Körperpflege

Naturkosmetik: Darauf sollten Sie achten

Naturkosmetikprodukte | © Image Source, Getty Images
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Naturkosmetik verspricht, gesünder und umweltschonender als herkömmliche Make-up- und Pflegeprodukte zu sein. Doch welchen Marken und Öko-Siegeln kann man wirklich vertrauen? DONNA beantwortet die wichtigsten Fragen.

1. Woran erkenne ich gute Naturkosmetik?

Der Begriff „Naturkosmetik“ ist weder klar definiert, noch gesetzlich geregelt. Grundsätzlich kann jeder Hersteller eigene Richtlinien für Naturkosmetik entwickeln und seine Produkte zertifizieren lassen. Die Kosmetikbranche unterteilt die Produkte dabei in Naturkosmetik und naturnahe Kosmetik. Natur­nahe Kosmetika werden weit­gehend konventionell hergestellt und enthalten nur einzelne Substanzen natürlichen Ursprungs. Echte Naturkosmetik lässt dagegen bis auf wenige Ausnahmen nur natürliche ­Stoffe zu. So wird bei der Produktion auf Silikone, Parabene, Paraffine, synthetische Duftstoffe oder Konservierungsstoffe sowie Tierversuche verzichtet.

Auf welche Bio- und Naturkosmetik ist wirklich Verlass? Am einfachsten lässt sich zertifizierte Naturkosmetik an folgenden, etablierten Gütesiegeln erkennen:

  • ICADA: Siegel für „zertifizierte Naturkosmetik“

  • BDIH: Siegel für „kontrollierte Naturkosmetik“

  • Demeter: Siegel für Produkte, bei denen über 90 Prozent der gesamten Zutaten Demeter-Qualität aufweisen

  • NaTrue: Siegel für zertifizierte „Biokosmetik“ und „Naturkosmetik“ in drei Qualitätsstufen

  • EcoCert: Siegel für „Biokosmetik“ und „Naturkosmetik“

Die Labels von NaTrue und EcoCert unterscheiden Naturkosmetik von Biokosmetik. Bei Letzterer müssen bestimmte Anteile der natürlichen Inhalts­stoffe aus kontrolliert biologischem Anbau kommen.

2. Welche Naturkosmetik-Marken soll ich kaufen?

Aufgrund der Bandbreite an Produkten in den unterschiedlichsten Qualitäts- und Preisklassen stellt sich für Verbraucher die Frage: Sollte man Naturkosmetik nur bei teuren Marken kaufen – oder bieten auch Produkte aus dem Drogeriemarkt gute Qualität? Inzwischen ist hochwertige Naturkosmetik nicht mehr nur im Bioladen erhältlich: Premium-Marken wie Lavera, Dr. Hauschka oder Sante, aber auch günstige Eigenmarken wie Alverde gibt es inzwischen in fast allen Drogeriemärkten.

Falls Sie auf einem Produkt kein zertifiziertes Naturkosmetik-Siegel finden, sollten Sie sich nicht von aufwändigen Verpackungsdesigns blenden lassen. Auch Deklarierungen wie „Bio“, „Natural“ oder „Organic“ bedeuten nicht automatisch, dass die Produkte nur natürliche Zusätze enthalten. Um natur­nahe Kosmetik von echter Naturkos­metik zu unterscheiden, ist ein Blick auf die Liste der Inhaltsstoffe (Rohstoffe auf Mineralölbasis dürfen darin nicht enthalten sein!) deshalb unerlässlich.

3. Was sind vegane Produkte?

Bei der Herstellung von veganer Kosmetik sind tierische Substanzen grundsätzlich Tabu. Das macht entsprechend deklarierte Make-up- und Pflegeprodukte zur ersten Wahl für Menschen, die sich vegan ernähren und auch bei Kleidung und Pflegeprodukten auf Stoffe tierischen Ursprungs verzichten. Vegane Mascaras, Lippenstifte und Co. werden aber zunehmend auch von Menschen nachgefragt, die aus ethischen Gründen oder im Rahmen eines bewussten Lebensstils auf den Konsum von tierischen Produkten verzichten wollen.

Das bedeutet allerdings nicht zwangsläufig, dass vegane Kosmetikprodukte ganz ohne Tierversuche hergestellt werden oder den Kriterien reiner Naturkosmetik im vollen Umfang zu entsprechen. Wer beim Kauf von Kosmetikprodukten auf Nummer sicher gehen möchte, sollte zusätzlich auf Naturkosmetik-Siegel achten. Das Siegel „Leaping Bunny“ ist derzeit das einzige international gültige Siegel, das Kosmetik ohne Tierversuche auszeichnet. Auch auf der Website von PETA können Sie überprüfen, welche Kosmetikhersteller bei der Produktion klare Richtlinien gegen Tierversuche berücksichtigen.