Mode-Innovationen: Das können die neuen High-Tech-Materialien

In der Modebranche tut sich was: Neu entwickelte Materialien haben faszinierende Fähigkeiten. Und erinnern manchmal fast schon an Gadgets von James Bond. Wir stellen vier spannende Innovationen vor, die unseren Alltag erleichtern und nachhaltiger machen.

Drei verschiedene Stoffe, Materialien übereinander liegend in Silber, Gelb und Braun

Mehr als nur ein Stöffchen: DONNA Online stellt vier modische Innovationen vor, die unseren Alltag bereichern.

Heutzutage ist Mode nicht gleich Mode: faszinierende High-Tech-Materialien machen unsere liebsten Teile nicht nur hübsch, sondern auch ziemlich praktisch – und teilweise noch als tolles Extra veganerfreundlich und nachhaltiger. Wir stellen Ihnen vier der spannendsten neuen Materialien vor und erklären, was sie können:

1. Innovation: Brillen, die das Licht filtern

Brille von Ace & Tate

Blueblock-Brille mit schützendem Glas: Modell „Lola” von Ace & Tate, ab 120 Euro.

Bevor Sie jetzt nicht weiterlesen, weil Sie eh keine Brille tragen: Diese kann jeder gebrauchen. Denn Blueblock-Modelle filtern 98 Prozent des blauen Lichts, von dem wir täglich umgeben sind. Es leuchtet uns entgegen aus jedem Bildschirm, egal, ob Computer, Smartphone oder Tablet – und auch aus LED-Beleuchtung. Und tut uns offenbar nicht gut: Gereizte Augen, Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen und sogar Schädigung der Netzhaut sollen die Folge sein.

Brillen-Guide: Das passende Modell zu jeder Gesichtsform

Außerdem stört das blaue Licht die Produktion des körpereigenen Melatonins und damit den Schlaf-wach-Rhythmus. Brillengläser mit einer speziellen Ausrüstung blockieren das kurzwellige Licht. Blueblock-Glas kann inzwischen bei vielen Brillenherstellern für Korrekturbrillen (oder auch Fensterglasbrillen) als Zusatzoption hinzugewählt werden und ist so gut wie unsichtbar.

2. Innovation: Ein Stoff, der (fast) alles kann

Hellblaue Bluse aus Lyocell in Denim-Optik

Aus Lyocell: Bluse von C&A, um 20 Euro.

Läuft nicht ein, leiert nicht aus, ist saugfähiger als Baumwolle, wärmt wie Schurwolle, kühlt wie Leinen, knittert nicht und ist auch noch biologisch abbaubar ... Wenn’s Lyocell nicht schon gäbe, müsste man diesen Stoff glatt erfinden. Kein Wunder also, dass uns das Multitalent, auch unter dem Markennamen Tencel bekannt, gerade überall in der Mode begegnet.

Doch was ist Lyocell eigentlich? Eine Zellulosefaser, die vor allem aus asiatischem Eukalyptusholz (aus nachhaltiger Forstwirtschaft!) industriell hergestellt wird. Dafür wird die Zellulose mittels eines ungiftigen Lösungsmittels gelöst und versponnen, wobei man das Lösungsmittel nahezu komplett wiederverwenden kann. Und dank ihrer Festigkeit ist Lyocell die erste Faser, die einen Denim-Look hinkriegt – mit Griff und Fall von gewaschener Seide.

3. Innovation: Ein Papier, das Leder ersetzt

 

Brauner Weekender aus festem Papier

Papiertasche „Large Duffle”- Weekender von Urban Kraft, um 100 Euro.

Es fühlt sich so an, sieht auch so aus – und ist tatsächlich eine Art Papier. Das neue Lieblingsmaterial für vegane Taschen punktet aber mit hoher Stabilität. Das Geheimnis hinter der Reißfestigkeit? Längere Fasern! Gampi-Rinde, Bambus und Mitsumata (Pflanzen, die ganz natürlich in Japan wachsen), werden – ähnlich wie bei der traditionellen Papierherstellung – in einem aufwendigen Prozess von Hand verarbeitet. Das Ergebnis macht nachhaltige Taschenfans glücklich: Von Shopper über Rucksack bis hin zu Weekender – die Modelle sind superleicht und können trotzdem bis zu 30 Kilo Gewicht tragen. Sie sind wasserabweisend, waschbar und extrem strapazierfähig. Wir finden: eine ökologisch astreine Alternative zu den Leder-Bags – nicht nur für Veganerinnen.

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4. Innovation: Eine Wetterjacke, die schwebt

Helle Wetterjacke auf schwarzem Untergrund

XTRALEICHT Wetterjacke „Asolo” von Wolfskin Tech Lab, um 500 Euro.

Wer mag schon in viel Material verpackt wie ein Michelinmännchen durch die Stadt flanieren? Frieren ist allerdings auch nicht schön. Jetzt gibt es eine Jacke, die uns vor Wind und Wetter schützt – und gleichzeitig ziemlich cool aussieht. Der Parka aus atmungsaktivem Polyamid kommt nämlich ganz ohne Membrane aus. Beinahe transparent wirkt er dadurch, lässt die darunterliegende Kleidung ganz leicht durchschimmern. Die Oberfläche wurde von außen speziell beschichtet und gewachst, wodurch jede Bewegung beim Tragen edle Knitterspuren hinterlässt – eine Patina wie Pergamentpapier. Außerdem hat die Jacke eine Kapuze mit verstellbarem Gesichtsfeld. Das Beste aber: Mit gerade mal 475 Gramm Gewicht ist sie ein absolutes Leichtgewicht.

Autorin: Kerstin Seidel

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