KRANKHEITEN & SYMPTOME

So erkennen und behandeln Sie Hautkrankheiten richtig

Frau mit Dutt wird von hinten gezeigt und kratzt sich am Hals. | © GARO, Getty Images
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Wenn unsere Haut erkrankt, juckt und schmerzt, wird sie zu unserem großen Feind.

Die Haut ist das größte Organ des Körpers und dient als sein wichtigster Schutzschild – doch wenn sie erkrankt, juckt und schmerzt, wird sie schnell zum größten Feind. DONNA erklärt, wie Sie Hautkrankheiten erkennen und wann ein Arztbesuch unumgänglich ist.

Glatte, ebenmäßige und zarte Haut gehören seit jeher zu unserem Schönheitsideal. Wer damit gesegnet ist, kann sich glücklich schätzen. Erst wenn die Haut nicht mehr makellos ist, merken wir, wie wichtig sie für unser äußeres Erscheinungsbild ist.

Hauterkrankungen können verschiedene Ursachen haben: genetische Veranlagung, Viren, Pilze, Infektionen, Kontakt mit schädigenden Stoffen oder Sonneneinstrahlung sowie psychische Belastungen und Stress. Doch egal aus welchem Grund sich die Haut verändert, juckt, errötet oder Pusteln bildet – unser Selbstbewusstsein leidet oftmals sehr unter einer Hautkrankheit.

Obwohl viele Hautveränderungen unheilbar sind, lassen sie sich durch Medikamente oder Therapien oft verbessern oder fast ganz eindämmen. Der erste Schritt zur Heilung ist die exakte Bestimmung der Krankheit, am besten durch den Hausarzt oder einen Dermatologen. Nach der Diagnose kann mit der passenden Behandlung begonnen werden. Wie Sie Hautkrankheiten erkennen, unterscheiden und richtig behandeln, erfahren Sie hier.  

Akne

Bei Akne Vulgaris muss man fast von einer Volkskrankheit sprechen, denn 85 Prozent aller Deutschen leiden oder litten schon einmal darunter. Anders als oft angenommen, wird Akne nicht durch mangelnde Hygiene, sondern das Bakterium Probionibacterium acnes verursacht, das die Bildung von Pickeln auslöst. Wenn in der Pubertät das Hormon Androgen verstärkt produziert wird, vergrößern sich die Talgdrüsen um die Haarfollikel und es kommt zu übermäßiger Talgbildung sowie einer gesteigerten Bildung von Hornmaterial. Das führt zu einer Verstopfung des Ausführungsgangs der Talgdrüse und es bilden sich Mitesser, die sich durch die Vermehrung des Bakteriums leicht entzünden und zu Pickeln, Pusteln und Knötchen werden können.

Diese Erkrankung des Talgdrüsenapparates lässt sich nicht heilen, jedoch gut in Schach halten. Wenn frei verkäufliche Medikamente keinen Erfolg bringen, kann der Hautarzt helfen. Wichtig ist, dass frühzeitig mit der Therapie begonnen wird, um spätere Narbenbildung zu verhindern.

Ekzem

Diese nicht ansteckende Juckflechte wird auch Dermatitis genannt und erscheint als Ausschlag oder juckende Entzündung auf der Haut. In der Regel ist die betroffene Stelle gerötet, eventuell geschwollen, nässt nach einiger Zeit und bildet Bläschen, die später verkrusten. Ursachen für Ekzeme gibt es viele: Kontakt mit hautschädigenden Stoffen wie Chemikalien, Kosmetika oder Modeschmuck, eine Talgüberproduktion, Chemie in Textilien oder zu viel Stress.

Wenn Hausmittel wie Kokosöl, alkalische Seifen, das Meiden der Sonne oder Ölbäder nicht helfen, sollte ein Arzt konsultiert werden. Er kann die Ursache des Ekzems überprüfen und den Ausschlag dementsprechend behandeln.

Hautpilz

Diese Erkrankung der oberen Hautschichten tritt häufig zwischen den Zehen oder im Intimbereich durch auf der Haut wachsende Pilze wie Fadenpilze oder Hefen auf. In der Fachsprache Dermatomykose genannt, äußern sich Hautpilze durch gerötete, juckende oder grauweiß verquollene Hautstellen mit Bläschenbildung. Hautpilze werden durch ein feuchtwarmes Milieu, etwa durch Schweißbildung in Hautfalten, begünstigt und sind ansteckend. Sie können durch Hautkontakt oder über Schuhe und Kleidung von Mensch zu Mensch übertragen werden und bedürfen deshalb unbedingt einer ärztlichen Behandlung.

Herpes

Schmerzende Bläschen an der Lippe oder im Genitalbereich: Herpes ist eine durch Herpes-Simplex-Viren verursachte Hautinfektion. Die Auslöser dieser Hauterkrankung sind zwei unterschiedliche Virus-Spezies, die sich im Krankheitsbild unterscheiden. Während der Herpes-Simplex-Virus 1 für die meisten Arten von Herpes im Gesicht verantwortlich ist, findet man Typ 2 im Genitalbereich vor. Beide Formen sind hochgradig ansteckend und bleiben, einmal damit infiziert, ein Leben lang im Körper – wenn auch im Ruhezustand. Typ 1 ist über engen Hautkontakt sowie Schmierinfektion übertragbar; Genitalherpes wird beim Geschlechtsverkehr weitergegeben. Bei einer normalen Herpes-Reaktivierung des Typ 2 muss keine ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden. Mit Hilfe bestimmter Cremes oder Tabletten kann der Ausbruch gemindert, jedoch nicht ganz gestoppt werden. Nach ein paar Tagen verschwinden die Bläschen von selbst.

Neurodermitis

Sehr trockene Haut und quälender Juckreiz, vor allem auf der Kopfhaut, im Gesicht und an den Händen sind typische Symptome bei Neurodermitis. Das Krankheitsbild verläuft chronisch und in Schüben. Neurodermitis ist erblich und obwohl diese entzündliche Hauterkrankung nicht ursächlich heilbar ist, kann die Lebensqualität der Patienten durch bestimmte Therapien deutlich verbessert werden. Provokationsfaktoren für die Krankheit sollten ausfindig gemacht und vermieden werden, die Haut mit einer Spezialpflege eingecremt und Juckreiz lindernde Medikamente eingenommen werden. Welche Therapie den besten Erfolg bringt, sollte mit einem Hautarzt besprochen werden.

Rosazea

Menschen im Alter zwischen 30 und 40 Jahren können von der sogenannten Kupferrose oder Gesichtsrose betroffen sein, die sich mit zunehmendem Alter verstärkt. Die chronisch verlaufende Hauterkrankung zeigt sich als gerötete, juckende Haut mit Pusteln und Papeln im Mittelgesicht – also auf Stirn, Nase, Wangen oder Kinn. Wodurch die Hautkrankheit ausgelöst wird ist nicht ganz geklärt, man weiß aber, dass es ein Zusammenspiel aus verschiedenen Ursachen ist. Heilbar ist Rosazea nicht, die Schübe können aber durch unterschiedliche Therapien eingedämmt werden. Bei dieser Hautkrankheit sollte man in jedem Fall einen Arzt konsultieren.

Schuppenflechte (Psoriasis)

Schuppenflechte verursacht bei Erkrankten mit punktförmigen bis handtellergroßen, betroffenen Hautstellen an Knien, Ellenbogen oder auf der Kopfhaut erheblichen Juckreiz und schuppende Haut. Das Tückische dabei ist, dass Psoriasis nicht nur die Haut, sondern auch Organe und Gelenke betreffen kann. Sie ist erblich, nicht ansteckend, verläuft chronisch und zeigt sich in der Regel noch vor dem 40. Lebensjahr bei Psoriasis-Typ 1. Der seltene Spättyp, Psoriasis-Typ 2, tritt erst ab dem 50. Lebensjahr auf. Da eine Therapie gegen Schuppenflechte individuell auf den Patienten und dessen Krankheitsverlauf abgestimmt werden muss, ist ein Arzt hier der richtige Ansprechpartner.

Sonnenallergie

Nach dem ersten Sonnenbad des Jahres leiden von Sonnenallergie betroffene Menschen an fleckigen Rötungen, Pickelchen und juckenden Hautstellen. Innerhalb weniger Tage verschwinden die Symptome meist wieder, sofern die Haut nicht noch einmal der Sonne ausgesetzt wird. Sonnenallergie kann jedoch in unterschiedlichen Formen auftreten, die sich in ihren Symptomen und Ausprägungen unterscheiden: Licht-Nesselsucht, Mallorca-Akne oder Polymorphe Lichtdermatose. Ein Hautarzt kann durch Tests den genauen Allergie-Typ feststellen und entsprechend behandeln.

Vitiligo

In Szene gesetzt wurde die Weißfleckenkrankheit oder Scheckhaut durch das kanadische Model Winnie Harlow, die ihre Erkrankung seit 2014 zu ihrem Markenzeichen macht. Vitiligo-Erkrankte verlieren den Haut-Farbstoff Melanin, wodurch helle Flecken an Händen, im Gesicht, an Armen oder Beinen entstehen. Dies geschieht vermutlich durch eine Autoimmunerkrankung – der Körper greift sich selbst an. Vitiligo ist nicht heilbar, alle Therapien dienen in erster Linie einer kosmetischen Verbesserung. Ein Arzt kann Salben und Präparate auf Immunmodulatoren- oder Kortisonbasis verschreiben.

Warzen

Diese gutartige Wucherungen der Haut, die durch Viren ausgelöst werden, entstehen an Händen, Füßen oder im Gesicht. Die scharf abgegrenzten, flachen oder erhabenen Geschwulste können ansteckend sein und werden durch Kontakt- oder Schmierinfektion durch kleinste Hautverletzungen übertragen. Warzen bereiten den Betroffenen in der Regel keine Schmerzen – außer sie kommen in Form von Dornwarzen an den Fußsohlen vor.

Ein Arzt muss bei Warzenbefall erst konsultiert werden, wenn es zu einer Verrucosis (dem Befall des ganzen Körpers) kommt. An den Füßen können Podologen Abhilfe schaffen, freiverkäufliche Medikamente und Vereisungs-Sprays aus der Apotheke machen Warzen an Händen und im Gesicht den Garaus.

 

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