Symptome deuten, Beschwerden lindern

Häufige Magen-Darm-Beschwerden & was dagegen hilft

Frau sitzt mit starken Magen-Darm-Beschwerden auf der Couch und hält sich den Bauch. | © iStock.com / ljubaphoto
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Stress, Grippe sowie ein Reizmagen sind häufige Ursachen für Magen-Darm-Beschwerden.

Ein fettiger Burger, ein üppiges Stück Torte oder die Pizza mit extra Käse beim Lieblingsitaliener: Wir muten unserem Magen und unserer Verdauung oft einiges zu. Doch nicht immer hängen Magen-Darm-Beschwerden mit der Ernährung zusammen. Wie man Symptome richtig deutet, Beschwerden lindert und die Verdauung wieder ins Lot bringt!

Häufige Magen-Darm-Symptome

Bei Ekel dreht sich uns der Magen um und wenn wir verliebt sind haben wir Schmetterlinge im Bauch. Diese Redewendungen machen deutlich, dass unser Magen ein ausgesprochen empfindliches Organ ist, das auf unterschiedliche Art und Weise auf sich aufmerksam machen kann. Zu den typischen Magen-Darm-Symptomen zählen:

  • Völlegefühl, die Bauchdecke ist aufgebläht und angespannt

  • Durchfall

  • Verstopfung

  • Magenkrämpfe und ein Drücken bzw. Stechen im Bauch, oftmals auch mit Begleiterscheinungen wie Übelkeit oder Sodbrennen

  • Übelkeit

Oftmals treten die Symptome auch in Kombination auf.

Häufige Ursachen für Magen-Darm-Beschwerden

Häufig ist es dem modernen Lebensstil geschuldet, dass immer mehr Menschen mit Magen-Darm-Beschwerden zu kämpfen haben. Wir essen zu schnell und ungesund, Mahlzeiten nehmen wir im stressigen Alltag oft nebenbei ein und manchmal bleibt eben auch nur Zeit für den kurzen und meist ungesunden Snack am Kiosk. Die zu geringe Ballaststoffzufuhr oder ein Mangel an Flüssigkeit können dann schon Gründe dafür sein, dass sich der Magen zu Wort meldet.

Dazu verbringen wir zu viel Zeit im Sitzen und bewegen uns zu wenig. Und auch seelische Probleme, Streit in der Familie oder mit Freunden, Ängste oder Sorgen können unseren Magen-Darm-Trakt belasten. Die Folge sind häufig Magen-Darm-Beschwerden. Doch nicht nur die Lebens- und Ernährungsgewohnheiten können sich in Magen-Darm-Problemen niederschlagen: Auch Erkrankungen des Verdauungstrakts können hinter den Beschwerden stecken. Die häufigsten Ursachen von Magen-Darm-Beschwerden werden wir im Folgenden genauer beleuchten.

Magen-Darm-Grippe

Häufig handelt es sich bei auftretenden Magen- oder Verdauungsbeschwerden um eine typische Magen-Darm-Grippe, meist verursacht durch Viren oder Bakterien. Dabei lösen die Erreger in der Darmschleimhaut eine vermehrte Wasserausscheidung in den Darm aus. Der Nahrungsbrei wird dadurch flüssig – die Folge: unangenehmer Durchfall. Auch Brechdurchfall, Magenkrämpfe, Fieber, Schwächegefühl oder Schwindelanfälle können in Verbindung auftreten. Da häufig große Mengen an Flüssigkeit und Elektrolyten verloren gehen, ist es wichtig viel zu trinken und auf Schonkost zu setzen. Meistens klingen die Symptome wie Übelkeit, Durchfall und Erbrechen dann nach wenigen Tagen wieder ab. Halten sie länger an, sollte man einen Arzt kontaktieren.

Reizmagen oder Reizmagensyndrom

Auch ein Reizmagen bzw. das Reizmagensyndrom, von Medizinern als "funktionelle Dyspepsie" bezeichnet, kann hinter Magen-Darm-Beschwerden stecken. Betroffene berichten häufig von Völlegefühl, Druck im Oberbauch und vorzeitigem Sättigungsgefühl. Auch Sodbrennen, Übelkeit, Erbrechen und Appetitlosigkeit können zu den Symtomen zählen. Treten sie länger als drei Monate auf, kann es sich um einen Reizmagen handeln. Sicherheit bringt dann nur der Check beim Arzt. Mit Hilfe einer Magenspiegelung, einer Ultraschalluntersuchung des Oberbauchs und einer Laboruntersuchung des Blutes wird er eine Diagnose stellen können. Neben einer medikamentösen Therapie kann er Änderung des Lebens- und Ernährungsstils empfehlen. Auch die Verringerung von Stress oder mehr Bewegung im Alltag wird er in vielen Fällen verordnen.

Beschwerden durch Stress 

Wenn das vegetative Nervensystem streikt, macht sich das schnell im Magen-Darm-Bereich bemerkbar. Nicht ohne Grund sprechen wir vom sogenannten Bauchhirn. Dieses steuert mit über 100 Millionen Nervenzellen den Verdauungstrakt. Sind wir starkem Stress ausgesetzt, gerät das vegetative Nervensystem aus dem Gleichgewicht – und damit auch unser Magen-Darm-Trakt. Viele Frauen reagieren auf zu viel Stress mit Durchfall, andere quält genau das Gegenteil, nämlich Verstopfung - häufig in Begleitung von Blähungen. Der Spruch "auf sein Bauchgefühl hören" kommt nicht von ungefähr. Auch Sorgen, Ängste oder Streit in der Familie können sich auf die Verdauung auswirken.

Als weitere Folge einer Stressreaktion kann sich die Zusammensetzung der Darmbakterien unseres Mikrobioms verändern. Eine gestörte Darmflora kann sich dann im Verdauungssystem z.B. durch Völlegefühl oder Blähungen bis hin zum Reizdarm bemerkbar machen.

Behandlung von Magen-Darm-Beschwerden

Steckt keine akute Erkrankung hinter den Magen-Darm-Beschwerden, gibt es Alternativen zur medikamentösen Behandlung. Dazu zählt beispielsweise das Führen eines Ernährungstagebuchs, um eventuellen Unverträglichkeiten auf die Schliche zu kommen. Auch unregelmäßiges Essen oder zu wenig Flüssigkeitszufuhr können zu Problemen im Magen-Darm-Bereich führen. Im ersten Schritt gilt es also auf eine gesunde, ausgewogene Kost zu setzen und sich regelmäßig zu bewegen, um die Beschwerden in den Griff zu bekommen. Wer beruflich viel sitzt sollte besonders Wert auf einen Ausgleich legen: Mittags den Arbeitsplatz für einen Spaziergang verlassen, die Treppe statt den Lift nehmen und immer mal wieder aufstehen. Last but not least muss noch erwähnt werden, dass Alkohol und Nikotin sich negativ auf die Verdauung und die Zusammensetzung einer gesunden Darmflora auswirken. Ebenso können Magen-Darm-Symptome Nebenwirkungen von bestimmten Medikamenten sein.