Ganz einfach zur eigenen Hefe

Hefe selber machen - mit diesen 3 Zutaten

Hefeteig roh in einer Schüssel auf einem Holztisch. | © iStock | Ann_Zhuravleva
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Ist frische Hefe in Supermärkten nicht mehr erhältlich, lässt sie sich mit etwas Vorlaufzeit einfach selbst herstellen.

Selbstgemachte Hefe, oder auch wilde Hefe, lässt sich ganz einfach selbst ziehen. Dazu braucht es lediglich drei Zutaten und etwas Geduld. Wie das geht und worauf dabei geachtet werden sollte.

Hefe selbst herstellen 

Aktuell ist aufgrund der Corona-Pandemie Hefe neben Mehl und Toilettenpapier in Deutschland Mangelware. Doch kein Grund zur Sorge, auf selbstgebackenes Brot, Cruffins oder Franzbrötchen muss nicht verzichtet werden. Ist frische Hefe nicht erhältlich, kann mit nur wenigen Zutaten die Hefe, beziehungsweise Hefewasser, selbst hergestellt werden.

Variante 1: Hefewasser mit getrockneten Früchten

Bei dieser Variante handelt es sich um die zeitintensivste, doch wer vorab gut plant, kann sich über ein leckeres Ergebnis freuen. Was es dafür braucht: Wasser, Datteln und Zucker. Wichtig ist, dass die Datteln nicht geschwefelt sind. Das sollte in  der Regel auf der Verpackung vermerkt sein. Steht dort „enthält Sulfite“ oder „geschwefelt“, lässt sich damit keine eigene Hefe selber machen. Alternativ dazu kann auch zu 150 Gramm Rosinen (ebenfalls getrocknet und ungeschwefelt), Aprikosen oder Pflaumen gegriffen werden. 

  • Einmachglas oder Glasflasche

  • 500 ml lauwarmes Wasser

  • 2 getrocknete, ungeschwefelfte Datteln

  • 1 EL Zucker

Um die Hefe anzusetzen, werden das Wasser, die Datteln und der Zucker in einem gut verschließbaren Gefäß aus Glas miteinander vermischt und gut geschüttelt. Nun muss das Gemisch eine Woche ruhen, um die Hefe zu bilden. Dazu sollte es an einem warmen Ort stehen. Damit die Gase entweichen können, den Deckel täglich zweimal öffnen und immer wieder umrühren oder schütteln. 

Nach einer Woche sollte das Hefewasser trübe sein und leichte Bläschen bilden. Die genaue Dauer hängt von vielen Faktoren ab – unter anderem von der Raumtemperatur. Dass die Hefe fertig ist, merkt man auch an dem typischen Hefegeruch. Nun das Hefewasser durch ein Sieb abseihen, sodass die Datteln aufgefangen werden, und mit 100 Gramm Mehl vermischen. Nur mit einem Tuch abgedeckt weitere zwölf bis 24 Stunden stehen lassen. 

Dieser dadurch entstandene Vorteig reicht für etwa 500 Gramm Mehl. 

Variante 2: Hefe aus Bier selber herstellen

Wer nicht so lange warten möchte und die Hefe auf die Schnelle braucht, ist mit diesem Rezept gut bedient. So lässt sich die Hefe aus Bier in nur einer Nacht herstellen und kann einfach am Vorabend zubereitet werden. Dazu braucht es: 

  • Einmachglas zum Abfüllen

  • 100 Gramm warmes Bier (Raumtemperatur)

  • 10 Gramm Mehl

  • 1 Teelöffel Zucker

Alle Zutaten in das Einmachglas füllen und so lange schütteln, bis sich Mehl und Zucker gut mit dem Bier vermischt und aufgelöst haben. Nun das Gemisch verschlossen über Nacht an einen warmen Ort stellen. Am nächsten Tag ist die selbstgemachte Hefe fertig. Die Menge entspricht in etwa einem in 100 ml Wasser aufgelösten Hefewürfel.

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Backen mit Hefewasser: Das ist zu beachten

Für die Verwendung das Hefewasser durch ein Sieb gießen und wie die gebrauchsübliche Hefe verwenden. 150 ml Hefewasser entsprechen somit ca. 12 Gramm Frischhefe oder 4 Gramm Trockenhefe auf 500 Gramm Mehl. Wichtig ist bei dem Backen mit Hefewasser, dass die im Rezept verwendete Flüssigkeit durch Hefewasser ausgetauscht wird. Ansonsten wird der Teig zu flüssig.

Wer die Hefe selbst herstellt, sollte Folgendes dringend beachten. Beim Gährungsprozess lässt sich schwer vermeiden, dass sich auch unerwünschte Organismen bilden und vermehren. Daher sollten Menschen mit einem schwachen Immunsystem oder schwangere Frauen diese Art der Hefe nicht zu sich nehmen und lieber auf die industriell hergestellte Hefe setzen. 

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