Wechseljahre

Hautpflege in den Wechseljahren: Das hilft gegen große Poren

Während der Wechseljahre erlebt auch die Haut eine Veränderung – vergrößerte Poren sind eine mögliche Folge. DONNA erklärt, wie Sie dennoch für einen ebenmäßigen Teint sorgen.
 | © Johanna Link
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Während der Wechseljahre erlebt auch die Haut eine Veränderung – vergrößerte Poren sind eine mögliche Folge. DONNA erklärt, wie Sie dennoch für einen ebenmäßigen Teint sorgen.

Mit den Wechseljahren verändert sich vieles, oft auch die Struktur der Haut. Deshalb macht es Sinn, bei Pflege und Lebensstil umzusteuern. Lesen Sie bei DONNA, mit welchen Wirkstoffen und Produkten Sie vergrößerten Poren vorbeugen.

Lange hieß es, Poren seien die neuen Falten. Puh, dachte man. Noch etwas, was da an Ungutem auf uns zukommt. Manche sprachen gar von Porexie, was einen im Grunde natürlichen Prozess zumindest verbal wieder mal in die Nähe eines behandlungsbedürftigen Leidens rückte. Heute heißt es eher gelassen und pragmatisch: Reinigungsschwamm und Creme drüber. Eine Frage bleibt allerdings: Ist die Pflege auch immer die richtige?

Kosmetik gegen große Poren: Was passiert mit der Haut?

Die Kosmetikindustrie bringt ständig neue Produkte auf den Markt, die sichtbare Poren optisch schrumpfen lassen wollen. Doch wo setzen diese Helfer an? Und was können sie überhaupt leisten? Um das zu beantworten, sollte man sich erst mal anschauen, was eigentlich mit dem Erscheinungsbild der Haut passiert. „Weil sich die Lichtwellen in großen Poren brechen, verliert sie ihren natürlichen Glow-Effekt, wirkt matt und unruhig. Man sieht älter aus, als man ist“, erklärt die Dermatologin Dr. Melitta Löwenstein-Frey aus Krailling bei München. „Zudem verstopfen die Poren leichter, was zu Entzündungen und Pickeln führen kann.“ Für uns Anlass genug, das Ganze mal gründlich zu analysieren.

Wieso haben manche Frauen sichtbare Poren, andere nicht?

Als Poren bezeichnet man die sichtbaren klitzekleinen Öffnungen an der Hautoberfläche, die das Ende der Talgdrüsenkanäle bilden. Jeder Mensch besitzt rund 15 Stück pro Quadratzentimeter Haut. „Durch sie gelangt Fett, auch Sebum oder Talg genannt, auf die Hautoberfläche, die damit sowohl geschmeidig gehalten als auch vor Viren, Bakterien, Pilzen und Umwelteinflüssen geschützt wird“, so Dr. Löwenstein-Frey. „Hätten wir keine Poren, würden wir uns in unserer Haut nicht wohlfühlen. Sie wäre zu trocken, meist schuppig und gerötet.“

Doch warum sind diese Öffnungen bei den einen winzig und unauffällig, während sie sich bei anderen ausweiten und den Teint optisch dominieren? „Das ist wie mit der Augenfarbe – zu einem großen Teil ist die Genetik dafür verantwortlich“, weiß Dr. Löwenstein-Frey. Hinzu kommt unser Lebensstil. Stress, Nikotin und Alkohol können zum Beispiel dazu führen, dass die Poren sich erweitern. Auch eine einseitige Ernährung mit zu viel Zucker, hellem Weizenmehl, Fertigprodukten und Vollmilchschokolade kann ursächlich sein. Sie belastet den Stoffwechsel und provoziert Entzündungsreaktionen in der Haut. Dadurch leiern die Poren, die man sich wie trichterförmige Säckchen vorstellen muss, regelrecht aus.

Wechselhafte Haut durch Östrogene

Mit den Jahren geht die Kollagenproduktion der Haut zurück, besonders zu Beginn der Menopause verlangsamt sie sich deutlich. „Das sorgt dafür, dass die oberste Hautschicht unelastischer und dünner wird. Die Talgdrüsenwände sind dann nicht mehr so knackig wie mit 20“, sagt die Hautexpertin. Auch der Östrogenspiegel springt ständig rauf und runter. Deshalb ist die Haut mal fettig, wie man es von der Pubertät kennt, mal sehr trocken. „Nehmen Progesteron und Östrogen dauerhaft ab, verschlechtert sich der Stoffwechsel der Haut“, erklärt Dr. Löwenstein-Frey. „Sind die Poren erweitert und der Talgfluss erhöht, kommt es jetzt besonders schnell zu Verhornungen. Abgestorbene Zellen vermischen sich mit dem zähflüssigen Sebum, was die Poren verstopft und noch sichtbarer macht. Bei 60-Jährigen um fast das Dreifache im Vergleich zu 20-Jährigen.“

So erkennen und behandeln Sie Hautkrankheiten richtig

Das sollten Sie bei Ihrer Hautpflege vermeiden

Ein Weiterso in der täglichen Beauty-Routine ist in vielen Fällen nicht ratsam. Zu reichhaltige, fettreiche Produkte, zu wenig oder zu viel Reinigung können die Poren nämlich zusätzlich vergrößern. „In allen drei Fällen produziert die Haut mehr Sebum als nötig, was die Pore einem permanenten Dehnungsreiz aussetzt. Ähnlich wie bei einem Muskel, der regelmäßig trainiert wird und dadurch anwächst“, erklärt die Dermatologin Dr. Cecilia Duma, die in der Rosenpark Klinik in Darmstadt praktiziert. „Wird die Haut zu selten gepeelt, lagern sich zudem verhornte Hautzellen am Eingang der Poren ab, der Talg staut sich im Kanal, und Schmutz und Bakterien bleiben leichter darin hängen.“

Das kann von Unreinheiten und Pickeln über Entzündungen bis hin zu Akne oder Rosazea führen. Ein Trost für alle Frauen, die unter erweiterten Poren leiden, weiß Dr. Duma: „Die damit verbundene Sebumüberproduktion macht die Haut etwas robuster gegenüber Umweltfaktoren. Deshalb trocknet sie nicht so schnell aus und reagiert nicht so sensibel auf äußere Einflüsse.“

Wirkstoffe, die Haut und Poren pflegen

Produkte mit Frucht- oder Salizylsäure und Vitamin-A-Derivate tragen die oberste Hornschicht permanent und dabei sehr sanft ab und verhindern so die Verhornung. Inhaltsstoffe wie Hamamelis- und Salbei-Extrakte haben eine adstringierende Wirkung, unter der sich die Poren wieder etwas zusammenziehen können. „Und weil Sonne ebenfalls zu einer Vergrößerung der Poren führen kann, sollte die Tagespflege einen hohen Lichtschutzfaktor enthalten“, empfiehlt Dr. Duma. Leichte Seren oder Fluids eignen sich besser, denn reichhaltige Texturen sind für eine Haut mit vergrößerten Poren meist zu fetthaltig. Antioxidantien schützen sie vor Umwelteinflüssen und senken das Entzündungsrisiko.

Bei der Gesichtsreinigung gilt generell: nicht zu viel und nicht zu wenig, aber unbedingt regelmäßig morgens und abends. Schmutz, Talg und Make-up müssen entfernt werden, bevor sie die Poren verstopfen. Besonders gut sind pH-neutrale, milde Cleanser, die die Haut nicht zu stark entfetten und ihr gleichzeitig Feuchtigkeit spenden.

Ein regelmäßiges Peeling ist je nach Hauttyp und -empfindlichkeit zu empfehlen. Angenehm und effektiv sind milde Enzympeelings, die abgestorbene Zellen lockern und entfernen, sodass die Poren frei bleiben und die Haut sich erneuern kann. Aber man sollte aufpassen, die Haut bei der Reinigung nicht zu sehr zu entfetten, denn sonst gehen die Talgdrüsen in den Überstundenmodus – und produzieren noch mehr Sebum.

Anschließend tragen viele Frauen einen sogenannten Primer auf. „Diese Produkte enthalten Silikone, die sich auf die Haut legen und dabei Unebenheiten auffüllen. Dadurch verkleinern sie optisch die Poren und lassen das Hautbild ruhiger und jünger wirken“, sagt Dr. Duma. „Aber sie behandeln natürlich nicht die Ursache. Und wenn man sie täglich anwendet, können dabei die Poren verstopfen.“

Nachhilfe beim Profi: Diese Treatments helfen

Medizinische Kosmetikerinnen können die oberste Hautschicht noch besser abtragen und verfeinern und gleichzeitig die Hauterneuerung anregen. „Das gelingt mit Fruchtsäure-Peelings oder einem Hydrafacial, bei dem abgestorbene Zellen auf der Hautoberfläche entfernt werden, bevor in einem zweiten Schritt ein GlySal-Säurepeeling Ablagerungen in den Poren aufweicht, dann durch ein Vakuum Unreinheiten und Talgüberschüsse in den Poren entfernt und zum Schluss auf den Hauttyp abgestimmte Seren in die Haut geschleust werden.“ Auch mit Microdermabrasion, JetPeel und Microneedling werden zum Teil ähnliche Effekte erzielt.

In manchen Fällen kann der Dermatologe helfen. „Um die Poren zu verfeinern, kombinieren wir Radiofrequenztechnologie mit einem stärkeren Microneedling oder auch ein mitteltiefes Peeling mit unterschiedlichen Konzentrationen von Trichloressigsäure“, erklärt Dr. Duma. Die IPL-Blitzlampen-Technik stößt hochenergiereiches Licht aus und verfeinert schmerzfrei und effektiv die Poren. Durch Laserbehandlungen wird das Gewebe zur Selbsterneuerung angeregt. Für ein gutes, lang anhaltendes Ergebnis sind allerdings mehrere Behandlungen notwendig.

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