Geheimtipps

Chronischer Schnupfen: Dauerschnupfen endlich loswerden

Reife Frau sitzt mit einer Decke auf der Couch und hat einen chronischen Schnupfen / Dauerschnupfen. | © iStock.com / Cecilie_Arcurs
© iStock.com / Cecilie_Arcurs
Chronischer Schnupfen (Dauerschnupfen) lässt sich behandeln: Voraussetzung dafür ist eine korrekte Diagnose und die darauf abgestimmte Therapie.

Ist die Nasenschleimhaut chronisch gereizt, wird Schnupfen zum lästigen Dauerbegleiter. Betroffene können nicht gut schlafen, fühlen sich erschöpft und sind anfälliger für andere Erkrankungen. Weshalb chronischer Schnupfen überhaupt auftritt wie Sie den lästigen Dauerschnupfen endlich loswerden, verraten wir Ihnen hier.

Wenn die Nase immer läuft: Dauerschnupfen endlich loswerden!

Unsere Nase ist ein echtes Multitalent: Sie versorgt die Lunge mit Luft und eröffnet uns unzählige Geruchswelten. Meistens wird uns ihre Bedeutung jedoch dann erst bewusst, wenn ihre Funktion durch eine Erkältung oder Entzündung der Nasennebenhöhlen beeinträchtigt ist. Im Herbst und Winter ist Schnupfen zwar keine Seltenheit, normalerweise klingen die Beschwerden aber nach einer Woche wieder ab. Dauern die Symptome allerdings über mehrere Monate an oder kommen immer wieder, sprechen Mediziner von einer chronischen Rhinitis. Was die Ursachen für den Dauerschnupfen sind und was wirklich hilft, wenn der Schnupfen einfach nicht weggeht, verraten wir in diesem Artikel. Inklusiver so mancher Geheimtipps!

Auch wenn eine andauernd verstopfte Nase nicht schmerzt, ist sie dennoch lästig. Und: Betroffene mit einer permanent angegriffenen Nasenschleimhaut sind deutlich anfälliger für Infektionen und entwickeln schnell auch eine Nasennebenhöhlenentzündung. Daher sollten Sie Schnupfen nicht auf die leichte Schulter nehmen, sondern ihn frühzeitig behandeln.

Was können Ursachen von chronischem Schnupfen (Dauerschnupfen) sein?

1. Krankheiten und Allergien

Dauerschnupfen kann vielfältige Ursachen und Auslöser haben. Häufig tritt er im Rahmen einer Erkältung auf oder weist auf eine allergische Reaktion unseres Körpers hin. Auch Patienten, die sehr häufig an einem grippalen Infekt erkranken, können ein chronisches Krankheitsbild entwickeln. Nicht selten geht eine chronische Rhinitis mit einer Entzündung der Nasennebenhöhlen einher.

2. Anomalien in der Nase

Ebenso können anatomische Engstellen in der Nase und den Nasennebenhöhlen, zum Beispiel eine verkrümmte Nasenscheidewand, der Auslöser sein. Auch gutartige Wucherungen der Nasenschleimhaut, sogenannte Polypen, können den dauerhaften Schnupfen verursachen.

3. Umwelteinflüsse und bestimmte Medikamente

Menschen mit besonders sensiblen Nasen reagieren auf Umweltreize wie Staub, Rauch oder Abgase mit einer ständig rinnenden Nase. Außerdem können Medikamente der Grund für eine verstopfte Nase sein. Es gibt einige Medikamente, die als Nebenwirkung eine verstopfte Nase verursachen können. Lesen Sie dazu am besten den Beipackzettel und fragen Sie Ihren Arzt/Ihre Ärztin oder informieren Sie sich in der Apotheke Ihres Vertrauens.

4. Nasensprays können lästigen Dauerschnupfen auslösen

Es klingt paradox: Vorsicht ist zum Beispiel bei abschwellenden Nasensprays geboten. Diese können zwar für schnelle Linderung sorgen, bei zu häufiger Anwendung stellt sich jedoch ein Gewöhnungseffekt ein. In Folge schwillt die Nasenschleimhaut auch mit dem Arzneimittel nicht mehr ab – zudem kann der häufige Gebrauch von Nasensprays nachweislich süchtig machen.

Chronischen Schnupfen erkennen: Das sind typische Symptome

Chronischem Schnupfen liegt also eine ständig gereizte oder entzündete Nasenschleimhaut zu Grunde, in der Fachsprache als Rhinitis bezeichnet. Ziehen sich die Beschwerden über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten und länger, sprechen Mediziner von einer chronischen Erkrankung. Dieser Zustand schwächt die Abwehrkräfte. Zu den typischen Symptomen eines chronischen Schnupfens gehören:

  • eine verstopfte und laufende Nase

  • eine beeinträchtigte Nasenatmung sowie eingeschränktes Riechvermögen

  • eine gerötete oder geschwollene Nasenschleimhaut

  • Druckgefühl in den Nasennebenhöhlen

  • Niesreiz

  • ständig wiederkehrende Infekte

  • wunde Nasenflügel aufgrund des ständigen Schnäuzens

  • Schlafstörungen und damit einhergehende Tagesmüdigkeit

  • Abgeschlagenheit bis hin zu Erschöpfung

  • Kopfschmerzen

Das hilft wirklich gegen lästigen Dauerschnupfen

1. Ursachenforschung und Diagnose

Für eine effektive Behandlung der chronischen Rhinitis ist eine präzise Ursachenforschung nötig. Mit der passenden Diagnose kann der chronische Schnupfen dann in der Regel gut behandelt werden. Ein Termin beim Hals-Nasen-Ohrenarzt verschafft Klarheit, welche Faktoren individuell zu der Atemwegserkrankung geführt haben. Bei der Kontrolle von Nase und Nasennebenhöhlen kann der HNO-Arzt sich einen Eindruck von möglichen Reizungen oder Schwellung der Nasenschleimhaut, anatomischenVeränderungen oder einer fortgeschrittenen Polypenbildung machen. Ermöglicht die Erstuntersuchung keine präzise Diagnose, können eine Ultraschall-Untersuchung oder ein Allergie-Test weiterhelfen. Letzterer wird dann ausgeführt, wenn der Patient regelmäßig zu bestimmten Zeiten oder nach dem Kontakt mit speziellen Substanzen Beschwerden des Schnupfens aufweist. Ein Experte kann die Ursache der allergischen Reaktion finden und gezielt behandeln.

2. Behandlung mit Kochsalzlösung 

Wird eine chronische Entzündung diagnostiziert, sind die Basis der Therapie meist Inhalationen und Nasenduschen mit einer Kochsalzslösung, die zwei bis dreimal täglich durchgeführt werden. Dieses Prozedere beseitigt Schmutz, Viren und Bakterien oder auch Allergene. Zudem pflegt die Dusch-Anwendung die gereizten Schleimhäute.

3. Dampfbäder

Ärzt*innen empfehlen zur Behandlung einer chronisch verstopften Nase schleimlösende Medikamente. Unser Tipp: Diese können Sie als Erstes verwenden, um die Nase freizumachen. Anschließend kann ein warmes Dampfbad helfen, da es abschwellend wirkt.

4. Nasensprays und weitere Therapiemaßnahmen

Unterstützend können örtlich wirkende Kortisonsprays oder Antibiotika als Therapiemaßnahme eingesetzt werden. Aber Vorsicht bei Nasensprays! Die enthaltenen Wirkstoffe, sogenannte „Sympathomimetika“, bergen Risiken: Bereits nach etwa einer Woche regelmäßiger Anwendung bei Schnupfen verändert sich die Nasenschleimhaut. Das Spray muss dann häufiger und in höheren Dosen eingenommen werden, um noch eine spürbare Wirkung zu erzielen. Bei langfristigem Missbrauch können dauerhafte Schäden an der Schleimhaut auftreten, was zu chronischem Schnupfen führen kann. Daher sollte abschwellend wirkendes Nasenspray niemals über einen längeren Zeitraum oder vorbeugend verwendet werden.

Eine Operation als letzter Ausweg gegen Dauerschnupfen

Bleiben alle Behandlungen erfolglos oder wird die Erkrankung durch anatomische Veränderungen hervorgerufen, bleibt bei der chronischen Atemwegserkrankung meist nur noch ein operativer Eingriff. Das kann zum Beispiel bei Nasenpolypen der Fall sein oder bei einer schiefen Nasenscheidewand. Lassen Sie sich in diesen Fällen von einem HNO-Arzt oder einer HNO-Ärztin beraten.

Der Schnupfen geht nicht weg? Diese Erste-Hilfe-Tipps können echte Geheimtipps sein

  • Dampfinhalationen – zum Beispiel mit Kamille – lösen zähen Schleim und begünstigen so das Abfließen.

  • Hängen Sie angefeuchtete Handtücher über die Heizung oder investieren Sie in einen Luftbefeuchter. Die erhöhte Luftfeuchtigkeit ist eine Wohltat für trockene und angegriffenen Nasenschleimhäute.

  • Regelmäßige Nasenspülungen mit Kochsalzlösung reinigen die Nase von innen, Schmutz und Fremdkörper werden dabei aus der Nase gespült.

  • Stärken Sie Ihr Immunsystem und achten Sie auf ausreichend Schlaf und körperliche Betätigung an der frischen Luft.

  • Sorgen Sie für eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr – Erwachsene sollten mindestens 1,5 bis 2 Liter Wasser täglich trinken.

  • Ganz wichtig: Verwenden Sie Nasenspray nur sparsam und sehr selten. Und sollte Ihr Dauerschnupfen daher rühren, stoppen Sie die Verwendung und holen Sie sich ggf. Expertenrat.

Grippe, Erkältung oder Corona

Reife Frau mit Brille putzt sich die Nase | © gettyimages.de | Nikola Ilic