Tipps gegen cellulite

Cellulite bekämpfen: 7 Methoden gegen Orangenhaut

Frau cremt sich ein  | © Getty Images | Laura Doss
© Getty Images | Laura Doss
Helfen spezielle Cremes wirklich gegen Cellulite? Wir stellen Ihnen die effektivsten Methoden gegen Orangenhaut vor.

Selbst bei sportlichen Frauen mit schlanker Figur machen sich irgendwann unschöne Dellen an Po und Oberschenkeln bemerkbar – Orangenhaut. Wir stellen Ihnen vielversprechende Behandlungsmethoden gegen Cellulite vor und erklären, ob sie tatsächlich helfen.

Cellulite – diese Dellen an Oberschenkeln und Po tauchen plötzlich auf und verschwinden einfach nicht mehr. Die gute Nachricht vorweg: Wir sind damit nicht alleine. Rund 80 Prozent aller deutschen Frauen sind davon betroffen. Die Kosmetik- und Gesundheitsindustrie verkauft immer wieder neue Produkte und Methoden, die angeblich gegen Cellulite helfen sollen – doch wie effektiv sind diese Behandlungen tatsächlich? Wir stellen Ihnen die gängigsten Anti-Cellulite-Methoden vor und erklären, ob sie funktionieren.

Was ist Cellulite überhaupt?

Cellulite wird häufig lapidar Zellulitis genannt, dabei ist dies eine ganz andere Erscheinung: Die sogenannte Zellulitis ist eine Krankheit, bei der es zu einer Entzündung (meist durch Staphylokokken oder Streptokokken) im Unterhautbindegewebe kommt. Die Folgen (gerötete Haut, Scherzen) zeigen sich meist im Gesicht und an den Beinen; auch Männer sind übrigens davon betroffen. Bei Cellulite (Orangenhaut) handelt es sich hingegen um eine Veränderung im unteren Fettgewebe – und somit nicht um eine Krankheit, sondern um ein kosmetisches Problem. Sie kann am ganzen Körper auftreten, breitet sich aber meist an Po und Oberschenkel aus. Die Haut hat dabei unschöne Dellen und sieht aus wie die Schale einer Orange –  daher der Name.

Wie kommt es zu den unschönen Dellen?

Im Gegensatz zu den Männern ist bei Frauen die Lederhaut dünner und elastischer, das Fettgewebe dicker. Zusätzlich dazu sorgen weibliche Hormone wie Östrogene und auch der weibliche Zyklus für das Anschwellen der Strukturen. Fettpölsterchen werden sichtbar – je schwächer das Bindegewebe, desto großflächiger die Orangenhaut. Zudem dient das Bindegewebe Ihrem Körper als Nährstoffdepot. Sind genügend dieser Stoffe eingelagert, ist das Bindegewebe fest und elastisch. Doch wegen der dauernd anfallenden Stoffwechselschlacken und in manchen Fällen aufgrund der genetischen Neigung, beginnt das Bindegewebe irgendwann zu verstopfen. Auch Faktoren wie Stress, Rauchen oder Schwangerschaften können die Entstehung als auch den Schweregrad von Cellulite beeinflussen.

Warum haben manche Frauen Cellulite, andere nicht?

Die bereits erwähnte Bindegewebsschwäche, die erblich bedingt sein kann, sowie Östrogene und starkes Übergewicht können Ursachen von Cellulite sein. Auch Frauen, die wirklich dünn sind, aber keinen Sport treiben und genetisch zu solchen Veränderungen neigen, sind betroffen.

Die Stärke der Dellen wird in drei Stufen unterteilt:
Stufe 1: Dellen werden sichtbar, wenn man die Haut zusammenkneift.
Stufe 2: Dellen sind im Stehen sichtbar.
Stufe 3: Dellen sind im Stehen und Liegen sichtbar.

7 Methoden gegen Cellulite

1. Die richtige Ernährung

Wenn Sie wirklich etwas ändern möchten, dann verzichten Sie auf säure- und zuckerbildende Lebensmittel wie Alkohol, Cola und andere Softdrinks, Kaffee, tierisches Eiweiß, Weißmehl (Weizen) und raffinierten Zucker. Stattdessen fördern Gemüse, Obst, Salate und Sprossen den Stoffwechsel, wandeln die Nährstoffe nicht in Zucker um und wirken basisch. Das heißt, sie sorgen für einen ausgewogenen Säure-Basen-Haushalt und somit für weniger Abfallstoffe im Körper, die sich in Fettzellen sammeln und Cellulite bilden. Trinken Sie dazu zwei bis drei Liter stilles Wasser am Tag – das benötigen Sie, um Schadstoffe schneller auszuschwemmen und Nährstoffe besser aufnehmen zu können. Kräutertees lindern das Hungergefühl und unterstützen die Organe bei ihrer Arbeit (zum Beispiel Brennesseltee).

2. Anti-Cellulite-Cremes

Es gibt mittlerweile sehr viele Cremes auf dem Markt, die angeblich gegen Orangenhaut helfen. Besonders vielversprechend sind dabei Produkte mit integriertem Massagekopf: Durch das Einmassieren werden die behandelten Hautstellen durchblutet, die Creme kann tief in die Haut eindringen. Studien zeigen, dass man mit dieser Methode tatsächlich eine deutliche Verbesserung des Hautbilds erreichen kann. Wirkstoffe, die in allen Cellulite-Cremes enthalten sind, sind der Lymphflussbeschleuniger Aloe Vera, die Fettverbrenner Carnitin und Koffein, hautstraffendes Silicium, die Wasserentstauer Johanniskraut, Calendula und Rosskastanie und gegen die Fetteinlagerung oftmals Nagelkraut-Extrakt. Je höher bei den Inhaltsstoffen die Konzentration an Koffein ist, desto wirkungsvoller die Creme. Leider ist die Wirkung der Anti-Cellulite-Cremes nicht dauerhaft.

Kosten: Anti-Cellulite-Cremes gibt es bereits für rund zehn Euro in Drogeriemärkten, Produkte mit effektiven Wirkstoffen sind mit rund 70 bis 250 Euro hochpreisiger

3.  Ultraschall/Kavitation

Die Kavitation ist eine Möglichkeit, ohne eine Operation Fett an den Cellulite relevanten Stellen zu verlieren – und das schmerzfrei. Dies funktioniert mittels Ultraschallwellen. Durch die Schallwellen werden die Fettzellen in Schwingungen versetzt und erhitzt. Dadurch gehen sie kaputt und das Lymphsystem transportiert die zerstörten Zellen nach und nach aus dem Körper. Man sollte bei dieser Methode viel trinken, um die Lymphen und Nieren bei ihrer Tätigkeit zu unterstützen. Ein weiterer Pluspunkt: Durch die Wärme der Ultraschallbehandlung wird die Haut angeregt, körpereigenes Kollagen herzustellen und die behandelten Stellen zu straffen. Mindestens vier Sitzungen werden benötigt, um ein erwünschtes Ergebnis zu erzielen. Die Krankenkassen tragen die Kosten nicht – Cellulite ist keine Krankheit, sondern ein ästhetisches Problem. Ob diese Methode für Sie in Frage kommt, klären Sie am besten in einem Beratungsgespräch.

Kosten: rund 200 Euro pro Sitzung

4. Radiofrequenz

Radiofrequenzwellen wirken auf das Kollagen im Bindegewebe ein und fördern den Stoffwechsel. Durch Erhitzung sterben alte Zellen ab und neues Kollagen bildet sich. Die neuen Fasern sind fester und machen so die Haut sichtbar straffer. Überschüssiges Wasser wird abtransportiert – ähnlich wie bei einer Ultraschallbehandlung. Jedoch bringen Radiowellen die darunter befindlichen Fettzellen nicht zwingend zum Platzen. Die Kosten werden nicht von den Kassen übernommen. Ob diese Methode für Sie in Frage kommt, sollten Sie ebenfalls am besten in einem Gespräch mit dem Experten klären.

Kosten: mindestens 200 Euro pro Sitzung – je nach Praxis, Lage und Qualifikation

5. Kryolipolyse

Das Fettgewebe wird mit einem Applikator „eingesaugt“ und auf vier Grad abgekühlt. Dadurch kristallisiert das Fett in den Zellen und und bringt die Zellwände zum Platzen. Wasser und Fette werden über den Organismus ausgeschieden. In der Regel dauert es zwei bis drei Monate bis Sie ein Resultat sehen können. Es kann in der Folge der Behandlung zu einer Verbesserung kommen – jedoch wird dies nicht garantiert. Bei dieser Anti-Cellulite-Methode liegen die Behandlungskosten weit auseinander. Meistens werden derartige Behandlungen (genau wie Ultraschall/Kavitation und Radiofrequenz) in Arztpraxen angeboten. Doch auch immer mehr Beauty-Praxen oder -Salons schaffen sich die Spezialgeräte an.

6. Sport

Bewegung fördert den Stoffwechsel und zudem die Durchblutung. Beides ist wichtig, um Schlackstoffe loszuwerden, sich wohler in seiner Haut zu fühlen und Muskeln aufzubauen. Auch als Vorbeugung ist Sport gut, denn er verhindert Übergewicht und somit einen Faktor, der die Entstehung von Cellulite begünstigt. Optisch hilft Sport durch den Muskelaufbau: Die Fettschicht wird dünner, die Muskeln sichtbar, die Haut straffer. Sport, der schwerpunktmäßig auf die Problemzonen ausgerichtet ist, eignet sich am besten im Kampf gegen die Orangenhaut: Ideal sind Übungen für Bauch, Beine und Po. Kurse gibt es im Fitness-Studio, bei Volkshochschulen und Vereinen. Sportarten wie zum Beispiel Laufen sind ebenso gut, um dauerhaft Gewicht zu verlieren, Kondition aufzubauen und für die Stärkung der Durchblutung – gegen Cellulite direkt wirkt es jedoch leider genauso wenig.

7. Faszien- bzw. Bindegewebstraining

Viele Menschen wissen nicht, dass es sich bei den sogenannten Faszien schlichtweg um das Bindegewebe handelt. Der weit verbreitete neue Fitness-Trend des „Faszientrainings“ ist also nichts weiter als ein Sport mit Übungen zur Stärkung des Bindegewebes und somit eine Methode, die tatsächlich direkt an der Problemzone der Cellulite ansetzt. Der Schwerpunkt des Trainings richtet sich auf den ganzen Körper. Mithilfe einer sogenannten Faszienrolle werden Verklebungen des Gewebes gelöst. Die Schlackstoffe werden dabei freigesetzt und können ausgeschieden werden. Die Muskulatur und das Gewebe werden weicher und dehnbarer. Durch den Druck, den die Rolle auf den Körper ausübt, verbessert sich auch die Durchblutung und die Orangenhaut strafft sich. Extra-Effekt: Die Rolle löst prima Verspannungen im Nacken und Rückenbereich!

Kosten: Je nach Material und Qualität gibt es Faszienrollen bereits ab 12 Euro, die Preise von Faszientrainings variieren je nach Fitness-Studio.

Autorin: Cordula Schneider