gesamtumsatzes an Umweltschutzorganisationen. Viele Produkte des Labels sind Bluesign ®-zertifiziert, jedoch sucht das Unternehmen bis dato noch eine funktionale Alternative zum Einsatz des umstrittenen PFC als Imprägniermittel, weshalb es sich hierbei um keine hundertprozentig nachhaltige Marke handelt.

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PYUA

Relativ neu im Outdoor-Business ist das Kieler Label PYUA, das als einer der ersten Textilanbieter weltweit mit Closed-Loop-Recycling arbeitet: Dabei werden die Kleidungsstücke aus bereits recyceltem Polyester hergestellt und können von den Kunden nach dem Tragen erneut zum Recyceln zurückgegeben werden. Dank dieses geschlossenen Recycling-Kreislaufs kann das Unternehmen dann beispielsweise aus einer zurückgebrachten Jacke eine neue Hose fertigen. Das verkleinert den ökologischen Fußabdruck bei der Textilproduktion, da bei der Kleidungsproduktion weniger Abfall und CO2-Emissionen anfallen und der Einsatz von Rohöl minimiert wird. Die Active Wear von PYUA ist dank der eigens für das Label entwickelten CLIMALOOP™ Polyester-Membran wasserfest, winddicht sowie atmungsaktiv – und damit bestens für den Aufenthalt in den Bergen und am Meer geeignet.

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VAUDE

Transparente Produktions- und Arbeitsbedingungen und ein eigenes Bewertungssystem für umweltfreundliche Outdoor-Produkte, das „Green Shape“-Siegel: Das baden-württembergische Unternehmen VAUDE ist ein Nachhaltigkeitspionier in der Outerwear-Branche. Seit 1980 ist das Unternehmen in Tettnang-Obereisenbach ansässig, wo ein Großteil der Produkte von einem 42-köpfigen Team in Handarbeit hergestellt wird. Die Teile, die in Partnerproduktionsstätten in Taiwan, Vietnam und China hergestellt werden, unterliegen einer strengen Qualitätskontrolle und sind mit Öko-Labels wie bluesign® zertifiziert. Auch bei der ausgelagerten Produktion unterstützt VAUDE die Einhaltung und Optimierung nachhaltiger Standards. Die Produkte des grünen Labels sind mit internationalen Umweltsiegeln wie ISO14001 und EMAS gekennzeichnet. Neben Rucksäcken und Fahrradtaschen bietet VAUDE die passende Funktionsbekleidung für Wandern, Trekking, Bergsteigen, Radfahren und andere Outdoor-Sportarten.

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