Nachhaltig(er) shoppen: 5 Secondhand-Teile, die sich lohnen

Ob gut sitzender Blazer oder Straight Leg Jeans: Manche Kleidungsstücke kommen nie aus der Mode. Außerdem haben Klassiker aus vergangenen Jahrzehnten meist eine bessere Qualität als neu produzierte Fast Fashion. Bei diesen fünf Teilen sollten Sie beim Vintage-Shopping zugreifen.

Frau mittleren Alters steht hinter einer Kleiderstange mit verschiedenen Kleidungsstücken und hält eine weiße Bluse an ihren Körper

Kleidung aus zweiter Hand hat eine deutlich bessere Ökobilanz als neu produzierte Massenware von der Stange. Außerdem lassen sich in Secondhandläden wahre Modeschätze aus vergangenen Jahrzehnten entdecken.

Mit der Tendenz zu immer mehr Nachhaltigkeit im Alltag erfreut sich auch das Secondhand-Shopping zunehmender Beliebtheit. Denn ungeliebter, von anderen Menschen aussortierter Kleidung mit einem Secondhand-Kauf ein neues Leben zu schenken, schont die Umwelt und ist damit eine grüne Alternative zu kurzlebiger Fast Fashion. Wer sich schon etwas intensiver mit Vintage-Kleidung befasst hat, weiß: Während viele Kleidungsstücke heute aufgrund von Kosten- und Zeiteinsparungen in fragwürdiger Qualität hergestellt werden und schon beim zweiten oder dritten Tragen oder Waschen aus den Nähten gehen, ist Retromode häufig deutlich besser verarbeitet.

Vintage-Luxus: Diese Designerteile lohnen sich aus zweiter Hand

Vor allem in den 70er-, 80er- und 90er-Jahren wurden Röcke, Mäntel oder Stoffhosen meist noch mit mehr Sorgfalt und aus hochwertigeren Textilien hergestellt. Das zeigt sich auch darin, dass Secondhand- und Vintage-Läden überwiegend Kleidungsstücke aus diesen Jahrzehnten anbieten, die trotz ihres stolzen Alters teilweise noch wie neu aussehen. Ein Grund mehr also, sich nach Secondhand-Stücken für den eigenen Kleiderschrank umzusehen. Welche Modeklassiker sich beim Kauf aus zweiter Hand besonders lohnen und mit welchen Tricks sich die Retrostücke zeitgemäß stylen lassen, lesen Sie hier.

1. Trenchcoat

Ob für Damen oder Herren: Ein Trenchcoat ist eine zeitlose Übergangsjacke, die selbst das simpelste Outfit gleich ein wenig schicker aussehen lässt. 1914 von Thomas Burberry, dem „Vater des Trenchoats“, erfunden, avancierte der robuste Mantel schnell zum Kleiderschrankliebling, der spätestens mit Audrey Hepburns Modell im Hollywoodklassiker „Frühstück bei Tiffany“ seinen Weg in die Damenmode fand. Insbesondere Vintage-Modelle von Burberry, dem Trenchcoat-Label schlechthin, sind sowohl im stationären Secondhand-Handel als auch auf Onlineportalen wie eBay, Kleiderkreisel oder Vestiaire Collective häufig zu finden. Während die neuen Modelle aus Baumwollgabardine locker 2000 Euro und mehr kosten, sind Vintage-Mäntel von Burberry mit etwas Glück bereits für rund 100 bis 150 Euro zu haben.

Aber auch von No-Name-Labels und anderen Herstellern sind Trenchcoats aus zweiter Hand gut zu finden. Der Vorteil von Secondhand-Modellen gegenüber neuen Trenchcoats: Vor allem Modelle aus den 80er- und 90er-Jahren punkten mit ihrem ungewöhnlichen Look, beispielsweise mit kontrastierten Eingriffstaschen, Materialmix oder auffälligen Gürtelschnallen. Auch extravagante Lackledermäntel aus den 60er-Jahren sind in Vintage-Läden noch zu finden. Mit einem Retro-Unikat heben Sie sich garantiert von den massenhaft produzierten Trenchcoats großer Modeketten ab.

Styling-Tipps: Der passende Trenchcoat für jede Figur

DONNA-Tipp: Im Gegensatz zu modernen Trenchcoats fallen Vintage-Mäntel von Burberry und anderen Herstellern meist wesentlich länger aus und haben einen Oversize-Schnitt. Bei einem Schnäppchenangebot sollten Sie dennoch nicht zögern: Ein guter Schneider kann den Trenchcoat für ein paar Euro kürzen oder taillierter schneiden.

2. Mom Jeans und Straight Leg Jeans

Egal, wie viel oder wenig Sie sich für Mode interessieren: Mindestens ein Paar Jeans haben Sie garantiert im Schrank, oder? Wie robust die Denimhosen wirklich sind, beweisen uns Vintage-Modelle wie die beliebte Levi's „501“, ein Straight-Leg-Dauerbrenner in der Jeanswelt. Die Hosenklassiker der Kultmarke sind secondhand heiß begehrt – so sehr, dass das Label in seinen Archiven stöberte und eine „neue alte Kollektion“ mit aufgearbeiteten Vintage-Levi's herstellte. Doch es muss keine kostspielige Retrojeans von einem Markenhersteller sein: Ob auf dem Flohmarkt, bei Online-Portalen für Kleidung aus zweiter Hand oder einem Secondhand-Shop: Vintage-Jeans von Lee, Wrangler oder Levi's sind gut zu finden.

DONNA-Tipp: Vorsicht bei der Wahl der Jeansgröße: Vor allem Modelle von Levi's fallen je nach Herstellungsjahrzehnt sehr unterschiedlich aus, sodass mal Länge 27, mal Länge 31 bei ein- und derselben Person passt. Daher sollten Sie sich für den Secondhand-Kauf bei Jeans am besten viel Zeit nehmen und Modelle, die Ihnen optisch gut gefallen, auch dann einfach mal anprobieren, wenn Sie nicht Ihrer regulären Größe entsprechen. Es lohnt sich, auch in der Männerabteilung zu stöbern: Gerade geschnittene Männerhosen werden an Frauen zu trendigen Mom Jeans, die an Bauch und Oberschenkeln großzügig ausfallen. Die Taille können Sie mit einem Gürtel feminin betonen.

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3. Blazer: Karo, Samt, Tweed & Co.

Unabhängig vom persönlichen Modestil wissen Frauen sämtlicher Altersklassen einen Blazer als Styling-Allrounder zu schätzen. Der Klassiker in Schwarz macht lässige Looks mit Jeans und T-Shirt elegant, ein Oversize-Modell aus Cord, Samt oder anderen auffälligen Materialien verleiht Midikleidern und Stiefeln einen Retro-Touch. Bonuspunkt beim Vintage-Blazern: Modelle von Luxus-Labels wie Armani, Escada oder Strenesse lassen sich mit etwas Glück zu einem Spottpreis ergattern und sind in Secondhand-Shops in vielseitigen Designs aus unterschiedlichen Dekaden erhältlich. Vor allem Karoblazer aus zweiter Hand sind empfehlenswert: Die gemusterten Modeklassiker feiern bereits seit mehreren Saisons ihr Comeback und sind in vielen Kleidergrößen zu finden. Ebenfalls ein guter Secondhand-Kauf: Blazer aus hochwertigem Tweed, reiner Schurwolle oder Wolle.

DONNA-Tipp: Blazer aus den 80er- und 90er-Jahren sind typischerweise mit voluminösen Schulterpolstern ausgestattet. Obwohl übertrieben akzentuierte Schultern an Blazern, Mänteln und Jacken wieder im Trend liegen, sind die Polster nicht jedermanns Sache. Sie müssen ein Modell mit Pads in der Schulterpartie aber keinesfalls im Vintage-Store hängen lassen: Die meisten Schulterpolster lassen sich mit wenigen Handgriffen herauslösen, ohne dass der Stoff dabei beschädigt wird. Bei übergroß geschnittenen Blazern können Sie im Frühling und Sommer 2019 den Fokus auf die Taille lenken, indem Sie einen schmalen Ledergürtel darüber tragen. Mit diesem einfachen Stylingtrick wirken selbst unförmige Oversize-Blazer modern und vorteilhaft.

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4. Midiröcke

Secondhandröcke in Mini- und Maxilänge sind oftmals viel zu kurz, zu lang, oder die Retro-Proportionen sehen einfach nicht vorteilhaft aus. Ganz anderes sieht das bei Midiröcken aus: Die knieumspielenden Modeklassiker sind dank der aktuellen Kollektionen von Dior und anderen Luxusmarken nicht nur besonders begehrt, sondern wirken an jedem Figurtyp vorteilhaft. Das gilt auch für Vintage-Modelle: Ein Bleistiftrock zaubert eine weibliche Sanduhrfigur und ist secondhand in einer riesigen Auswahl erhältlich – von klassischen Teilen aus Wolle, Jersey oder Polyester über Karoröcke bis hin zu rockigen Modellen aus (Fake-)Leder. Eine ebenso empfehlenswerte Ergänzung für Ihre Garderobe ist ein Plisseerock, der mit einer Hemdbluse kombiniert zum Business-Outfit wird. Das Vintage-Highlight für Fans von femininer Kleidung: Blümchenröcke in Midilänge gibt es in gut sortierten Secondhand-Shops in unzähligen Varianten, die dank Gummizugbund und A-Linie komfortabel zu tragen und vielseitig zu stylen sind.

DONNA-Tipp: Viele Midiröcke aus zweiter Hand haben kein Größenetikett mehr oder fallen kleiner bzw. größer aus als neu produzierte Teile von der Stange. Wie bei Vintage-Jeans lohnt es sich deshalb, Modelle, die Ihnen gefallen, einfach anzuprobieren. Wenn der Rock, den Sie gekauft haben, dann doch einen Ticken zu groß ausfällt, kann ein Änderungsschneider weiterhelfen. Oder Sie setzen sich selbst an die Nähmaschine: einfach an den Seitennähten oder am Saum ein wenig Stoff wegnehmen und schon sitzt der Secondhand-Rock wie angegossen.

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5. Hemdblusen

Neu gekaufte Blusen sind häufig aus Polyester und verärgern uns spätestens dann, wenn nach der ersten Wäsche schon eine Naht aufgegangen oder der erste Knopf abgefallen ist. Zwar hängen auch in Secondhand-Läden zahlreiche Polyesterblusen, dort sind meist aber genauso viele Modelle aus hochwertigen Naturmaterialien zu finden. Halten Sie Ausschau nach einer schlichten Vintage-Bluse aus Seide oder Baumwolle, die es in allen Farben des Regenbogens zu finden gibt. Kurvigere Frauen werden bei Hemdblusen aus zweiter Hand ebenfalls fündig, zum Beispiel bei Oversize-Modellen, die vor allem aus den 80er-Jahren stammen. Einfarbige Hemdblusen gibt es secondhand genauso wie verspielte Modelle mit Streifen, Punkten, Blumen oder grafischen Prints. Achten Sie vor dem Kauf auf Flecken, die bei Vintage-Blusen häufig im Achselbereich auftreten.

Auch wer auf der Suche nach einer Spitzenbluse ist, kann bei Secondhand-Kleidung on- oder offline einen Volltreffer landen. Im Gegensatz zu neuwertigen Spitzenblusen sind Vintage-Modelle meist aus Baumwollspitze gefertigt und somit langlebiger und luftdurchlässiger als ihre modernen Pendants aus Kunstfasern.

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DONNA-Tipp: (Hemd-)Blusen sind secondhand nicht nur einfach zu finden, sondern lassen sich mit ein paar Do-it-yourself-Tricks auch an jede Figur anpassen. Beispielsweise können Sie eine überlange Bluse mit einer Stoffschere einfach kürzen und den Saum lässig ausfransen lassen. Hemdblusen in Oversize-Optik wirken figurbetonter, wenn Sie sie am Saum locker verknoten – kombiniert zu Rock oder Hose mit hoher Taille zaubern sie dann eine feminine Sanduhr-Silhouette. Und XL-Vintage-Blusen oder Männerhemden vom Flohmarkt werden im Sommer zum lässigen Hemdkleid oder einer luftigen Strandtunika.