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Nachhaltig(er) leben: 5 Tipps für den Alltag

© Hero Images, Getty Images
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Nachhaltigkeit hat für viele einen angestrengten Beigeschmack. Dabei ist es eigentlich ganz leicht, sie ins alltägliche Leben zu integrieren. Wir geben Ihnen Tipps, wie Sie mit einfachen Gewohnheiten für mehr Umweltbewusstsein im Alltag sorgen.

 

Wir Deutschen leben auf viel zu großem ökologischen Fuß: Unser Konsum, Naturverbrauch und die Beanspruchung unserer Lebensgrundlage – alles kurz ökologischer Fußabdruck genannt – übersteigen vorhandene Ressourcen um das Doppelte. Darum können sich nur Politiker und Umweltorganisationen kümmern? Von wegen: Jeder kann im Alltag und ohne große Anstrengungen etwas tun, um nachhaltig – oder zumindest nachhaltiger – zu leben.

Wir geben Ihnen fünf grundlegende Tipps, wie Sie im Alltag ihren ökologischen Fußabdruck verkleinern können.

5 Alltagstipps für mehr Nachhaltigkeit

1. Für Umwelt und Geldbeutel: Energiesparen im Alltag

Zugegeben, der Klassiker unter den Nachhaltigkeitstipps wird immer wieder beschworen. Aber das zu Recht. Schließlich ist Energiesparen nicht nur einfach, sondern auch effektiv.

Dauerstrom ade: Wussten Sie, dass Elektrogeräte im Energie-, Sleep- oder Standby-Modus 15 Prozent des Stromverbrauchs ausmachen? Energieverschwendung im Schlaf lässt sich ganz einfach durch abschaltbare Mehrfachstecker verhindern.

Heizen: In der kalten Jahreszeit müssen nicht alle Heizkörper auf Hochtouren laufen. Um den Energieverbrauch zu senken reicht es oft schon, ein paar Grad runterzuschalten – vor allem in Räumen, die wenig frequentiert sind. Statt gekippten Fenstern lieber mehrmals täglich stoßlüften.

Elektrogeräte: Bei der Anschaffung eines Geräts sollte vor dem Kauf bedacht werden, was eigentlich gebraucht wird. Muss es die große Tiefkühltruhe oder der Gamer-PC sein? Und wie ist der Verbrauch? Energielabel wie Blauer Engel, EU Energy Star oder das Eco-Label der EU helfen bei der Auswahl an energieeffizienten und umweltfreundlichen Produkten. Achten Sie bei großen Stromfressern wie dem Kühlschrank auf die richtige Temperatureinstellung, unbeschädigte Dichtungen und richtige Handhabung.

Benzin und Emissionen einsparen: Es ist so einfach: Von A nach B entweder zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit Carsharing-Angeboten oder den öffentlichen Verkehrsmitteln. Und wer wirklich aufs Auto angewiesen ist, sollte beim Kauf auf bestimmte Nachhaltigkeitskriterien achten, der Ausstoß von Schadstoffen und CO2 steht hier natürlich an erster Stelle. Ein Elektroauto ist gerade für Stadtfahrten eine gute Alternative. Wichtig sind auch Größe, Reifen, Ausstattung und das individuelle Fahrverhalten.

2. Essgewohnheiten ändern

Ja, durch hohen Fleischkonsum wird der CO2-Fussabdruck mächtig vergrößert. Doch es muss ja nicht gleich komplett darauf verzichten werden. Wer aber öfters auf tierische Produkte wie Fleisch, Milch, Käse und Eier verzichtet, tut obendrein seiner Gesundheit und den Tieren etwas Gutes.

Lange Transportwege, umweltschädliche und sozial unverträgliche Anbauformen sind auch dafür mitverantwortlich, wie nachhaltig Gemüse, Getreide und Obst sind. Die Biobilanz der beliebten Avocado ist zum Beispiel erschreckend, deshalb sollte sie nicht zu oft auf dem Speiseplan stehen. Kaufen Sie, wenn möglich, immer regionale, saisonale und fair gehandelte Bio-Produkte. Auch unsere Einstellung zu Lebensmitteln ist wichtig: Nach Informationen der Bundesregierung landen zirka elf Millionen Tonnen im Müll, rund 60 Prozent der Lebensmittelabfälle stammen nicht von Industrie und Handel, sondern ist verbraucherbedingt.

Einige Alltags-Tipps:

  • Einkaufszettel und Kochplan verhindern Einkaufen im Überfluss.
  • Das Mindesthaltbarkeitsdatum – im Gegensatz zum Verbrauchsdatum – ist kein Verfallsdatum. Machen Sie den optischen, den Geruchs- und Geschmackstest.
  • Reste einfach im Gefrierfach lagern oder kreative Essensreste-Kreationen zaubern.
  • Alternativen: Foodsharing, Spenden oder Essenseinladungen.

3. Rund ums Leben: Mode, Wohnen, Saubermachen

Nachhaltiges Einkaufen, bei dem die Herstellung und Nutzung von Produkten energiesparend, umweltfreundlich und sozial gerecht ist, bezieht sich nicht nur auf Haushaltsgeräte und Nahrungsmittel. Auch in Sachen Mode ist Nachhaltigkeit gefragt: Tragen Sie Ihre Kleidungsstücke einfach länger, auch wenn sie angeblich nicht mehr „in“ sind. Warum eine sandgestrahlte Jeans kaufen, wenn die verwaschene den gleichen Look hat?

Langlebigkeit ist auch beim Möbelkauf angebracht, um Rohstoffe einzusparen und weniger Müll zu produzieren. Achten Sie auf Materialien, die eine gute CO2-Bilanz haben und greifen Sie lieber auf Produkte mit zertifizierten Siegeln zurück.

Extra-Tipp: Viele Branchen, wie Fashion und Möbel, haben das sogenannte Upcycling für sich entdeckt, bei dem aus Abfallprodukten neue Trends gezaubert werden. Eine Tasche aus alten Rettungswesten oder Schmuck aus Kaffeekapseln – die Bandbreite ist endlos.

Putz- und Waschmittel belasten eine unserer wichtigsten Ressourcen: das Wasser. Deswegen lieber sparsam damit umgehen, richtig dosieren und temperieren sowie auf das europäische Umweltzeichen achten. Das Umweltbundesamt rät: „Mit einem Allzweckreiniger, einem Handspülmittel, einer Scheuermilch und einem sauren Reiniger auf Basis von Zitronensäure kann man den gesamten Haushalt reinigen.“

4. Auf die Verpackung kommt es an: Bye-bye Plastik, Aluminium und Co.!

Für unnötigen Müll und erhöhten Ressourcenverbrauch sind vor allem Verpackungen mitverantwortlich. Der Wechsel zu Mehrwegprodukten ist nicht nur nachhaltiger, sondern auf längere Sicht sogar günstiger.

So einfach geht’s im Alltag:

  • Plastikeinwegtüten und Coffee-To-Go-Wegwerfbecher sind zum Glück fast schon out. Stattdessen beim Einkauf oder für den schnellen Kaffee auf eigene, wiederverwendbare Tragetaschen und Behälter zurückgreifen.
  • Loses Obst und Gemüse wählen – das ist oft auch aus der Region und hat keine langen Transportwege hinter sich. Zwar bieten noch nicht viele Städte verpackungsfreie Supermärkte an, aber auch konventionelle Märkte folgen langsam aber sicher dem Trend. Und auf dem Bauernmarkt ist sowieso nichts verpackt.
  • Getränke: Leitungswasser ist nicht nur günstiger als abgepacktes Mineralwasser, sondern oft auch gesünder. Wer Säfte oder Wasser in Flaschen kaufen will, sollte die Mehrwegflasche der Einwegflasche vorziehen.
  • Vorratsdosen statt Aluminium: Behälter aus Glas, Porzellan oder Plastik – ja, ganz kann man dem nicht entgehen – sind zur Aufbewahrung von Nahrungsmitteln besser, als der ständige Griff zur Aluminiumfolie.
  • Nachfüllpackungen, größere Verpackungen und Konzentrate bei Haushaltsmitteln sparen nicht nur Material, sondern auch Energie.

5. Richtig entsorgen: Recyceln, sammeln, teilen

Die Devise heißt: Ressourcenschutz durch optimale Verwertung. Nur was richtig entsorgt – oder geteilt – ist, kann wieder dem Kreislauf zugeführt werden.

Recyceln: Deutschland ist zwar Recycling-Weltmeister, trotzdem sollte die Trennung von Glas, Papier, Plastik und Aluminium sorgfältig und dauerhaft gemacht werden. Was durch den Verbraucher nicht sauber getrennt wurde, muss nämlich eine Maschine mit erhöhtem Energieverbrauch ausbaden.

Sammeln: Sondermüll wie Batterien, Energiesparlampen und Leuchtstoffröhren müssen genauso wie bestimmte neue und alle alten Elektrogeräte zu Wertstoffhöfen, den kommunalen Sammelstellen, gebracht werden. Diese Sachen enthalten oft Schwermetalle und giftige Substanzen, die bei Freisetzung gefährlich werden können.

Teilen: Beim Foodsharing finden Nahrungsmittel neue Abnehmer, Mitfahrzentralen, Carsharing oder simple Fahrgemeinschaften sorgen für mehr Platz auf der Straße und schonen die Umwelt. Kleider können in Secondhandläden, auf Flohmärkten sowie Tauschpartys verkauft und getauscht werden, aber auch für einen guten Zweck gespendet werden.

Nachhaltigkeit: Dreimal einfach

Wie Sie sehen, gibt es viele Wege, im Alltag einfach nachhaltig(er) zu leben. Es ist aber auch gut, generell über den eigenen Konsum nachzudenken. Brauche ich das wirklich? Einfach mal nicht so viel zu kaufen befreit, kostet nichts und ist unglaublich nachhaltig. Und letztendlich muss man ja nicht alles auf einmal tun, um ein nachhaltigeres Leben zu führen. Aber man muss einfach mal irgendwo anfangen.