Cord: So stylen Sie das Trend-Material mit 40plus

Neben eher gewagten Stofftrends für 2018 wie Vinyl und Netzstoff ist Cord eine alltagstaugliche Alternative, die einen Hauch Retro in unsere Garderobe bringt. Wir zeigen Ihnen, wie Sie das Trend-Material stylen – plus: unsere aktuellen Produktlieblinge aus den Stores.

Streetstyle von Bloggerin Gala Gonzalez in rostbrauner Cordhose, grünem Cardigan und brauner Cord-Schiebermütze

Hello Seventies! Fashion-Bloggerin Gala Gonzalez zeigt mit ihrem Outfit bei der Mailänder Fashion Week, wie gut sich der Retro-Stil mit dem Trend-Stoff Cord umsetzen lässt.

Wer ein Kind der 70er- oder 80er-Jahre ist, verbindet mit Cordstoff vor allem eines: kindliche Latzhosen und -kleider, Röcke in merkwürdiger Länge, irgendwo zwischen Midi und Maxi, unvorteilhafte Blazer-Jacken mit opulenten Knöpfen in allen Farbabstufungen von Beige und Braun, meist von einem ungeliebten Lehrer der Naturwissenschaften getragen. Besonders sexy ist das nicht. Umso schöner, dass Cord als Trend-Material seit dem vergangenen Herbst wieder unter uns weilt – und mit femininen Farben, vorteilhaften Silhouetten und trendigen Kombinationen auch 2018 begeistert. Wir zeigen Ihnen, wie Sie den Trendstoff 40plus kombinieren und stellen Ihnen unsere aktuellen Cord-Lieblinge aus den Stores vor.

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Kleine Textilkunde: Was ist Cord überhaupt?

Cord, auch bekannt als Kord, Cordsamt, Rippensamt oder Schnürlsamt, bezeichnet ein Florgewebe, das durch die sogenannte Cord-Bindung entsteht und als Charakteristikum Längsstreifen aufweist. Dies entsteht indem der Flor, ein dreidimensionales System aus Fäden, abgeschnitten wird. Obwohl sich die Herstellung unterscheidet, ähnelt Cord optisch Samt und besitzt gleichermaßen eine Strichrichtung, die bei der Verarbeitung des Stoffes beachtet werden muss. Abhängig vom Material, das zu Cordsamt verarbeitet wird, fällt das Endergebnis unterschiedlich weich aus – aus Seide oder Viskose hergestellter Cord etwa ist wesentlich geschmeidiger und weicher als Cord, der aus Baumwollgarn erzeugt wird.

Ursprünge des Cord: Vom Edelstoff zur Revolte

Cord war – bis zu seinem Revival 2017 – mit dem Vorurteil belastet, primär als Lieblingsmaterial an Hosen und Jacken alter Herren und Akademiker zu dienen, Modebewusste machten um den flauschigen Stoff einen großen Bogen. Dabei galt der Cordsamt ursprünglich als wahrhaft königlich: In Großbritannien und Frankreich war das als Corduroy bezeichnete Textil – abgeleitet vom französischen „cord du roi“ (= „Cord des Königs“) – nach seiner Entstehung im 16. und 17. Jahrhundert der Aristokratie vorbehalten. Ende des 18. Jahrhunderts wurde er dann in England zum Massenprodukt, das dank seiner Robustheit hauptsächlich zur Herstellung von Arbeitskleidung verwendet wurde. Als Alternative zu Samt trug die britische Oberschicht Kleidung aus Cord beim Jagdsport – ein typischer Stoff der britischen Landhausmode war geboren.

Die Anhänger der 68er-Revolte machten sich den Ruf des Cord als Stoff der Arbeiterklasse zunutze. Schnell mutierte Cordsamt zum Symbol der gesamten Bewegung und half seinen Trägern, sich auch optisch von der verpönten Oberschicht abzusetzen. In den 70ern war Cord dann in vielen Varianten zu sehen, so etwa als Cordjacke oder die so typischen Schlaghosen mit Knopfleiste. Doch mit Ende des Jahrzehnts geriet der Stoff in modische Vergessenheit.

Cord als Trendstoff 2018: Bitte bleiben!

Spätestens mit Einzug der Herbst-/ und Wintermode 2017/18 ist Cordsamt zu uns zurückgekehrt: Modelabels wie Marc Jacobs, Sportmax, PradaKenzo oder Tory Burch setzen bei ihren aktuellen Kollektionen auf den Rippstoff. Auch Frauen, die Cord gegenüber bislang eher negative Assoziationen aufbrachten, bekennen sich zunehmend als Fans des weichen Stöffchens – kein Wunder: Kleidung aus Cord bleibt Ihnen bei guter Pflege viele Jahre erhalten und erhält nach einiger Tragezeit die so begehrte Vintage-Optik. Ob als Blazer, Rock, Einteiler oder Hose: Mode aus Cordstoff verleiht jedem Look einen Hauch Retro-Gefühle und bietet hohen Tragekomfort.

Der Trend für den Alltag: Das sollten Sie beim Stylen von Cord-Mode beachten

Damit Sie optisch nicht an den erwähnten Mathematiklehrer oder Ihren eigenen Großvater erinnern, gibt es einige Stylingtipps für Cord zu beachten. DONNA zeigt Ihnen die Do's und Don'ts beim Tragen von Cordmode mit 40plus.

Cord 40plus stylen: Die Do's

  • Edle Stoffe wie Seide, Satin oder hochwertig verarbeitete Viskose macht in Kombination mit der Cordhose mit leicht ausgestelltem Bein, einem Ledergürtel und schlichten Stiefeletten einen erwachsenen und eleganten Look.
  • Cord zu Cord geht in Form eines Hosenanzugs gut: Achten Sie hier darauf, den etwas spießigen Look zu brechen – etwa durch ein Paar modischer Sneaker oder ein Statement-Shirt unterm Blazer.
  • Auf Farbe setzen: Statt der typischen Cord-Töne wie Beige, Braun und Grau setzen Modelabels derzeit auf Cordmode in Rosé, Smaragdgrün, Petrol oder sattes Dunkelrot.
  • Mut zum Komplett-Retro-Look: Eine Marlene- oder Schlaghose aus Cord ist die ideale Grundlage für den authentischen Retro-Look der späten 60er- und 70er-Jahre. Leben Sie dies voll aus und kombinieren dazu Rollkragenshirts oder Ripp-Longsleeves mit Knopfleiste, Plateau-Stiefeletten und Schiebermützen, Goldschmuck und Paisley-Blusen.
  • Toll wirkt Cord ebenso, wenn es maskulin gestylt wird – so etwa die Cordhose zum kantigen Oversize-Blazer.
  • Material-Mix: Cord zu Denim, Cord zu Leder, Cord zu feinem Strick, Cord zu Samt oder Cord zu zarter Seide – ein gelungener Look mit Cord-Teil lebt von der Mischung aus Materialien und Texturen.
  • Klein anfangen: 2018 sind Schuhe mit Cord-Überzug im Trend. Eine gute Möglichkeit für Frauen, die sich dem Modetrend erst noch annähern müssen.

Cord 40plus stylen: Die Don'ts

  • Pullunder, Pullover mit V-Ausschnitt und Rauten-Muster und Oversize-Cardigans aus Grobstrick erinnern zu sehr an den Modestil alter Herren und lassen Sie leider genauso altbacken wirken.
  • Latzkleider und -hosen sind zwar bequem, sollten aber aufgrund ihrer niedlich-jugendlichen Optik eher kleinen Kindern und jungen Frauen vorbehalten bleiben.
  • Da Cord optisch schnell aufträgt, sollten sich sehr zierliche und kleine Frauen gut überlegen, ob sie Cordsamt tragen wollen. Hier gilt es dann, die Figur mit einem fließenden, weiten Schnitt des Cordteils und Absatzschuhen zu strecken. Die Faustregel beim Kauf von Cord für ein vorteilhaftes Styling lautet: Je breiter die Cordstruktur, desto weiter sollte das Kleidungsstück ausfallen.
  • Zu feminine Kombi-Partner wie Schluppenblusen und alle Kleidungsstücke mit Rüschen, Schleifen und Volants machen den Cord-Look schnell zu überladen und bieder.
  • Karo-Muster zu Cord wirkt altmodisch – von dieser Kombination sollten Sie sich lieber fernhalten.