Teller oder Tonne? 

Achtung: Das passiert, wenn man keimende Kartoffeln isst

Kartoffeln mit starken Austrieben und Keimen | © Getty Images/Ana Rocio Garcia Franco
© Getty Images/Ana Rocio Garcia Franco
Darf man keimende Kartoffeln essen?

Jeder hat es schon mal gehört, aber sicher ist sich keiner: Darf man keimende Kartoffeln essen oder nicht? Die Antwort ist: Jein. Wir verraten, wann Sie Kartoffeln unbedingt wegwerfen sollten, warum keimende Kartoffeln giftig sind und wie Sie das Keimen verhindern können.

Solanin: Natürliches Gift in der Kartoffel

Das Problem bei keimenden Kartoffeln liegt im Solanin. Die schwach giftige, chemische Verbindung kommt vor allem in Nachtschattengewächsen vor. Dazu gehören Tomaten, Auberginen oder Kartoffeln. Das natürliche Gift dient in der Natur als Schutz vor Fressfeinden, gegen Pilzbefall oder Insekten. Solanin bildet sich unter Lichteinfluss in der Schale und in den Keimen der Kartoffel. Bei Menschen und vor allem Kindern, kann Solanin von Kopf- und Halsschmerzen, Erbrechen und Durchfall bis zu Sehstörungen, Krämpfen oder Lähmungen führen.

Trotzdem ist das erstmal kein Grund zur Panik: Die heute gehandelten Kartoffelsorten enthalten nur unbedenkliche Mengen Solanin. Zu schlimmen Vergiftungen kommt es in der Regel nur, wenn man Kartoffelbeeren oder unreife oder grüne Kartoffeln isst. Trotzdem: Manchmal gehören keimende Kartoffeln nicht auf den Teller, sondern in den Müll.

Wann sollte man Kartoffeln wegwerfen?

Je länger die Kartoffel im Hellen liegt, desto mehr Solanin produziert sie. Es gilt: Ist der überwiegende Teil der Kartoffel von grünen Stellen und Keimen betroffen, gehört die Kartoffel in den Biomüll. Das gleiche Schicksal sollten Kartoffeln teilen, die bitter schmecken, lange Keime gebildet haben oder schrumpelig sind. Der Grund für die Tonne: Der Solaningehalt ist erhöht und das Gift wird weder beim Kochen noch im menschlichen Verdauungssystem zerstört. Zudem enthält eine grüne, keimende Kartoffel kaum noch Vitamine, Mineralstoffe und Eiweiß. Auch das Kochwasser sollte man nicht weiterverwenden, da Solanin wasserlöslich und hitzestabil ist.

Wann darf man keimende Kartoffeln essen?

Kleine grüne Stellen und kurze Keime (die sogenannten Augen) können großzügig entfernt werden. Hat die Knolle wenige Keime, besteht keine Gesundheitsgefahr. Da sich bis zu 80 Prozent des Solanins direkt unter der Schale befinden, sollte man keimende Kartoffeln sicherheitshalber schälen und dann zu einem leckeren Kartoffelgericht verarbeiten. Besonders Kinder sollten keine Kartoffelschale essen.

Wie kann man das Keimen verhindern?

Die Kartoffeln sollten bei 10 Grad trocken und dunkel gelagert werden, dann keimen sie nicht. Trick: Äpfel und Kartoffeln zusammen lagern! Das Ethylen der reifenden Äpfel verteilt sich in der Luft und verhindert das Keimen. Pro Kilo Kartoffeln reicht ein Apfel.

 

Vielleicht auch interessant:

Das passiert, wenn Sie jeden Tag spazieren gehen

Menopause: 3 positive Dinge, die die Wechseljahre mit sich bringen

Erstaunlich: Darum sollten Sie jeden Tag Zitronenwasser trinken!

Zählbild