Freundschaft

6 Anzeichen dafür, dass Sie eine Freundschaft beenden sollten

Nachdenkliche Frau | © Getty Images | Hero Images
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Wenn eine Freundschaft mehr Belastung als Bereicherung ist und Ihnen zunehmend Energie raubt, sollten Sie ernsthaft darüber nachdenken, ob Sie weiterhin daran festhalten wollen.

Den Schlussstrich unter einer gescheiterten Liebesbeziehung zu ziehen, fällt oft leichter, als eine langjährige Freundschaft aufzugeben. An welchem Punkt es dennoch Zeit wird, sich von ehemals guten Freunden zu trennen, lesen Sie hier.

Freundschaften begleiten uns ein Leben lang und nehmen manchmal sogar einen höheren Stellenwert als die eigene Familie ein. Einige Menschen treten dabei nur für einen begrenzten Zeitraum in unser Leben, während andere dauerhaft bleiben. Doch selbst eine sehr enge freundschaftliche Beziehung kann abrupt zerbrechen, beispielsweise weil ein Konflikt sich nicht überwinden lässt oder einer der beiden Freunde einen völlig anderen Lebensweg einschlägt. Das Ende einer Freundschaft kann sich aber auch langsam und beinahe unbemerkt anbahnen: Man lebt sich mehr und mehr auseinander, hört sich immer seltener – und lässt den Kontakt schließlich ganz einschlafen.

Der große Unterschied bei Freundschaften mit über 40: Anders als noch mit 20 oder 30 lernt man mit zunehmendem Alter weniger potenzielle neue Freunde kennen und hat gleichzeitig weniger Zeit (und Energie) dafür, bestehende Freundschaften zu pflegen. Anderen ständig hinterherzulaufen oder sich für jede Kleinigkeit entschuldigen zu müssen, ist bei einem vollen Terminkalender und jeder Menge Verpflichtungen in Beruf, Familie und Partnerschaft viel zu viel Aufwand. Gute Freunde sollten einen im turbulenten Alltag vielmehr erden und neue Kraft geben, anstatt Energie und Nerven zu rauben. Umso wichtiger ist es, rechtzeitig zu erkennen, an welchem Punkt eine Freundschaft ihr „Haltbarkeitsdatum“ überschritten hat. Diese sechs Anzeichen sprechen dafür, dass Sie einen klaren Schlussstrich ziehen oder zumindest noch einmal kritisch darüber nachdenken sollten, welchen Wert die freundschaftliche Beziehung für Sie wirklich noch hat:

1. Die Freundschaft ist einseitig geworden

Sie melden sich deutlich öfter bei einer Freundin oder einem Freund, als sie oder er bei Ihnen? Und wenn Sie einmal miteinander telefonieren, dreht sich das Gespräch meist um die Probleme des anderen, während Ihre Sorgen heruntergespielt oder gar nicht erst thematisiert werden? Ein solches Ungleichgewicht in einer Freundschaft ist ein deutliches Signal dafür, dass die gemeinsame Basis bröckelt – und es höchste Zeit wird, etwas daran zu ändern. Sprechen Sie Ihre Freundin oder Ihren Freund offen darauf an, dass Ihnen in Ihrer Freundschaftsbeziehung die Balance fehlt, ein regelmäßiger und gleichberechtiger Austausch Ihnen aber wichtig wäre. Zeigt sie oder er daraufhin keine Initiative, etwas an der Situation zu ändern, wissen Sie, dass es okay ist, sich aus den Augen zu verlieren – oder den Kontakt bewusst abzubrechen.

2. Sie halten nur noch aus Gewohnheit Kontakt

Apropos Kontakt: Bei langjährigen Freundschaften und insbesondere, wenn beide Freundinnen oder Freunde aufgrund von Job, Familie und Co. ein sehr begrenztes Zeitbudget haben, läuft die Kommunikation häufig nach „Schema F“ ab: Man schreibt sich wöchentlich ein kurzes Update bei WhatsApp, telefoniert einmal pro Monat für eine halbe Stunde oder schreibt sich ein paar nette Zeilen zum Geburtstag. Wenn Sie bemerken, dass Sie beide sich darüber hinaus nicht mehr viel zu sagen haben und auch keinen Wert darauf legen, sich wieder öfter zu hören oder zu sehen, sollten Sie die Konsequenzen daraus ziehen und den Sinn dieser Freundschaft, die eigentlich zu einer losen Bekanntschaft geworden ist, noch einmal überdenken.

3. Das Vertrauen ist weg

Egal ob Ihre beste Freundin oder ein guter Kumpel Sie angelogen, in einer Notfallsituation im Stich gelassen oder vor anderen bloßgestellt hat: Ist die Vertrauensbasis, die jede harmonische zwischenmenschliche Beziehung ausmacht, erst einmal angeknackst, lässt sie sich in vielen Fällen nicht mehr wiederherstellen. Dinge, die Sie belasten, wollen Sie einer bestimmten Freundin nicht mehr anvertrauen, weil Sie befürchten, dass sie intime Details weitertratschen könnte? Oder Sie haben das Gefühl, sich auf einen ehemals engen Vertrauten nicht mehr verlassen zu können, wenn es wirklich einmal brennt? Das sind eindeutige Anzeichen dafür, dass die Freundschaft dauerhaften Schaden genommen hat und ein entspannter Umgang miteinander nicht mehr möglich ist. In diesem Fall bringt es auch nichts, sich positive gemeinsame Erlebnisse aus der Vergangenheit in Erinnerung zu rufen – ohne gegenseitiges Vertrauen wird die freundschaftliche Beziehung früher oder später nicht mehr funktionieren.

4. Sie vermissen sich nicht

Eine Woche ohne Ihre beste Freundin kam Ihnen früher wie eine halbe Ewigkeit vor – schließlich teilten Sie jedes Detail Ihres Lebens miteinander. Doch seit einiger Zeit ertappen Sie sich dabei, dass Sie nur noch selten an sie denken und Ihre Treffen oder stundenlangen Telefonate auch nicht weiter vermissen? Ihnen fehlt die andere Person auch bei wichtigen Ereignissen nicht, die Sie zuvor gerne mit ihr geteilt hätten? Dann sollten Sie so fair sein, sich das ehrlich einzugestehen – und gegenüber Ihrer Freundin offen zu thematisieren. Vielleicht geht es ihr sogar genauso. In diesem Fall ist es die bessere Lösung, den Kontakt einvernehmlich zu beenden.

5. Die Freundschaft belastet, anstatt zu bereichern

Jedes Mal, wenn Sie sich mit einer Freundin getroffen oder miteinander telefoniert haben, bleibt ein schlechtes Gefühl im Bauch zurück, zum Beispiel weil sie immer nur Negatives bei Ihnen „ablädt“, Sie auf verletzende Weise kritisiert oder ständig unter Druck setzt. Oder Sie empfinden es als mittlerweile als lästigen Pflichttermin, sich bei einem Freund zu melden, der Ihnen ansonsten aber böse wäre? Sobald eine Freundschaft Ihr Leben nicht mehr bereichert, sondern zur nervigen Routine oder sogar psychischen Belastung geworden ist, wird es höchste Zeit, etwas an dieser Situation zu ändern – und einen Schlussstrich zu ziehen.

6. Das, was Sie miteinander verbunden hat, fehlt

Viele Freundschaften, die über Jahre oder Jahrzehnte hinweg bestehen, basieren auf Gemeinsamkeiten, die ein „Verfallsdatum“ haben: das gemeinsame Studium, der gemeinsame Job oder die Kinder, die auf dieselbe Schule gehen etwa. Bricht dieses Bindeglied weg – zum Beispiel weil man den Job wechselt, in eine andere Stadt zieht oder die Kinder flügge werden und das Elternhaus verlassen – kann es passieren, dass plötzlich auch die Freundschaft ins Wanken gerät. Wenn Sie an einem Punkt angelangt sind, an dem Sie mit solchen „Lebensabschnittsgefährten“ nicht mehr auf einer Wellenlänge liegen und auf den Kontakt problemlos verzichten könnten, heißt es: fair sein und die Freundschaft im Zweifel lieber aktiv beenden, als sie im Sand verlaufen zu lassen.

Übrigens: Laut einer aktuellen Studie der Forschungs- und Marketingplattform YouGov ist es rund 70 Prozent der Deutschen in einer Freundschaft besonders wichtig, dass man ehrlich zueinander ist und über alles reden kann. Um den Kontakt mit einer Freundin oder einem Freund zu beenden, sollten Sie deshalb das direkte Gespräch suchen und dabei offen die Gründe thematisieren, aus denen die Beziehung für Sie an Wert verloren hat. Per WhatsApp, E-Mail oder über soziale Medien wie Facebook mit Freunden „Schluss zu machen“, ist dagegen alles andere als fair – so lassen Sie Ihrem Gegenüber keine Chance, seine Befindlichkeit zu äußern oder persönliche Gründe für die Entwicklung der Freundschaft anzusprechen.

 

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