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Kaliummangel: Symptome erkennen und Ursachen ausgleichen

Poke Bowl mit grünem Gemüse | © SVETA ZARZAMORA ISTOCK
© SVETA ZARZAMORA ISTOCK
Ein Kaliummangel hat auf Dauer Folgen für die Gesundheit. Um sich davor zu schützen, sollten Sie kaliumreiche Lebensmittel wie Kohl, Hülsenfrüchte und Avocado in Ihre Ernährung integrieren.

Eine dauerhaft niedriger Kaliumspiegel kann ernste Folgen für die Gesundheit haben. DONNA Online erklärt, wie der Mineralstoffmangel entsteht, wie Sie ihn erkennen und effektiv behandeln können.

Bei gesunden Menschen wird der Kaliumspiegel vom Körper genau geregelt. Die benötigte Menge des wichtigen Elements wird aus der täglichen Nahrung gezogen und was zu viel ist einfach ausgeschieden. Nichtsdestotrotz kann aus diversen Gründen ein Kaliummangel (Hypokaliämie) entstehen, was mitunter sogar lebensgefährlich sein kann. Welche Ursachen einem Kaliummangel zugrunde liegen, wie Sie ihn erkennen und behandeln können, lesen Sie hier.

Definition: Was ist Kalium?

Kalium ist ein lebensnotwendiges Mengenelement im Körper. Gemeinsam mit Natrium und Chlorid gehört es zu den wichtigsten Elektrolyten des menschlichen Organismus. Rund 98 Prozent des körpereigenen Kaliums befinden sich innerhalb der Zellen, vor allem in denen der Muskulatur, der Rest ist im extrazellulären Raum. Während der Großteil des Mineralstoffs in den Muskelzellen zum Einsatz kommt, sind geringe Kaliummengen auch in den Zellen von Leber, Knochen und den roten Blutkörperchen (Erythrozyten) zu finden.

Funktion: Wofür braucht der Körper Kalium?

Kalium ist mitverantwortlich für die Aufrechterhaltung des osmotischen Drucks in den Zellen, die Elektro­lyt-Homöostase, und für die Regulierung des Säure-Basen-Haushalts. Zudem spielt das Element eine wichtige Rolle bei der Weiterleitung von Nervenimpulsen und beeinflusst dadurch die Muskelkontraktionen, Herzfunktion und Regulation des Blutdrucks. Folglich steuert Kalium in entscheidender Weise die Aktivität der Herzmuskelzellen.

Darüber hinaus stimuliert Kalium die Insulinausschüttung in den Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse. Als Cofaktor von Enzymen ist Kalium an der Bildung von Protein und Glykogen beteiligt und somit von großer Bedeutung für das Wachstum. Da Kalium für so viele Stoffwechsel- und Körperfunktionen mitverantwortlich ist, kann ein dauerhafter Kaliummangel weitreichende Auswirkungen auf die Gesundheit und das Wohlbefinden haben.

Kaliummangel erkennen: Die häufigsten Symptome und Anzeichen

Von einem Kaliummangel (Hypokaliämie) sprechen Ärzte, wenn der Kaliumspiegel im Blutserum unter den Normbereich absinkt. Um dies zu verhindern, sollten Sie Ihren Körper immer im Auge behalten und auf die typischen Symptome für ein Kaliumdefizit achten. Bei einem leichten bis mäßigen Kaliummangel sind folgende Anzeichen charakteristisch:

  • Müdigkeit

  • Appetitlosigkeit

  • Erhöhte Nervosität

  • Kopfschmerzen

  • Kreislaufprobleme 

  • Übelkeit

  • Verstopfung

  • Blähungen

  • Darmträgheit

  • Hauttrockenheit mit erhöhter Neigung zu Akne

  • Wundheilungsstörungen

Die Symptome eines Kaliummangels sind sehr allgemein und können daher auch auf andere Erkrankungen oder körperliche Beschwerden hinweisen. Sollten Sie eines oder mehrere der oben genannten Anzeichen bei sich beobachten, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Dieser kann mittels eines einfachen Bluttests feststellen, ob eine Unterversorgung mit Kalium vorliegt.

Symptome und Folgen eines ausgeprägten Kaliummangels

Ein ausgeprägter Kaliummangel kann mitunter lebensbedrohliche Konsequenzen haben. Dazu gehören: 

  • Herzrhythmusstörungen (Tachykardie, Extrasystolen, Vorhofflimmern, Kammerflimmern)

  • erhöhte Urinausscheidung (Polyurie) 

  • Muskelschwäche 

  • Muskelkrämpfe 

  • Lähmungserscheinungen

  • Wassereinlagerungen (Ödeme) im Gewebe

  • Darmverschluss, Darmlähmung (paralytischer Ileus)

  • Bewusstseinsstörungen

Im Bereich von Nerven und Muskulatur sind Kraftlosigkeit, Muskelschwäche und Muskelkrämpfe die ersten Anzeichen. Bei einem anhaltenden Kaliummangel steigern sich die Beschwerden bis hin zu Lähmungserscheinungen und Bewusstseinsstörungen. Auch das Herz-Kreislauf-System kann in Mitleidenschaft gezogen werden. Herzrhythmusstörungen sind für herzkranke Menschen besonders gefährlich. Zusätzlich leiden die Blutgefäße, was Atherosklerose begünstigt und folglich auch Demenz, Herzinfarkt und Schlaganfall auslösen kann.

Ursachen: Wann kommt es zu einem Kaliummangel? 

Mit einer gesunden, ausgewogenen Ernährung nehmen wir normalerweise genug Kalium auf. Trotzdem kann es vorkommen, dass der Körper nicht ausreichend mit dem Mineralstoff versorgt wird. Folgende Ursachen können dahinterstecken:

Verlust von Kalium über den Magen-Darm-Trakt

Eine häufige Ursache für einen Kaliummangel sind starke Kaliumverluste durch Erbrechen, chronischen Durchfall oder den übermäßigen Gebrauch von Abführmitteln (Laxanzien). Ebenso kann eine gestörte Kaliumaufnahme über den Darm einen Mangel begründen. Davon sind hauptsächlich Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa oder einer Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) betroffen.

Verlust von Kalium über die Niere

Bildet der Körper krankheitsbedingt zu viel Aldosteron oder Cortisol, wird Kalium vermehrt über die Nieren ausgeschieden. Man spricht dann von Hyperaldosteronismus (Conn-Syndrom) oder Hypercortisolismus. Bestimmte Medikamente können einen ähnlichen Effekt auf die Kaliumausscheidung über die Nieren haben. Dazu gehören harntreibende Medikamente (Diuretika), Glukokortikoide und Antibiotika. Eine Nierenschwäche kann ebenfalls zu einem ungewollten Kaliumverlust führen.

Kaliummangel durch Fehlernährung

Außerdem kann ein Kaliummangel als Folge von langanhaltender Unter- oder Mangelernährung auftreten. Davon sind insbesondere Menschen mit Magersucht (Anorexie) oder Essbrechsucht (Bulimie) betroffen. Darüber hinaus kann eine erhöhte Zufuhr von Salz für einen Kaliummangel verantwortlich sein. Bei einer stark salzhaltigen Ernährung erhöht sich die Natriumkonzentration im Blut. Dieses Zuviel an Natrium versucht der Körper über die Nieren auszuscheiden. Das geschieht allerdings nur in Kombination mit Kalium, sodass ein Kaliummangel die Folge ist.

Behandlung: Kaliummangel ausgleichen und vorbeugen

Je nach Ausprägung des Kaliummangels reicht eine kaliumreiche Ernährung aus, um den körpereigenen Kaliumhaushalt wieder zu normalisieren. Genügt das nicht, können spezielle Kaliumpräparate eingesetzt werden. Diese sollten allerdings nicht ohne ärztliche Anweisung eingenommen werden. In besonders schweren Fällen wird Kalium mit Injektionslösungen verabreicht.

Bei gesunden Menschen wird ein Kaliumdefizit meist ohne Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel ausgeglichen. Dazu reicht eine frische, abwechslungsreiche Ernährung, in die gezielt kaliumhaltige Speisen integriert werden. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. schätzt den durchschnittlichen Kaliumbedarf eines Erwachsenen auf 4000 Milligramm pro Tag. Kinder im Alter von zehn Jahren benötigen etwa die Hälfte. Bei stillenden Frauen steigt der tägliche Bedarf auf 4400 Milligramm Kalium an. Gesunde kaliumreiche Lebensmittel sind zum Beispiel:

  • Bananen

  • Aprikosen

  • Himbeeren

  • Rhabarber

  • Avocado

  • Kohlgemüse (alle Sorten)

  • Kartoffeln

  • Karotten

  • Kohlrabi

  • Tomaten

  • Hülsenfrüchte 

  • Getreide: Dinkel, Roggen, Buchweizen

  • Nüsse: Haselnüsse, Cashewkerne, Erdnüsse, Mandeln

  • Bitterschokolade

DONNA-Tipp: Besonders hoch ist der Kaliumgehalt in konzentrierten Lebensmitteln wie Tomatenmark, getrockneten Früchten, Gemüse- und Obstsäften.

Vorsicht bei der Zubereitung von kaliumreichen Lebensmitteln

Kommt Kalium mit Wasser in Kontakt, verbindet es sich mit der Flüssigkeit. Das heißt: Wenn kaliumreiche Gemüsesorten zu lang in Wasser gelagert oder gekocht werden, löst sich das Kalium aus ihnen heraus. Die Folge ist, dass der Mineralstoff im Kochwasser zurückbleibt und den Körper gar nicht erst erreicht.

Daher gilt: Je weniger Wasser Sie zum Kochen verwenden, umso mehr Kalium und andere Nährstoffe bleiben in den Lebensmitteln. Essen Sie Gemüse wenn möglich roh oder blanchieren bzw. dünsten Sie es nur kurz und schonend. Kartoffeln und viele andere Gemüsesorten können auch im Backofen gebacken oder in der Pfanne angebraten werden. Wenn Sie kaliumreiche Lebensmittel in Wasser kochen, sollten Sie das nährstoffreiche Kochwasser zumindest weiterverwenden. Beim Kochen von Kartoffeln kann das mit Kalium angereicherte Kochwasser zum Beispiel als Basis für Brühen oder Suppen verwendet werden.