Haare & Frisuren

5 Tipps, wie Sie schnell fettendes Haar richtig pflegen und stylen

Reife Frau mit schönen Haaren | © iStock | piolka
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Vor dem Arbeitstag frisch geduscht, einige Stunden später klebt Ihr Haar bereits strähnig am Kopf? Wir geben Tipps, wie Sie schnell fettendes Haar im Zaum halten.

Kaum ist das Haar gewaschen, hängt es schon schlaff und strähnig vom Kopf? Dann leiden Sie vermutlich unter schnell fettendem Haar – doch das muss kein Dauerzustand bleiben. DONNA Online erklärt, was Sie bei Pflege und Styling beachten sollten.

Am Morgen haben Sie erst die Haare gewaschen, am Abend ist von Frische und Volumen nicht mehr viel übrig – das Haar klebt in unschönen strähnigen Partien am Kopf und sieht alles andere als frisch gereinigt aus? Gesundheitsschädlich ist diese Erscheinung zwar nicht, doch auch als rein kosmetisches Problem kann schnell fettendes Haar betroffene Frauen belasten.

Grundsätzlich ist es ganz normal, dass sich natürliche Haarfette, auch Talg genannt, sichtbar auf unseren Haaren absetzen. Wenn das Haar jedoch bereits unmittelbar nach der Wäsche stark fettet und Sie das ölige Haarproblem alleine nicht mehr in den Griff bekommen, helfen wir weiter: DONNA Online erklärt die Ursachen von schnell fettendem Haar und gibt Tipps für Styling und Pflege, um unangenehmen Haarmomenten vorzubeugen.

Wieso fettet mein Haar schneller als anderes?

Die Fette, die bei schnell fettendem Haar zum Vorschein kommen, werden von den Talgdrüsen der Kopfhaut produziert und versorgen sie mit Feuchtigkeit – eine wichtige Funktion, um sie vor äußeren Einflüssen zu schützen. Eine gewisse Menge an Fett im Haar ist also vollkommen normal und sogar notwendig, damit das Haar nicht austrocknet. Doch nicht jeder Körper und jede Kopfhaut ist gleich und so produzieren einige Menschen mehr Talg als andere. Das Ergebnis sind die ungeliebten „fettigen” Haare.

Eine fettige Kopfhaut kann also genetisch bedingt sein. Doch auch klimatische und hormonelle Schwankungen, die beispielsweise durch die Menstruation, eine Schwangerschaft oder die Wechseljahre auftreten, eine unausgewogene Ernährung oder längere Stressphasen können Auslöser dafür sein. Ob die Haare schnell ölig wirken oder nicht, hängt aber auch von der Haarstruktur ab. So sieht feines Haar schneller strähnig aus als eine dicke, voluminöse Löwenmähne. Zudem gibt es Angewohnheiten in Haarpflege und -styling, die ein schnelleres Nachfetten begünstigen. Wir erklären, wie Sie gezielt gegen Ihr schnell fettendes Haar vorgehen können und es länger frisch halten:

Fettiges Haar, adé: Diese 5 Tipps helfen, fettiges Haar in den Griff zu bekommen

1. Alles in Balance: Fettbildung regulieren

Bei schnell fettendem Haar ist es wichtig, den Fetthaushalt der Kopfhaut wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Dabei helfen Produkte, die speziell auf die Pflege für fettiges Haar ausgerichtet sind wie Anti-Fett-Shampoos – diese sollten jedoch maximal zweimal wöchentlich angewendet werden. Pflanzliche Inhaltsstoffe wie Brennnessel, Pfefferminze, Kamille, Rosmarin, Schafgarbe oder Salbei beruhigen die Kopfhaut und regulieren die Fettbildung der Talgdrüsen. Meiden Sie Produkte mit rückfettenden Substanzen wie Ölen oder Silikonen. Diese machen das Haar unnötig schwer und tendenziell noch fettiger. Generell gilt: Benutzen Sie milde Shampoos mit klarer Konsistenz wie Babyshampoo und verzichten Sie auf cremige Haarwaschmittel.

2. Gewusst wie: Produkte richtig anwenden

Aber nicht nur die passenden Pflegeprodukte, auch die richtige Anwendung spielt eine Rolle. Ein weit verbreiteter Rat ist es, schnell nachfettendes Haar nicht zu häufig zu waschen. Wie oft Sie Ihr Haar reinigen sollten, hängt von der jeweiligen Haarbeschaffenheit und -struktur ab. Finden Sie für sich selbst heraus, mit welchem Wasch-Rhythmus Sie sich wohl fühlen – das kann bei Bedarf auch täglich sein. Achten Sie darauf, milde und auf Ihr Haar abgestimmte Pflegeprodukte zu verwenden und diese immer gründlich auszuspülen. Da auch bei fettigem Haar die Spitzen spröde werden können, ist besonders bei längeren Haaren eine Spülung wichtig. Diese sollten Sie aber nur in die letzten zwei bis drei Zentimeter des Haares einmassieren und die Kopfhaut damit aussparen.

Darüber hinaus kann es von Vorteil sein, die Haarwäsche auf den Morgen zu verlegen – in der Nacht sind die Talgdrüsen besonders aktiv. Waschen und föhnen Sie Ihre Haare außerdem nicht zu heiß, denn das kurbelt die Talgproduktion zusätzlich an. Verwenden Sie zum Formen der Frisur möglichst Rundbürsten mit Naturborsten. Sie saugen einerseits das Fett von der Kopfhaut auf und helfen, es in Richtung der Haarspitzen zu verteilen.

Extra-Tipp: Befreien Sie die Kopfhaut gelegentlich mit einer Heilerdepackung von überschüssigem Fett. Verstopfte Talgdrüsen werden dadurch gereinigt und die Kopfhaut fettet nicht so schnell nach. Das Pulver (in der Apotheke oder im Drogeriemarkt erhältlich) mit Wasser anrühren, auf die Kopfhaut auftragen und für ungefähr 15 Minuten einwirken lassen, danach gründlich ausspülen. Eine Alternative, die den pH-Wert der Kopfhaut reguliert und verstopfte Talgdrüsen der Kopfhaut reinigt, ist eine saure Rinse mit Apfelessig.

3. Weniger ist mehr: nicht mehr Produkte als nötig

Zu viele Stylingprodukte beschweren Ihr Haar. Der Ansatz wird dadurch näher an die Kopfhaut gedrückt, was wiederum ein schnelleres Nachfetten zur Folge hat. Begrenzen Sie die Auswahl von Pflege- und Stylingprodukten und verwenden Sie nur, was Ihr Haar wirklich braucht. Auch wer die Angewohnheit hat, seine Haare häufig zu kämmen oder sich ständig in die Haare zu fassen, sollte sich in Zurückhaltung üben. Eine „Massage” durch Bürste und Finger aktiviert die Kopfhaut und fördert die Talgproduktion. Versuchen sie die Kopfhaut so gut es geht auszulassen, wenn Sie Ihr Haar im trockenen Zustand kämmen.

4. Mogeln erlaubt: Hilfsmittel gegen überschüssiges Fett

Auch beim Styling können Sie schnell nachfettendem Haar entgegenwirken. Hilfreich ist alles, was Volumen in die Frisur zaubert und somit das Haar von der Kopfhaut weg hält: Volumenfestiger, Toupieren des Haaransatzes oder Haarspray. Styling-Produkte wie Föhnschaum oder Sprühfestiger eignen sich gut, da der enthaltene Alkohol der Kopfhaut überflüssiges Fett entzieht. Hier sollten Sie jedoch darauf achten, nicht zu viel des jeweiligen Produkts zu verwenden – durch den Feuchtigkeitsentzug mit Alkohol versuchen die Talgdrüsen bei zu viel Trockenheit, diese durch die Fettproduktion wieder auszugleichen. Auf Dauer wird die Talgproduktion der Kopfhaut also bei zu viel des jeweiligen Produkts noch mehr angeregt als reduziert und Jucken, Rötungen oder Schuppenbildung können die Folge sein. Zudem sollten Sie bei Stylingprodukten darauf achten, dass diese möglichst nicht auf die Kopfhaut selbst gelangen.

Wenn es mal schnell gehen muss, kann Trockenshampoo die Situation retten. Kein Trockenshampoo zur Hand? Greifen Sie einfach zu Babypuder. Aber Vorsicht bei dunklen Haaren, da dort helle Rückstände im Haar zurückbleiben können. 

5. Reinheitsgebot: Utensilien sauber halten

Nicht nur die Haare, auch Bürsten und Kämme wollen regelmäßig gereinigt werden. Dort sammeln sich nämlich genauso Rückstände von Stylingprodukten, Haarfett und abgestorbenen Hautschüppchen an. Deshalb am besten einmal wöchentlich mit warmem Wasser und einem milden Shampoo reinigen.

Bei einem schwerwiegenden Problem mit fettigem Haar ist es ratsam, einen Termin beim Hautarzt oder Ihrem Allgemeinarzt zu vereinbaren – hier könnte auch eine Erkrankung der Auslöser für Ihr schnell fettendes Haar sein und sollte von einem Profi untersucht werden.