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Fieber: Die besten Hausmittel

Frau schaut auf ein Fieber-Thermometer | © Getty Images | IAN HOOTON/SCIENCE PHOTO LIBRARY
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Einen kühlen Kopf bewahren: Eine erhöhte Temperatur oder leichtes Fieber kann mit einfachen Hausmitteln gelindert werden.

Fieber ist ein wichtiges Signal unseres Körpers, das unser Immunsystem aktiviert. Wann Sie bei erhöhter Temperatur unbedingt einen Arzt aufsuchen sollten und welche altbewährten Hausmittel den glühenden Kopf kühlen, lesen Sie hier.

Der Körper glüht, der Kopf schmerzt, oft kommt Schüttelfrost hinzu: Fieber macht sich meist mit mehreren Symptomen bemerkbar – und muss in jedem Fall ernst genommen werden. Denn wenn unser Kopf spürbar heißer ist, bedeutet dies, dass unser Immunsystem zur Abwehr aktiviert wird und so richtig am Arbeiten ist. Wie Sie die unangenehme Beschwerde lindern können und wann Sie bei Fieber unbedingt einen Arzt aufsuchen sollten, erklären wir hier.

Ab wann spricht man von Fieber?

Dass unsere Körpertemperatur geringen Schwankungen unterliegt, ist bei einem gesunden Menschen vollkommen normal. So kann sich die Temperatur beispielsweise erhöhen, wenn wir Sport treiben oder am Morgen gerade erst erwacht sind. Auch bei Frauen steigt die Körpertemperatur in der Zyklusmitte um bis zu 0,5 Grad Celsius an. Hinzu kommt die Art und Weise, wie bzw. an welcher Körperstelle gemessen wurde – am After etwa ist die Messgenauigkeit höher als unter der Zunge oder auf der Stirn. Die sogenannte Körperkerntemperatur – also die Temperatur, die im Inneren der Person gemessen wird – liegt bei einem Erwachsenen normalerweise zwischen 36,5 und 37,5 Grad Celsius. Ab 37,5 bis 38 Grad Celisus spricht man von einer erhöhten Temperatur, ab einer im Po gemessenen Körpertemperatur von 38,2 Grad spricht man von Fieber.

Wieso kommt es überhaupt zu Fieber?

Für den Betroffenen ist Fieber eine unangenehme Erscheinung – und meist mit Kopfschmerzen, Schüttelfrost und starkem Schwitzen als Begleitsymptome verbunden. Dabei ist Fieber grundsätzlich etwas Gutes: Es signalisiert uns, dass unser Körper in diesem Moment kräftig arbeitet und auf Abwehr eingestellt ist. Fieber ist ein typisches Symptom für eine Infektion, woraufhin das Immunsystem Abwehrstoffe produziert. Sogenannte Pyrogene sind Teil dieser Abwehrstoffe und für die Entstehung von Fieber verantwortlich. Gewisse Körperzellen, so auch die zur Abwehr, werden erst ab einer Temperatur von 38 bis 41 Grad Celsius aktiv. Daher muss der Körper seine Temperatur hochfahren, um die Abwehrorganismen zu aktivieren. Glüht unser Körper regelrecht, ist er also gerade dabei, die gesundheitliche Bedrohung zu bekämpfen.

Aber auch andere Erkrankungen, die nicht durch eine Infektion ausgelöst wurden, können Fieber als Symptom verursachen – das Auftreten von Fieber bei Krankheiten ist jedoch so vielseitig, dass es kaum möglich ist, alle potenziellen Ursachen aufzulisten. In den meisten Fällen sind die Auslöser von Fieber aber harmloser Natur.

Fieber: Wann zum Arzt?

In der Regel verschwindet Fieber meist innerhalb weniger Stunden von alleine. Dann wird es als harmloses Symptom einer abklingenden Infektion betrachtet – beispielsweise einer Grippe, Mittelohrentzündung oder eines Magen-Darm-Infekts. Handelt es sich jedoch um hohes Fieber bis zu 40 Grad, so kann es lebensbedrohlich werden – in diesem Fall muss unbedingt ein Arzt die Ursachen untersuchen und behandeln. In einzelnen Fällen können auch seltene Infektionen oder andere Erkrankungen die Ursache sein, die nicht durch eine Infektion entstehen. So kann sich beispielsweise eine Dehydrierung, Rheuma oder auch eine ernsthafte Krankheit wie eine Krebserkrankung durch Fieber äußern. Wenn das Fieber bereits 48 Stunden ohne abzuklingen anhält, sollte bei Erwachsenen unbedingt ein Mediziner zur Rate gezogen werden. Zudem sollten Sie umgehend in ärztliche Behandlung, wenn das Fieber von Symptomen wie Benommenheit oder Atemnot begleitet wird. Bei Kindern und wenn Vorerkrankungen oder regelmäßige Medikamenteneinnahme vorliegt, ist ein Arztbesuch schon früher  empfehlenswert.

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Die 5 besten Hausmittel gegen Fieber

Doch auch bei einer meist harmloseren, leicht erhöhten Temperatur kann das innere Glühen unangenehm werden. Die folgenden Hausmittel haben sich als effektiv gegen Fieber erwiesen und helfen, den Körper herunterzukühlen:

1. Wadenwickel

Wadenwickel sind ein altbewährtes Hausmittel, das Fieber in kurzer Zeit lindern kann. Tauchen Sie zwei Handtücher in lauwarmes Wasser, wringen Sie diese leicht aus und legen sie um die Waden. Wer die Nässe am Bein als unangenehm empfindet, kann zusätzlich um die feuchten Wickel ein trockenes Tuch binden. Anschließend die Wickel für 15 bis 20 Minuten wirken lassen, dann wieder abnehmen. Schon innerhalb dieser kurzen Zeitspanne kann das Fieber zurückgehen. Wadenwickel können bei Bedarf mehrmals täglich angewendet werden.

2. Essigstrümpfe

Zugegeben: angenehm klingt dieses Methode gegen Fieber nicht. Doch sie lohnt sich, da sie ebenso bewährt ist wie Wadenwickel. Für die Essigstrümpfe kann Essigessenz, aber auch Apfelessig verwendet werden. Bei beiden Varianten einen Teil Essig mit fünf Teilen Wasser mischen und anschließend ein Paar Baumwollsocken darin einweichen. Die Socken auswringen, anziehen und einwirken lassen. Es ist ratsam, die Liegefläche zum Schutz abzudecken. Kindern sollten die Essigstrümpfe nicht mehr als 20 Minuten, Erwachsene zwischen 45 bis 60 Minuten im Liegen tragen.

DONNA-Tipp: Wer seine Füße nicht gern in die Essigstrümpfe steckt, kann stattdessen Essigwickel anlegen. Diese werden genau wie Wadenwickel zubereitet, das Mischverhältnis bleibt wie oben beschrieben.

3. Kräutertees

Bestimmte Heilkräuter und Pflanzen können helfen, den Körper zum Schwitzen zu bringen und das Fieber so loszuwerden. Kamille, Salbei, Lindenblüte und Flieder sind für ihre schweißtreibende Wirkung bekannt. Auch   aufgebrühte frische Pfefferminze kann Fieber lindern. Mehreren Tassen über den Tag verteilt trinken. Auch selbst hergestellter Ingwer-Tee kann wohltuend wirken: Dazu den Ingwer reiben, mit heißem Wasser übergießen und mindestens fünf Minuten ziehen lassen. Wem der reine Ingwertee zu scharf ist, kann einen Teelöffel Honig als Süßungsmittel hinzugeben. Auch in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) gibt es Heilmittel wie die Wurzel des chinesischen Hasenohrs oder die Früchte des Gardenienbaums, die Fieber senken.

4. Waschungen

Gut für Kleinkinder, aber auch bei Erwachsenen eignen sich Waschungen zur Fiebersenkung. Hierzu einfach einen Waschlappen in warmes Wasser tauchen, das Wasser gut ausdrücken, anschließend den Körper abreiben: Immer von außen nach innen und von unten nach oben in kreisförmigen Bewegungen. Beispielsweise von den Fingerspitzen in Richtung Brust, von den Beinen hinauf in Richtung Kopf. Den Kranken danach nicht abtrocknen, sondern in ein trockenes Handtuch wickeln. Die dabei entstandene Verdunstungskälte kann zusätzlich helfen, das Fieber zu senken.

5.  Schwitzkur

Die heimliche Nummer eins seit vielen Jahrzehnten im Kampf gegen Fieber: Eine Schwitzkur. Diese kann auf unterschiedliche Weise ausgestaltet werden. Eine sinnvolle Kombination ist ein schweißtreibender Tee (siehe Punkt 3), gefolgt von einem heißen Erkältungsbad, beispielsweise mit ätherischen Ölen wie Pfefferminz, Menthol oder Eukalyptus oder einem speziellen Badezusatz. Anschließend ins Bett legen und warm einpacken, jedoch dabei auf ausreichend Luftzufuhr achten – sonst droht ein Wärmestau.

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Fieber loswerden: Zusätzliche fiebersenkende Maßnahmen

Grundsätzlich sollte hohes oder langanhaltendes Fieber ärztlich untersucht werden. Bereits ab einer Körperkerntemperatur von 38,5 Grad Celsius ist es ratsam, fiebersenkende Maßnahmen anzuwenden und es so für den Erkrankten erträglicher zu machen. Darüber hinaus sollten bei Fieber folgende Dinge beachtet:

  • Viel Wasser trinken! Bei hohem Fieber droht sonst Austrockung durch die erhöhte Körpertemperatur.

  • Finger weg von fiebersenkenden Medikamenten, um dann in die Arbeit zu gehen: Wenn das körpereigene Abwehrsystem durch derartige Mittel gehemmt wird, dauert es auch länger bis das Fieber abklingt.

  • Bei begleitenden Kopf- oder Ohrenschmerzen sind Schmerztabletten wie Paracetamol oder Ibuprofen effektiv.

  • Gönnen Sie sich bei Fieber viel Ruhe und Schlaf.

  • Sie nehmen bereits Medikamente ein, die sich auf das Immunsystem auswirken? Dann am besten direkt zum Arzt.

 

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